Im Großen wie im Kleinen
Geschrieben am 5 Juni 2005
Gerade eben hielt ich mich ja noch bei der FoeBud-Veranstaltung zum Thema Bertelsmann und seine politische Einflussnahme auf. Leider – und das hab’ ich mittlerweile häufiger erlebt – müssen Menschen, die Bücher schreiben, nicht unbedingt die besten Referenten sein. Dennoch (vor allem aufgrund der Einwürfe aus dem Publikum) empfand ich den Vortrag als sehr informativ. Allerdings war ich mit Sicherheit nicht der Einzige, den der Hang des Vortragenden zur Schilderung von historischen Entwicklungen störte.
Eine kleine, nicht selten gebrauchte Wendung, die in seinen Ausführungen für die Beziehung zwischen B.-Konzern und B.-Stiftung stand, verschaffte mir bei gedanklichen Spielereien und Übertragungen in andere Lebensbereiche einen amüsanten Aufenthalt in weit entfernte Sphären.
Man stelle sich nur mal diese kleine Szene vor: Lange Zeit schon dürstet man nach der Hingabe der Angebeteten und endlich einmal allein und unter vier Augen, vielleicht bei Kerzenlicht und einem vorzüglichen Wein, nimmt man sich ein Herz und erhofft die Angeschmachtete mittels folgender Frage zu seiner Lebensabschnittsbegleiterin zu erobern:
„Willst du mit mir eine demokratiegefährdende Symbiose eingehen?“
Bloß, wie soll so etwas dann aussehen? Womöglich als Beziehung mit völliger Gleichgültigkeit der Umwelt gegenüber (ein bisschen Anarchismus ist in Liebesdingen natürlich auch wünschenswert)? Durchaus eine hochromantische Vorstellung, wie ich finde. Sich einen Dreck um die anderen und deren Meinungen zu scheren. Und allein durch die Existenz einer solchen Verbindung systemumstürzlerisch zu wirken (es geht nur um das Potenzial). Wenn bei Symbiosen nur nicht der Nutzwert so sehr im Vordergrund stünde…
So, und jetzt gucke ich mir fliegende Asiaten auf Pro7 an. In “Tiger & Dragon” gibt’s auch so viele Kampf-Metaphern für Differenzen zwischen Mann und Frau *g*.

