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Ein Angebot

Vermutlich ist ab März diesen Jahres ein Zimmer in meiner WG frei. Ich weiß, es gibt Vorurteile über diese Stadt, zum Beispiel hält sich dasjenige immer noch, das diese Metropole gar nicht existiere. Aber das kann ich entkräften, wenn ich aus dem Fenster schaue, ist da draußen eindeutig Bielefeld und mir will einfach keine Verschwörung einfallen, die sich extra für mich die Mühe macht, eine potemkinsche Großstadt mit allen nötigen Komparsen ins Westfälische zu setzen. Auch schenkt man meinen offiziellen Dokumenten auswärts Glauben, lege ich einmal meinen Personal- oder Universitätsausweis vor. Die Stadt ist also existent.
Das Wetter ist gar nicht so verkehrt, gestern herrschten innerorts 13° C, so dass ich nicht so dick eingepackt, wie ich es sonst immer pflege, umherflanieren konnte.
Wer also aus irgendwelchen Gründen seinen Wohnsitz z.B. von Wien nach Bielefeld legen muss, darf sich gerne bei mir melden. Und wer Angst davor hat, sein kulturelles Leben würde hier verkümmern, dem sei an dieser Stelle gesagt: Du musst Dich nicht fürchten ob Deiner geistigen Regsamkeit, Verängstigter!
Auf Schritt und Tritt fällt mir eine neue Galerie vor die Füße, jede musikalische Größe macht hier halt und was das Gerücht über die Sturheit der Westfalen angeht, das kann ich nicht bestätigen. Ich kann mich prima in einem der zahlreichen Clubs und Lounges unterhalten.
Ich bin ja eh’ der Ansicht, dass ein in gewissen Grenzen gehaltener Lokalpatriotismus für die Stadt, in der man gerade sein Dasein frönt, durchaus für das Seelenleben förderlich ist. So freu’ auch ich mich über jeden Sieg der Arminia, auch wenn ich eigentlich gar kein Fußballfan bin. Wenn ich permanent darüber meckere, wie hässlich dieser Ort doch sei, dann werde ich eines Tages ein griesgrämiger, kontaktloser Mensch, der nur noch rausgeht zum Flaschencontainer. Dabei stimmt das gar nicht, dass diese Stadt nicht schön ist. Das behaupten nämlich immer nur Leute auf der Durchreise, denen auf den großen Straßen nur die Betonklötze entgegenstarren. Diesen Leuten muss man mitteilen: Wer baut denn auch schon die schönen Ecken an die Zubringer? Kauft Euch ein Fahrrad und Ihr werdet Wunder erleben.
Schlaue Menschen haben errechnet, dass, wenn die Polkappen schmilzen (so in 50 Jahren), wir die Nordsee vor der Tür haben. Das wär’s dann gewesen mit Hamburg, Berlin und Hannover. Palmen und Sand hab’ ich dann vor meinem Fenster.
Überlegt’s Euch! Ist nur ein Angebot.

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