(Kleines) Virtuelles Juchhu im Tai-Wahn
Geschrieben am 10 Juli 2005
Auch ich tue ja ziemlich viele Dinge virtuell.
Ich handhabe nunmal wie viele Informationen und gestalte diese auch. Passe sie einem augenfreundlichen Umfeld an. Unterhalte mich per E-Mail mit Leuten, die sich irgendwelche Nicknames ausgesucht haben, über genau diese Dinge. Gespenstisch ist das manchmal schon. So ist das an der Uni. Nichts, was ich und viele andere herstellen, ist greifbar, sondern dient einzig und allein dem Zweck, uns die Welt und deren Deutung ästhetisiert näher zu bringen.
Aber Virtualität ist bereits länger eine moderne Herangehensweise an WELT geworden. Alles ist nur zum Angucken da, Anfassen ist mehr und mehr verboten.
Aber was rede ich. Wie gesagt, auch ich kann schließlich nicht mehr ohne neue Technologien auskommen. Es gibt auch eine Menge Vorteile.
Immerhin hatte ich dadurch heute wieder Kontakt zu einer sehr schönen, aber weit entfernt wohnenden Frau, die ich schon lange nicht mehr face-to-face gesehen habe. Und wahrscheinlich auch nie mehr zu Gesicht bekommen werde. Ich habe ihr daraufhin eine Gute-Nacht-Geschichte improvisiert und schnell mal über knapp siebeneinhalbtausend Kilometer auf ihr Notebook nachhause geschickt.
Eine kleine, aber durchaus hochromantische Vorstellung: Da gibt es eine Schönheit, die manchmal an mich denkt, auf einer Insel am anderen Ende der Welt. Ich glaube, diese Vorstellung möchte ich pflegen. So bin ich eben.
Das muss mein reales Leben (obwohl, das gehört ja dazu) ja nicht beeinflussen. Das mit dem so lala. Das ohne Juchhu.

