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Bushs Hand rutscht aus!

Was wohl die Töchter von George W. dachten, als sie bei dessen öffentlicher Dankesrede für die Wiederwahl lächelnd im Hintergrund standen, um die Geschlossenheit der Familie zu präsentieren? Trugen sie während dieser Veranstaltung unter ihren Abendkleidern die Wäsche mit dem Aufdruck „No Trespassing“, wie sie die Kampagne für sexuelle Abstinenz vor der Ehe verteilt? Und wenn ja, taten sie es wohl aus Überzeugung?
Ganz unattraktiv sind die beiden ja nicht, mit Sicherheit bekommen sie so manches anzügliche Angebot von den Jungs auf dem College, und, hey, die Tochter des Präsidenten, na? Die ist schon `ne Trophäe. Und bestimmt sind sie schon das eine oder andere Mal in Versuchung gekommen, denn auf dem Kampus ist man ja tendenziell etwas kritischer gegenüber Kampagnen eingestellt. „Kampagnen-Kampus-Kritik“ sozusagen.
Aber man stelle sich vor, was es bei ihrer Entgleisung für einen Aufruhr im Boulevard und in den Gazetten gäbe: „Bush-Töchter scheren sich nicht um Daddies Rat“ oder mit Konsequenzen: „Papa Bushs Hand rutscht aus!“ Welch unschöner Fleck auf Daddies Weste der Glaubwürdigkeit. Und damit er nicht völlig besudelt durchs Weiße Haus rennt, hat der Präsident auch vorgesorgt. Direkt neben dem Schlüssel zu dem Köfferchen, das uns in die Steinzeit schicken kann, hat er jetzt nämlich zwei weitere an seinem Schlüsselbund.
Und jedes Mal, wenn die beiden von ihrem Wochenendbesuch zurück an die Uni müssen, kommt George nochmal und gibt ein Abschiedsküsschen. „So, Kinners, dann passt mal auf euch auf und macht mir keine Schande. Ach ja,“ sagt er und tut so, als wenn ihm plötzlich wieder etwas eingefallen ist. Die beiden wissen aber schon, wie der Hase läuft, denn sie kennen die Prozedur bereits. Genervt rollen sie also mit den Augen, stemmen die Hände in die Hüften und schauen zur Decke, während der Papa weiterspricht: „Ich wollt’ da doch noch was nachgucken“, und lupft blitzschnell deren College-Röckchen in die Höhe um nachzusehen, ob denn auch alles korrekt eingerastet ist. Und wenn der Fleischeslust im Hause Bush ein Riegel vorgeschoben ist, lächelt auch der mächtigste Mann auf Gottes Erden selig. Lediglich diese infantilen College-Röckchen stören ihn ein wenig.
Übrigens weiß ich gar nicht, ob die Töchter von George W. Bush tatsächlich auf’s College gehen. Es scheint mir bloß eine schlüssige Notwendigkeit zu sein, dass in den USA attraktive, im heiratsfähigen Alter befindliche Menschen aus gutem Hause dorthin geschickt werden. Sie treffen dort – in Yale, Harvard, Stanford oder wo immer sie auch studieren mögen – bestimmt auch auf Neve Campbell oder Freddie Prinz Jr.. Letzterer war, glaub’ ich, mittlerweile auf jeder zweiten amerikanischen Schule anzutreffen. Dieser gelackte Typ wäre auch `ne große Gefahr für unsere zwei Mädels, wollen wir wetten? Was will der eigentlich später mal werden? Er hat es meines Wissens nach nicht ein einziges Mal in den vielen Leinwanddokumentationen erwähnt.
Es scheint also gute Gründe für Papas Bedenken zu geben, denn er hat Einsicht in diese Dokus und er ist neuerdings immer voll nüchtern bei der Sache.
Blöd nur, dass man in den Staaten-Unis in jedem Semester einen Serienkiller hat. Da setzt man sich als Psychologiestudentin im Hörsaal nicht sofort neben den süßesten Typen. Da wird auch Freddie Prinz Jr. vorher genau unter die Lupe genommen. Andererseits könnte man sich die Bush-Geschwister natürlich als Vorbild nehmen und sich als weiblicher Student deren Vorbeugungspraktiken aneignen und darüberhinaus sogar publik machen: „Ich bin 1. nicht geneigt und 2. ist es dir technisch gar nicht möglich, mich zu besteigen!“ Das wäre natürlich ein viel zu langer Text für einen Aufruf, der sich auf den äußerst werbewirksamen Platz von Unterwäsche verlässt. Aber alleine die Bekundung zur Verweigerung würde höchstwahrscheinlich für genügend Gerüchte auf den Kampi (Plur.-Vermutung) sorgen, um eine Kettenreaktion zu erzeugen. Überall nur debil lächelnde, aalglatte Schönheiten, die nichts an sich heranlassen und auf den immer wieder zitierten, gähnend langweiligen Abschlussball warten.
Wenn es solch eine Einrichtung an unserer Fakultät gäbe, käme ich z.B. in eine gewaltige Zwickmühle. Welche Frau frage ich nur, ob sie mit mir dort hingeht? Allein das kann schon eine folgenschwere Entscheidung sein. Womöglich ist A traurig, wenn ich B mitnehme. Oder sogar beleidigt und dreht mir im Verlauf ihrer Karriere einen Strick. Außerdem kann mir mein Paps bestimmt keine Limo bezahlen, geschweige denn ich selbst. Wir müssten mit der Bielefelder S-Bahn vorfahren, ich darüberhinaus im Second-Hand-Anzug gekleidet. Und besitze ich soviel Ehrgeiz, um Ballkönig werden zu wollen? Wohl kaum, ich kann ja nicht einmal tanzen.
Wie schön, dass bei uns so Vieles so viel anders ist…aber auf die Ehemänner der Bush-Töchter bin ich trotzdem gespannt.

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