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Dieses Blog ist nicht Youtube

Lieber, junger Realschüler!

Wie man so richtig anonym im Internet surft, hast Du anscheinend in Eurem Computerraum da unten im Tübingischen noch nicht rausgefunden. Das scheint Dich aber nicht davon abzuhalten, a) den Inhalt dieses von Dir per Google-Bildsuche angesurften Beitrags nicht als provokative Kunst zu erkennen und b) mich und die Diskutanten in den Kommentaren als die Produzenten des Werks zu betrachten.

Sonst könnte ich mir nicht erklären, wie Du innerhalb von elf Minuten Deine zehn schmähenden Kommentare darunter geschrieben hast, jedes Mal mit wechselndem Pseudonym, aber mit stets derselben IP- und E-Mail-Adresse (btw: ist die echt? Es scheint so!).

Immerhin hast Du mir einige schöne Momente beim Lesen beschert. Diese paar Zitate könnte ich mir nur schwer selbst aus den Fingern saugen:

Ihr seid verfickte Homoficker die so Homobefickt sind dass sie keine Ahnung vom Leben haben!
Außerdem seid ihr Hurensöhne
die absolut pervers und scheiße sind denn dass ist nicht lustig ihr verfickten penner
ihr seid so dumm dass ihr nicht mal wisst dass ihr scheiße seid ihr Ficker
Dass ist soooooooooo Scheiße und ihr auch

Allerdings scheint Dein Register nicht so breit gefächert zu sein, wenn ich dann das hier lese:

Ihr seid echt Scheiße
dass ist nicht lustig!
Ihr seid echt so scheiße dass es scheißhafter nicht geht!
Gruß:
DEi MUDDAH! BITCH!!!!

Ps:Ihr judenfeindliche WICHSER!!!!!!!!!!!!!!!!

Der hier hatte dagegen dann sogar mal einen kleinen Anflug von echter Kritik:

ihr penner man kann doch nicht über juden so welche spielzeuge machen das ist eigentlich bloß scheiße und ihr seit auch scheiße wer des auch designt hat soll sterben ihr hurrensöhne no nazis

Und hier hattest Du wohl auch einen Gegenstand auf CAPS und “1″ gelegt:

am lienbsten würde ich euch in dieses kfz lager stecken !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wie dem auch sei. Vielleicht bekommst Du demnächst Nachhilfeunterricht in Kunst, Rechtschreibung und Medienerziehung. Denn *klick* soeben ging eine sehr ausführliche E-Mail an Deine Schulleitung.

Freut mich, Dir geholfen zu haben.

Ex-Kanzler des Westens

Am Kiosk um die Ecke, den die älteren Leute hier in der Gegend wegen seiner Öffnungszeiten seit eh und je “Zehn-Uhrs-Laden” nennen, steht hinter der Kasse ein Mann, der zufällig so heißt wie unser letzter Bundeskanzler.

Er sieht zwar nicht im Ansatz so aus wir unser alter Staatenlenker, scheint aber zugänglicher zu sein und beweist auch keinen Dickkopf, wenn Stammkunden zum abendlichen Bierkauf hereinkommen und nach ihn “der Weltpolitik” fragen.

Der Gazgerd des Viertels. Beruhigend zu wissen, dass er für alle hier ein Ohr hat. Und weiß, wer wann was wo braucht. Der personifizierte, heiße Draht des Bielefelder Westens.

Es wäre auch nur naiv zu glauben, es gäbe nur eine Person mit einem derart “volksnah” klingenden Namen, wenn selbst das Lied “Es gibt nur einen Rudi Völler” Lügen gestraft werden muss (von dem gibt es nämlich laut Telefonbuch (unter “Rudolf Völler”) ganze sechs in Deutschland).

Der Supermarkt um die Ecke hat seit geraumer Zeit ebenfalls bis 22 Uhr geöffnet. Der “10-Uhrs-Laden” macht daher nur noch am Sonntag richtig Umsatz. Gäbe es keine stetig wiederkehrenden Käufer, die mit dem Chefdiplomaten Worte wechseln wollen, wäre die Pipeline längst versiegt.

Ich will auch mal nebeln

Ich habe Zivildienst gemacht. Für den Antrag habe ich mir (im Jahr 1997) etwas mehr Mühe gegeben, als es damals üblich war. Um auf Nummer Sicher zugehen, hatte ich meine Großeltern zu ihren Kriegserlebnissen befragt usw. Und anschließend eine irrsinnig lange Begründung eingegeben, um der damals gerüchteweise existierenden Kommision zu entgehen. Genau, die mit dem plötzlich in der Mülltonne entdeckten Maschinengewehr.

