Der heutige, bislang ungeschlagene Spruch von der Mediothekshexe:
“Aah, wieder dieser Langzeitstudentenausweis. Na, bald ist die CDU an der Macht, dann hat sich das auch erledigt.”
Völlig baff konnte ich nur herausbringen, dass sie das nicht zu interessieren hätte (übrigens kann man an dem Ausweis die Semesterzahl nicht ablesen und demnach auch gar kein Urteil über meine Studienzeit abgeben).
Wenn der Kaffee wüsste, wie wenig es Mann und Frau auf ihn ankommt, wenn sie sich zu ihm verabreden, wäre er vermutlich das Heißgetränk mit dem größten Minderwertigkeitskomplex.
EDIT: Und ich bereue es, nicht so gut zeichnen zu können. Mir schwebt gerade ein Cartoon mit einem flirtenden Pärchen und schmollenden Kaffeetassen vor.
und anderswo
Eine Bekannte (keine Namen hier) fühlte sich wegen einer kürzlich vorangegangenen Trennung emotional beansprucht und suchte Ausgleich für ihre Libido.
Sie rief daher einen Freund an, der ihr in dieser Situation offensichtlich gerne aushalf. Ihr Anliegen umschrieb sie am Telefon mit folgenden Worten:
„Magst du mich sehen?“
mit deutlicher (und wiederholter) Betonung des Verbs „sehen“. Eine nette Variante, Direktheit zu vermeiden, indem man einen anderen als den eigentlich gemeinten der fünf Sinne heranzieht. Das Auge isst nicht nur mit, es isst. Visuelles Verschlingen.
Vielleicht findet die Kirche daran gefallen, wenn wir bald zurück in bible-speech im Sinne von „Und Lot erkannte seine Frau und sie gebar ihm…“ verfallen *g*.
P.S.: Sprechen nicht auch gewisse Menschen aus Prüderie predigenden Religionen beim männlichen Glied von der „einäugigen Schlange“, wenn sich Geschlechtsverkehr vor der Ehe anbahnt?
Aus einer Erhebung mit 139 Jugendlichen von Klasse acht bis zwölf (1999). Süß (teilweise).


Heute ist der Tag der Woche, an dem ich zumindest ein wenig Zeit für den Feuilleton-Teil der ZEIT aufbringen kann und stieß direkt auf die Kolumne von Sibylle Berg, die ich im Normalfall übersehe. Aber heute las ich bei ihr über ein Thema, das mich interessiert und das guten Anlass für Gesprächsstoff geben könnte (und ich kann mir bereits denken, dass zumindest einer darauf reagieren wird *g*).
Leider gibt es heute (18.05.05) noch keine Online-Version dieser Kolumne zu lesen, daher schildere ich kurz, worum es geht.
Neulich ließ ich mich ja kurz einmal dazu hinreißen, die Begriffsunterschiede einsam vs. allein anzusprechen und äußerte, dass, sobald ich mich unter Menschen aufhalte, die auch am Seelenleben der anderen interessiert sind, fühlte ich mich nicht besonders einsam. So weit, so gut. Das ist mein subjektives Empfinden.
Frau Berg nimmt nun die zunehmende Vereinsamung in der Gesellschaft unter die Lupe.
Die zunehmende Einsamkeit des Menschen der Jetztzeit beruht in großem Maße auf der individuellen Überschätzung des eigenen Marktwertes. Des Sozialstatus und des Aussehens. Wie kam es dazu, dass jeder von der Natur mit durchschnittlicher Attraktivität ausgestattete Singlemensch sein Selbst wie in einem Vexierspiegel sieht und nach Heidi Klum lechzt?
Frau Berg macht das Streben nach Individualität und eine daher häufiger beobachtbare Selbstüberschätzung, sogar Größenwahn, für zunehmende Einsamkeit in der Zivilgesellschaft verantwortlich. Wenn wir dies vermeiden wollen, müssten wir demnach unsere Ansprüche senken.
Ist das so? Existiert eine soziologisch-psychologische Untersuchung dazu mit entsprechenden Ergebnissen? Dieser allgemeingültige Anspruch bereitet mir etwas Angst. Fühlt Frau Berg sich etwa hässlich? Oder ist in jemanden verliebt, der aber lieber nach dem Schönheitsideal entsprechenden Frauen schielt?
