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Der Valentinstag…

…kündigt sich bereits in den Medien an. Nicht nur hier auf vielen Startseiten wird man damit zugebuttert, nein, das Fernsehen und die Printmedien schärfen unsere Sinne ebenfalls unerbittlich auf das Geldausgeben in knapp zwei Wochen.
Erinnert sich jemand an die Simpsons-Folge, in der die Unternehmen sich für’s Sommerloch einen neuen Feiertag, den „Liebes-Tag“, erdenken und lediglich Lisa innerhalb der Familie auf die wahren Hintergründe aufmerksam macht? O.K., in der Zeichentrickserie nimmt die Handlung wie so oft eine unerwartete Wendung ein (durch den Verpackungsmüll ermutigt, schwingt Homer sich zum Müllinspektor von Springfield auf), aber wie weit ist es mit diesem einen Tag bereits gediehen?
In anderen Ländern nimmt man den Valentinstag gerne auf und begeht ihn tatsächlich wie einen echten Feiertag (siehe Korea, Japan, Taiwan), dort hat z.B. FedEx alle Hände voll zu tun. Respektable Leistung, gut eingeschlagen, kann man da nur sagen.
Hier ist man ja noch ein wenig reserviert, soweit ich das beurteilen kann. Im Gegensatz zu den eben genannten Gegenden sind wir anscheinend noch nicht so dermaßen medienabhängig, dass uns solche Anlässe permanent ins Bewusstsein gehämmert werden, dass sie irgendwann einen festen Platz dort einnehmen. Mit der Zeit wird sich das bestimmt aber auch ändern (nicht, dass ich es gutheißen würde).
Ich bin allerdings auch nicht ganz von Schuld frei, das muss ich gleich dazusagen. Auch ich hatte mir für diesem Tag einstmals ein ungeheures Quentchen an Kreativität aus den Synapsen gequetscht, um Freude zu bereiten (aber auch nur, weil ich wusste, dass die Adressatin diesen Tag schätzt). Und das war gar nicht mal kostspielig.
Ein ander Mal habe ich ganz kostenlos – als Nettigkeit gedacht – elektronische Valentinskarten versendet. Das erwies sich in einigen Fällen als fataler Fehler, bekamen die Empfängerinnen diese anscheinend in den falschen Hals und dachten, mir sei es damit ernst. Diesen gegnüber musste ich mich fortan diplomatischer als gewohnt verhalten. Diejenigen, die mich besser kannten, wussten es aber als Beweis der Freundschaft zu schätzen. So muss das laufen, wenn überhaupt.
Man kann viel falsch machen. Dass das Beschenken, wenn es einem aufgedrängt wird, eine schier unüberwindbare Gewissensfrage werden kann, lässt sich prima in Florian Illies’ „Anleitung zum Unschuldigsein“ ablesen, Kapitel: „Heute kaufe ich dem Mann mit den Rosen keine ab“. Die Situation kennt wahrscheinlich jeder, der mit einer Angebeteten in einem Lokal sitzt und jemand hält einem unerwartet Blumen unter die Nase.
Der Valentinstag ist natürlich etwas weniger prekär, denn die Angeschmachtete (oder Partnerin) ist ja in den meisten Fällen gar nicht anwesend (oder soll überrascht werden), sonst wäre der Fleuropbringdienst ziemlich witzlos. Jeder Mann weiß, dass Frauen kleine Aufmerksamkeiten mögen, auch wenn sie noch so oft beteuern, dass ihnen nichts daran liegt: Im Fall der Fälle werden sie vor Glückseligkeit quieken und sich am besagten Tag wie eine Schönheitskönigin fühlen, das Selbstbewusstsein himmelwärts und dem Mann, der ihr dieses Gefühl verschafft hat, grenzenlos dankbar.
Tja, was werd’ ich an dem Tag machen? Ehrlich gesagt, ich hadere und weiß es noch nicht…

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