Ich vermute, der Antrag auf Befreiung vom Wehrdienst wurde wegen des von mir eingereichten Umfangs einfach gar nicht durch-, wenn überhaupt angelesen, sondern gleich stattgegeben.

Wenn ich dann solche filmischen Dokumente wie diese hier sehe, frage ich mich allerdings, ob die verantwortlichen Personen bei der Bundeswehr sich überhaupt irgendwelcher Konsequenzen ihres Tuns bewusst sind:



direktnebel

Ich nebel selbst“, sagt der Soldat in seinem brettergeschützten, wellblechgestützten Loch. Vor ihm ist ein weiteres Loch in exakt der Machart zu sehen, in dem er verweilt. Hier scheint ein Tiefen-Ikea der Truppenübungsplätze vorab Anleitungen verteilt zu haben. Im anderen Loch ist aber niemand drin. Fühlt er sich deshalb verlassen? Muss er aus diesem Grund die Aufgabe des “Nebelns” auf sich nehmen?

Die Profilangaben und Ergänzungen zum Video sind nicht verifizierbar. Dort steht zwar geschrieben: “Also das passiert, wenn Offiziere etwas selbst machen…”. Doch dass es sich bei dem panisch reagierenden, bebüschelten Menschen darin gleich um einen Offizier handelt, das könnte ja jeder behaupten.

Eine gewisse Befehlsgewalt muss man ihm allerdings zusprechen: Nicht umsonst hätte er ohne Rücksprache entscheiden können, jetzt, in diesem Moment, selbst zu “nebeln”. Nur dem Anführer steht es zu, darüber entscheiden zu können, ob er sich selbst zum Helden geriert. Untergebene sind Dreck. In der Hierarchie tiefer Stehende sind, sofern sie gegen die gemeinsame Strategie des Siegs aufbegehren, Dissidenten oder gar Befehlsverweigerer, niemals Helden.

Doch dann kommt er, mitten in der Übung, wenn alles verloren gilt, und nimmt die folgenschwere Entscheidung in die Hand: Er nebelt. Selbst. Jeder andere drumherum hätte auch gerne mal genebelt.

Ganz ehrlich: Ich will auch mal nebeln. In Situationen, die mir besonders peinlich sind, würde ich am liebsten auch sofort im Nebel verpuffen und davonwabern.

Und wenn ich ganz, ganz ehrlich bin und das hier sehe, dann muss ich gestehen, dass ich es manchmal bedaure, doch nicht zum Bund gegangen zu sein.

Huhu!

Hi Fans! Boah, im Moment komme ich echt nich dazu, was ins Blog zu schreiben!! Es ist echt graade tootal viel bei mir und nächste Woche kommen nochmal drei Klausuren dazu!!! Kommt man ja nichmal mehr dazu, USFO zu gucken. Aber Annika hat erzählt, dass der süße Christian schon rausgeflogen is, also isses nich soo schlimm. Obwohl doch, doof. Also für ihn jetzt, mein ich.

Annika hat aber gesagt, da können wir überhaupt nix gegen machen. Die alten Säcke, die das Geld haben, rufen ständig für die ollen Zicken-Mädels an. Hat sie bei Twitter gelesen, sagt sie.

So, jetzt muss ich mich aber wieder an Erde setzen. Und wenn ich damit durch bin, schreibe ich wieder mehr, versprochen. Denn neulich is mir was voll süüüßes passiert!!!1!

Machts ersmal gut. Tschüssi!

P.S.: Die Sache mit Ron war übrigens nicht so ernst. Der wollte mich nur verarschen :-P

De Storm – beatboxing Remixer

Gestern stieß ich bei Sixtus auf eine neue Version von Lawrence Lessigs TED-Vortrag. Wir erinnern uns: Er sah im Internet eine neue “Read/Write”-Kultur, in der der Öffentlichkeit mittels Remixens die Möglichkeit gegeben wird, als Kulturschaffende teilzuhaben. Mittlerweile ist der verlinkte Vortrag zweieinhalb Jahre alt.

