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Hochzeitsstörungen

Hat von Euch eigentlich schonmal jemand erlebt, dass während einer waschechten, im vollen Leben ablaufenden Hochzeitszeremonie einer der Gäste aufsteht, nachdem der Pfarrer nach Einwänden gegen die Ehe fragt („…der möge jetzt sprechen oder für immer schweigen.“) und dann tatsächlich sagt:
„Ja, ich hier.“
In Literatur und Film wird so eine Situation ja sogar erwartet, klar, Handlungen benötigen Wendepunkte, sonst wird’s langweilig. Und in bestimmt der Hälfte aller Liebesschnulzen (ich hab’ aber nicht nachgezählt) kann man sich an dieser Stelle auf etwas gefasst machen. Aber im realen Leben? Wie würde denn da ein solches Geschehen ausgehen? Ich unterstelle einfach mal, dass so etwas tatsächlich irgendwo passiert, denn hey, Eifersucht und Neid gehören zum Menschen wie Schweiß und Haar und außerdem hätte man sicherlich sonst diesen Satz aus dem liturgischen Zeremoniell längst gestrichen.
Da steht dann also Einer (oder Eine), die übrige Versammlung sitzt da wie zur Salzsäule erstarrt und glotzt mit scheunentorgroßen Mündern. Die Einwände werden vorgebracht: Der Bräutigam ist hochverschuldet, die Braut hat ein „Verhältnis“ und überhaupt, wie ich jetzt erst herausgefunden hab’, seid ihr Geschwister. Das Übliche eben.
Und dann? Sieht das Ritual es vor, die Zeremonie zu unterbrechen? Oder würde der Priester, und mit ihm der ganze Rest, brav-bürgerlich so tun, als ob er nichts gehört hätte? Schnell Ringe anlegen, Küssen und nix wie weg. Onkel Karl hatte die Feier wohl wieder mal vorgezogen.
Das würd’ mich mal interessieren…

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