Zugegeben, es gibt Momente, da teile ich diese Ansicht. Mit besonders schlechter Laune ausgestattet halte ich sogar alle um mich herum für völlig verrückt. Wenn ich mich aber zurückbesinne und den roten Faden entlang meiner eigenen Verliebtheiten gehe, muss ich entdecken, dass Äußerlichkeiten niemals der ausschlaggebende Grund dafür gewesen waren. Interesse an mir, meiner Person, meinem Fühlen und Denken sind die Dinge, die mich plötzlich die andere Person schätzen lassen. Aber das könnte natürlich auch schon als zu egozentrisch gelten, womöglich ‚größenwahnsinnig’. Und obendrein als mal wieder zu subjektiv und individuell (!).
Regen wir die Debatte mit Frau Bergs Schlussworten noch etwas weiter an:
Es ist eher ernüchternd zu sehen, wie wir alle einander gleichen, in unseren kleinen Träumen und Sehnsüchten, in unseren Ideen und dem Aussehen, wenn wir das akzeptierten, uns als Teilchen eines großen Ganzen begriffen, mit einer sehr begrenzten Haltbarkeitsdauer, könnten wir erleichtert aufatmen, dankbar sein, irgendeinen Menschen zum Teilen der Nichtigkeit zu finden, ein Dach, eine Decke, ein Buch, wir könnten uns gestatten, uns nicht wichtig zu nehmen, und die Welt wäre ein erfreulicherer Ort.
Klingt, als hätte ich das alles schon einmal gehört oder gelesen (bloß wo?). Sponsored by Bundesministerium für Familie.
Na, dann husch, husch, Ansprüche senken und die Generationen Golf I-V vor dem Aussterben retten.
Zum gestrigen Kneipenbummel traf ich mich mit dem B. und ihrer Freundin S. Aufgrund der Bielefelder Witterungsumstände trug das B. einmal mehr ihren Kapuzenmantel.
1. Dieser erinnert mich jedes Mal erneut an die Kleidungsgewohnheiten kleiner Kinder in Horrorfilmen oder Thrillern, in denen diese plötzlich unvermittelt die Axt schwingen oder ähnliches.
2. Ein Film, der mir dazu einfiel, war ‚Flatliners’, in dem der Charakter Kiefer Sutherlands nach seinem ersten Trip über die Nullinie von einem früheren Spielkameraden geplagt wird. Dieser kleine Rotzlöffel hieß im Film Billy Mahonie.
3. Billy Mahonie ist gleichzeitig der Name einer britischen Instrumental-Rockband, die im Jahr 2001 ihren wohl einzigen etwas erfolgreicheren Hit „Dusseldorf“ landete (ist zumindest auf einem Spex-Sampler vertreten).
4. Dieser Hit war vermutlich als eine Hommage an die Düsseldorfer Szene um Kraftwerk, Can, NEU!, La Düsseldorf usw. zu verstehen. Dort gab es – soweit ich mich entsinne – sogar einen Popbeauftragten der Stadtverwaltung.
5. Der hätte heute nicht mehr allzuviel zu tun und müsste sich nur noch um ein paar bekannte Größen kümmern wie z.B. Die Toten Hosen.
6. Und zum heutigen Konzert der Hosen haben das B. und S. bereits Karten.
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Begriffe, über deren Bedeutung meine Meinung der von anderen Leuten anscheinend entgegensteht, sind die der Einsamkeit und des Alleinseins. Wobei man allerdings noch unterscheiden müsste zwischen dem einsam sein und allein fühlen bzw. einsam fühlen und allein sein.
Ich behaupte für mich, dass ich eigentlich recht selten alleine bin. Das liegt daran, dass ich nunmal aus irgendeinem Grunde jede Menge Menschen kenne, sei es durch das WG-Leben, die Uni oder die mittlerweile doch recht holprig anmutende Vita. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich nicht einsam fühlen könnte. Denn es gibt ja auch einige Leute, die sich zwar gerne über Trends in allerlei Gestalt äußern, aber nie am Seelenleben der Person Anteil nehmen wollen. Wenn ich mich zwischen Personen letzteren Schlags wiederfinde, ist das Einsamkeitsgefühl plötzlich ganz schnell vorhanden.