Und ausgerechnet gestern, kurz nach dieser Gelegenheit, habe ich ein weiteres, perfektes Beispiel für das gefunden, was Lessig meint. Nämlich eine Adaption des Songs “Tik Tok” der Sängerin “Ke$ha”, interpretiert von dem Beatboxer “De Storm“. Und er erkennt darin auch eine Nähe zu Lady Gagas “Bad Romance”.

Über die beiden Originale kann ich ja nur lachen. Aber das hier, das hat was.

Das Krümelmonster lernt Computer kennen


direkt

Ist das nicht herrlich?

“Press that button, and then you shout: Cookies, come to papa…”

Oscars ohne mich

Für jemanden, der sich eigentlich als Filmfreund bezeichnen würde, ist die diesjährige Oscarverleihung kaum von Belang gewesen. Dafür hatte ich außerdem zuwenige der dort behandelten Filme gesehen. Das muss wieder besser werden. Immerhin habe ich mich für Christoph Waltz gefreut. Ihn mochte ich bereits seit “Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“, und in “Inglorious Basterds” war er einfach überragend.

Das hätte aber alleine nicht genügt, um eine Veranstaltung wie die Verleihung der “Academy Awards” ohne große Fragezeichen zu überstehen. Aber wie man so liest, gab es auch nicht allzu viel zu verpassen. Heute morgen war ich dann ausgeschlafen.

Und außerdem blieb mir die entsetzliche Berichterstattung vom roten Teppich erspart. Wenn Steven Gätjen danach schielt, was die Damen wieder tragen, das kann einem Menschen mit Testosteron schnell schon an den Synapsen sägen.

We are the people of the internet

direkt [via n|tropie-suppe]

Unmögliche Gitarrenmusik: Mozarts “Hochzeit des Figaro”

vom MysteryGuitarMan [via]

Layout-Facepalm

Oh, mein Gott. Es gibt so Momente, bei denen man wirklich von seiner eigenen Doofheit erschlagen wird. Und davon muss ich Euch jetzt mal erzählen. Dabei geht es um nix groß lebenswichtiges, eher um Meta-Layout-Gedöns für dieses Blog. Alle daran Uninteressierten können also wieder wegschalten.

Kurz: Ich stehe ja ungeheuer auf Schlichtheit im Design. Daher hatte ich mir aus den vielen Wordpress-Designs auch dieses hier ausgewählt. Es nennt sich “Veryplaintxt” und ist von Scott Allen Wallick. Ein paar Änderungen hatte ich im Nachhinein allerdings daran vorgenommen, z.B. einige Elemente rechts eingerückt, Kursivschrift so gut es ging abgestellt, ebenso die Schriftarten alle auf Times eingenordet, so gut es ging.

Ich schreibe ganz bewusst “so gut es ging”, denn so schön schlicht das Design auch ist: So eine Kraut-und-Rüben-CSS hatte ich vorher noch nie gesehen. Unübersichtlich galore, so dass mir beinahe die Haare dabei ausfielen. Wer mal reingucken will, bitte, hier ist eine Kopie von der ursprünglichen CSS-Datei.

Das Gespräch mit ben_ neulich hatte mich wieder einmal daran erinnert, dass ich seit ewig und drei Tagen etwas für die bessere Lesbarkeit dieses Blogs tun wollte und hatte mich heute mal schlauer bezüglich dieses Themes gemacht. Und dabei hatte ich festgestellt, dass die merkwürdige, ungewohnte Struktur dieser CSS einen Grund hat.

Und, oh Leute, ich wage es kaum, es auszusprechen bzw. zu schreiben. Bisher von mir nämlich unbemerkt, gibt es zu diesem Veryplaintxt-Layout einen Extra-Menupunkt im Backend unter “Design”. Bei allen anderen Layouts, die ich bisher gesehen hatte, war das nicht der Fall, daher konnte ich das gut übersehen haben. Und was habe ich mir in den A* gebissen, als ich sah, was ich dann im Weiteren alles einstellen konnte. Das Klatschen meiner flachen Hand auf meine Stirn war bestimmt noch in der Parallelstraße hörbar. Oder, wie es neuerdings so schön heißt: Facepalm.

Shit. Themes mit “Optionen”. Damit rechnet doch keiner. Was mich das wieder an Lebenszeit gekostet hat.
Egal. Dadurch bin ich jetzt mal wieder etwas schlauer geworden. Und alle Leser bekommen hier keinen Knick in der Pupille mehr.

Weiter im Text.