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Nicht länger einsam dank Lucky Strike

Wie der Zufall so balgt, fühlte ich mich gestern an eine Marke erinnert, die uns hier in jüngster Zeit desöfteren über den Weg stolperte. Habe ich doch bei mir im Küchenregal einige Gimmicks von Lucky Strike wiedergefunden, die ich dort vor bestimmt mittlerweile zwei Jahren hinpfefferte und seitdem vergessen hatte.
Ein Promotion-Team musste sie mir in einem Lokal in die Hand gedrückt haben, als sie bereits keine Zigaretten mehr verteilen durften. Stattdessen dachte sich der Mutterkonzern damals wohl andere Wege aus, um dem Jungvolk einen positiven Eindruck von sich zu vermitteln.
Das, was ich dann zur weiteren Belustigung mit nachhause nahm, hatte die Gestalt einer Zigaretten-‚Big Box’, allerdings mit dem Unterschied, dass sich darin ein ‚Flirt-Set’ befand. Neben dem Üblichen, also Streichhölzer zum Feuer anbieten, einem Bleistift zum Nummern notieren (in Form einer Zigarette. Süß) hatten sich die Werbefuzzis aber noch so mancherlei andere Narretei einfallen lassen.
Ich glaube kaum, dass die künstliche Spinne die erhofften Reaktionen beim zarten Geschlecht fruchten lassen wird, zumal das Ding irrsinnig unecht aus der Wäsche guckt und es einem Drahtseilakt gleichkommt, die ‚Kontaktspinne’ unbemerkt auf ihrer Schulter ruhen zu lassen.

„Das ist der Moment, in dem sie Ihnen um den Hals fallen wird. – Wenn Sie eine Frau sind, erschrecken Sie sich bitte selbst.“

Auch gut: Das ca. zehn Zentimeter kurze Seil mit jeweils einer Schlaufe an den Enden.

„Schnell das kleine Abschleppseil herausholen und den Partner mit den Schlaufen quasi um den Finger wickeln.“ Schreck!

Nun gut, aber der Konzern weiß, dass nicht alle Menschen dieser Erde auf Liebe, die in emotionalen Extremsituationen entsteht, bauen und lassen ihnen immerhin die Möglichkeit, durch Gespräche erste Verbindungen zu knüpfen. Bei der Wahl des Objekts kann aber dennoch Unentschlossenen Abhilfe geboten werden, denn es gibt ja noch den ‚Decision-Maker’, einem Würfel, auf dessen sechs Seiten die typischen Attribute des jeweils begehrten Geschlechts auszumachen sind. Für das Weibliche wären dies:
1. Schrill, aber hübsch
2. Rassig, aber still
3. Blond, aber schlau
4. Laut, aber freundlich
5. Klein, aber feurig
6. Elegant, aber frech

Für die männliche Seite sähe das dann so aus:
1. Verwegen, aber harmlos
2. Dick, aber chic
3. Muskulös, aber schlau
4. Klein, aber reich
5. Schlacksig, aber süß
6. Charmant, aber geizig

Nachdem die Würfel nun gefallen sind und z.B. man(n) ein seiner Schicksalswahl entsprechenden Part gefunden hat, darüberhinaus bei geglückter Blickkontaktaufnahme nicht nur lediglich Sympathie, sondern auch ein Lächeln jenseits des Debilentums erhascht hat, bleibt einem noch die Entscheidung darüber, was man(n) denn nun endlich sagt. Zum Glück weiß bei völliger kommunikatorischer Inkompetenz der ‚Taschensouffleur’ Rat. Man(n) kann nun mit sicher vorgekaspertem Ego auf sie zugehen, ihr tief in die Augen sehen und säuseln:

„Können wir nicht zusammen irgendwohin fliegen? Die Schmetterlinge in meinem Bauch sind groß genug um uns zu tragen.“

Sie wird mit Sicherheit abheben wollen.
Andere erste An-Sätze für die männliche Seite werden zur Alternative empfohlen:
-„Ich würde gerne der Grund für deine schlaflose Nacht sein.“
-„Ist das ein Erdbeben? Ich bekomme gerade so wackelige Beine.“
-„Ja, ich habe eine Freundin. Sie weiß nur noch nichts davon.“

Das geht natürlich auch anders herum. Frau darf Mann z.B. mitteilen:
-„Sorry, ich möchte dich nicht dumm anmachen, aber ich hätte nichts dagegen, wenn du es tust.“
-„Denkst du, dass wir einen gemeinsamen Freund haben, der uns einander vorstellen könnte?“
-„Hey, ich habe meine Telefonnummer verloren. Leihst du mir deine?“

Aber es gibt selbstverständlich auch Dinge, bei denen es völlig gleichgültig ist, von welchem Geschlecht sie kommen:
-„Keine Ahnung, wie spät es ist. Solange du da bist, ist noch nichts zu spät.“
-„Mein Name? Oh, ich glaube, ich habe gerade alles vergessen!“
-„Wo meine Freunde sind? – Wohl schon weg. Das ist typisch, die verpassen immer das Beste.“

Gut, dass Lucky Strike auch auf diesem Schlachtfeld für den taktischen Nachschub der Truppen sorgt. Für den weiteren Verlauf des Abends müssten sie jetzt nur noch den kleinen Mann im Ohr vertreiben, der Tipps für jede mögliche kommende Situation gibt, auch, wenn sie noch so prekär und heikel ist. Das wäre mal interessant zu durchdenken, aber, da fällt mir gerade ein, es gibt wohl hierzu bereits jede Menge seltsamer Komödchen und Theaterstadl.

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