Aber ich kenne inzwischen viele, die diese beiden Begriffe genau umgekehrt benutzen. Liegt das Manko in meinem Sprachgefühl verborgen oder in deren? Und welche ist die korrekte Verwendungsweise? Hm.
Zwischen den beiden Gefühlen/Zuständen gibt es aber viele Nuancen und Abtönungen oder, wie man in den Geisteswissenschaften so oft zu Ohren bekommt, „die Grenzen sind da eher fließend“. Berühmt aus Film und Fernsehen ist zum Beispiel der Satz, es sei doch schön, „wenn man mal zusammen schweigen kann“. Da ist durchaus etwas dran.
Eine andere Variante ist die, wenn man gewisse, ansonsten nicht ausgesprochene Feststellungen über sein Gegenüber kundtut, ohne gleich mit Sanktionsmaßnahmen rechnen zu müssen. Das Beispiel par excellence hierzu:
„Du, dir hängt da was!“
Gut, dass es nette Mitbewohner gibt ![]()
Und da wir gerade das WG-Leben thematisch leicht angeschnitten haben: Fabelhaft sind die Erfindungen, die nach dem Verlassen der Toilette die dort nötige Frische für die Nachkommenden wieder herstellen. Ebenso wunderbar wären einige Neuheiten, die dafür sorgten, dass die bei der Entstehung dieser Gerüche manchmal mit einhergehenden Geräusche unterdrückt werden. Aber, wie gesagt, wir sind nicht alleine, auch außerhalb unserer vier Wände. Und es ist schön, wenn wir mal zusammen einfach nur dasitzen können und nichts sagen müssen.
Wenn der hier meckert, mach’ ich das auch (nachäff-modus ein).
Da hab’ ich mir heute, an meinem seit Neuestem freien Tag, vorgenommen, für morgen Nietzsches „Die Geburt der Tragödie“ mal eben durchzuackern, und stelle fest, dass das wohl nicht so schnell und einfach erledigt ist, wie ich es von anderen seiner Arbeiten gewohnt bin. Würde ich Herrn N. gegenüberstehen – Gott, haha, hab’ ihn selig - , sagte ich ihm das Gleiche, was ich seinem Text mehrmals entgegenrufe: „Mann, jetzt komm doch mal endlich auf den Punkt!! Was willste denn nun!?!?“
Literarisches Schreiben im philosophischen Diskurs ist ja schön und gut. Aber das hier ist einfach hirnschwurbulös. So nimmt es nicht Wunder, dass ich mich gedanklich permanent in Wolkenkuckucksheim wiederfinde, aufschrecke und denke: „Alles klar, nochmal von vorn.“
Ich sollte rausgehen und mich ablenken. Evtl. für zwei Stunden an die Uni und das christlich geprägte Abendland verlassen, um mir den dort präsentierten Film „Beijing Bicycle“ anzusehen. Ich überlege noch etwas. Vielleicht hat mich Herr N. gleich soweit.(nachäff-modus aus)
EDIT: So, wieder zurück aus Peking. War ein netter Kurztrip, gerne wieder. Aber ich frag mich, welcher neumodische Teufel mich geritten hat, hier durch den Filmtitel angeregt ‘Beijing’ zu schreiben. Schließlich sag ich auch nicht “Ich komm gerade aus Roma” oder so….
So, mein unerklärlicher Muskelkater ist wieder verflogen. Er hat sich damit aber bis heute morgen Zeit gelassen. Gestern abend war er frisch und fröhlich in meinen Fasern zur Tat, und in der Nacht muss er sich klammheimlich davongemacht haben.
