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Buäähäähää…

…der liebe Türken-Opi hat seinen Kiosk an der Ecke jemand anderem vermacht. Dabei war der immer so putzig, wie er da so fast ohne Deutschkenntnisse, nur mit den Namen seiner Produktauswahl ausgestattet, den Laden schmiss.
„Eine Packung Van Nelle Halbschwarz, bitte.“
„Ahhh, Wanelle Halfswatze….Drrrai Oirro achzich.“ Und immer gute Laune dabei, obwohl er kaum über den Ladentresen gucken konnte.
Bestimmt hat er genug Geld zusammen, um in der Türkei für sich und seine Frau einen ruhigen Lebensabend besorgen zu können. Eigentlich gar nicht mal so dumm, das lieber jetzt zu organisieren als nach einem EU-Beitritt des Landes. Da sitzt er dann auf der Veranda seines zusammengesparten Landguts, seine Frau bringt ihm ein schönes heißes Glas Cai und setzt sich dazu. Die Sonne streichelt ihre Falten in den Gesichtern. Ehrwürdige Falten eines arbeitsamen Lebens. Das haben sie sich jetzt aber auch verdient. Der Postbote winkt von Weitem, es gibt ein großes Hallo. Der ständig bekiffte Sohn schickt eine Postkarte aus Deutschland, er konnte sich doch nicht von seinen vielen Angebeteten trennen.
Den Kiosk hat jetzt so’n Jungspund übernommen, renoviert und gleich mal die Preise angezogen.
Nach und nach verändert sich mein Umfeld und Vertrautes zieht seine Bahnen. Das stimmt mich nachdenklich. Vielleicht sollte ich auch einmal etwas mehr Flexibilität beweisen und nicht so sehr auf meine Einkommensquelle schielen, dem BaföG-Amt des Studentenwerks Bielefeld. Bloß wohin?
Als Anregung könnte ich mir ja die Deutschlandkarte nehmen, die ich beim wochenendlichen Blättern in der ZEIT entdeckte. Gedacht war diese Karte dafür, Familien zu zeigen, wo es sich am Besten für sie leben lässt. Aber daraus kann man sich natürlich auch einen prima Umkehrschluss ziehen. Ich guck einfach nach den Orten, die dort lila markiert als „Singlestädte als Durchlaufstationen“ ausgewiesen sind. Bei näherem Betrachten der Karte muss ich mir allerdings wieder Gedanken machen, aufgrund welcher Daten man diese als solche identifiziert hat. Ich kann mir z.B. partout nicht vorstellen, dass Pinneberg so toll sein soll. Und „Ich wohne in Worms“ will ich auch nie sagen müssen. Wie klingt das denn? Genau. Hach, schwer, schwer. Bleib’ ich wohl doch noch ein paar Momente in Bielefeld, einer „Region mit verdeckten Problemen“.
Mach’s gut, Opi. Nein, mach’s besser…

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