Shí miàn máifu
Geschrieben am 19 August 2005
Jedes, wirklich jedes Mal, wenn ich neuerdings einen chinesischen Blockbuster sehe, spielt Zhang Ziyi dort mit. So geschehen erst gestern abend wieder bei „House of the flying daggers“. Es muss anscheinend eine der ersten, mit der KP vertraglich festgelegten Bedingungen sein, dass man sie irgendwo zwischen den Mitwirkenden unterbringt. Sonst darf man in China nicht drehen.
Und in Analogie zu den Berühmtheiten, die sich irgendwelche Körperteile für hohe Geldsummen versichern lassen, scheint es Frau Zhang gelungen zu sein, eine solche Police für ihr Alter durchzudrücken. Die Frau altert einfach überhaupt nicht (aber das erwähne ich ja nicht zum ersten Mal).
Dennoch, ein schöner Film mit atemberaubenden Bildern und einer ziemlich verworrenen Story (wer spioniert jetzt eigentlich wen aus?) und häufigen Richtungswechseln. „Aus zehn Richtungen aufgelauert“, das entspricht so in etwa einer Übersetzung des Originaltitels, die im Deutschen einfach unglücklich gewählt klänge, aber recht deutlich und knapp die Dynamik des Films komprimiert wiedergibt. Zwischenzeitig hatte ich die Vermutung, hier wird ein Kampf der Geschlechter vorgeführt, da auschließlich Frauen den Rebellen angehörten.
Ein paar Lacher – wenn auch vermutlich unbeabsichtigt – wurden auch geboten.
„Drei Jahre lang habe ich auf dich gewartet…und du verliebst dich in ihn…in nur drei Tagen….Warum?“ stellt ein äußerst phantasieloser Leo an Mei die Frage nach den Gründen ihrer neuen Liebe, und, nachdem er diese tötet (denn sie darf ja nicht in die Hände eines anderen) und es zum Gefecht mit dem Rivalen kommt, richtet sich diese, längst totgegelaubt, plötzlich wieder im wehenden Schnee auf, um in den letzten Zügen Schlimmstes zu vereiteln. Was hab ich geschmunzelt.