Wie ich aber erst vor Minuten feststellen musste, handelt es sich allem Anschein nach dabei um eine neue und noch nicht benannte Infektionskrankeit, denn meine Mitbewohnerin, die an und für sich recht sportlich ist, wurde ebenfalls von ihr befallen. Ohne den Grund zu kennen, war es auch ihr heute beinahe nur möglich, über den Fußboden zu robben. Immerhin bin ich mit meinen Beobachtungen so weit fortgeschritten, dass ich voraussagen kann, danach würde sich eine entsetzliche Trägheit einstellen (und DIE konnte man heute an mir nun wirklich ohne größere Mühe bemerken). Ich werde weiter darüber Nachforschungen aufstellen und ständig mein Notizbuch zücken, hauptsächlich aber, weil ich mir aus reinem Narzissmuss endlich mal einen Namen, der meinen eigenen beinhaltet, für etwas neu entdecktes ausdenken kann. Auch, wenn es sich dabei womöglich um eine neue Krankheit handelt.
Mit der neu gewonnen Trägheit saß ich dann auch in bester Gesellschaft in der Uni und ließ mich nur noch von vorbeiflanierendem Personal grüßen. Der besten Gesellschaft fiel daraufhin auf, dass ich keine fünfzehn Minuten lang ohne einen Gruß zu irgendjemandem auskommen könnte. Das war stark untertrieben. Ich ließ mich nämlich mindestens alle fünf Minuten von mitleidenden Personen grüßen, die mir wahrscheinlich den Menschen bereits im Gesicht ansahen. Ich neige zur Überdramatisierung.
Was anderes.
Es häufen sich die Angewohnheiten von Bekannten und Freunden, mir, wenn sie sich mir unbemerkt von hinten nähern, am Hinterkopf herumzuschnubbeln um mich zu überraschen. Das ist neu und ungewohnt. Aber nicht unangenehm…
Heute bemerke ich mein Alter. Ich wäre heute eigentlich an der Reihe, die WG zu putzen, musste aber eben gerade meine Mitbewohnerin an-smsen, ob sie denn nun wirklich vorhabe, ihre kritische Großmutter mitzubringen. Glücklicherweise hat diese sich erst kurzfristig entschieden, ihren Besuch hier morgen anzutreten. Zum Wienern der Hütte wäre ich jetzt nämlich nicht imstande gewesen. So bin ich zwar schon sehr lange wach, konnte mich aber erst vor ein paar Stunden rühren, denn ich verspüre in jedem Winkel meines Körpers einen höllischen Muskelkater. Dabei stellt sich mir die Frage: Wovon nur, wenn ich mir doch keiner gestrigen Anstrengung bewusst bin?
Also rekapitulieren wir einmal. Den ganzen Samstag über habe ich mich damit herumgequält, etwas für die Uni tun zu müssen und es dann konsequent bleiben zu lassen. Gegen Abend traf ich mich mit dem Herrn Bruder zum Bier und zur Präsentation seiner neuen musikalischen Ergüsse, woraufhin wir in den siebtbesten Club Deutschlands gingen. Dort angelangt, schwang ich aber nicht das Tanzbein, sondern stand hörend am Rand des Geschehens und sinnierte zum Beispiel über den genialen Schachzug Berry Gordys, seinerzeit dessen Sekretärin Diana Ross vor’s Mikrofon zu stellen, um mit den Supremes Amerikas Musikgeschichte zu revolutionieren. Fantastisch, was man mit 400 $ Startkapital so alles erreichen kann, um die Welt dann mit Hits wie „Nowhere to run“ oder „You can’t hurry love“ zu bereichern. So in etwa schweifte mein Kopf in Auszügen ab, aber diese Gedanken haben mich physisch nicht sonderlich beansprucht und einen Kater habe ich im Kopf auch nur vom gleichzeitig genossenen Bier.
Dass die kleine * meinen Hals zwischenzeitig aufgrund ihrer Körpergröße und der Lautstärke mit Neuigkeiten benetzte, führte auch nur bis dahin und nicht weiter. Es sei denn, mit mir ist in der Nacht irgendetwas geschehen, von dem ich nichts weiß und nichts bemerkte, und dieses Etwas wäre auch noch so frei gewesen, mich dann in mein Bett zu tragen. Aber mein Bewusstsein blieb mir die ganze Zeit über treu.
Ja, ich merke schon, die Ursache der Schmerzen wird für mich nicht mehr ausfindig gemacht werden können. Oder vielleicht rücke ich doch unaufhaltsam in die Werbezielgruppe des ZDFs. Wer weiß?


