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Tschüß sagen

So langsam holt das Leben und damit der Tod auch meinen Freundeskreis ein. Nicht mehr nur Vertreter der älteren Generationen wie z.B. der Opa von Freund X werden mit dem Lebensende in Verbindung gebracht, nun geschieht es auch, dass man Freunde selbst in diesem Kontext nennt und es mag egoistisch klingen, wenn mir jetzt einfällt, wie sehr mir meine eigene Sterblichkeit dabei bewusst wird.
Eine Freundin, die ich sehr gern mochte und die eigentlich jeder Mensch auf Anhieb lieb haben musste, ist auf dem Weg zur Arbeit in einem Verkehrsunfall aus dem Leben gegangen worden. Nachdem sie beschlossen hatte, diese Fahrt (in Boston) erstmals allein auf sich zu nehmen.

Für Nachrufe oder ähnliches halte ich dieses Medium hier nun für ganz und gar ungeeignet. Aber Freund E. meinte am Telefon, erst, als er es mir mitteilte und die Fakten aussprach, hätte er sie auch wirklich geglaubt. Alles andere, worüber man grübelt und was einfach zu realitätsfern erscheint, das behält man ja nur zu gerne für sich. Das ist – für diese Situation – sehr scharfsinnig beobachtet, auch mir geht es nicht anders und so muss es heraus. Sonst platzt etwas.
Mir fallen nämlich wieder so viele Dinge ein, die man gemeinsam unternommen und erlebt hat, damals bis heute. Enthusiasmus, (Mit-) Menschlichkeit und stundenlange Radfahrten unter sommerlichen Sternenhimmel, daran denke ich zuerst bei ihr. Wie stark ihre Fähigkeit zu lieben und ihr Glaube daran war, so dass sie sogar beschloss, ihrem Freund in die Staaten zu folgen.
Und so möchte ich mir am liebsten irgendeine Instanz, die man zur Verantwortung ziehen kann, zur Brust nehmen und fragen: „Warum nur? Warum ausgerechnet SIE?“
Doch so ein Gericht existiert nunmal nicht, es wird nicht über eine bestimmte Person nach einem Gusto oder einem Schicksal entschieden.
Erst jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem es nicht mehr möglich ist, möchte ich ihr noch vieles sagen. Aber das geht nun nicht mehr. Ich glaube nicht an irgendeine Art des Daseins nach dem Tod außer der Erinnerung in den Köpfen der Verbliebenen. Darum kann ich auch nur mir selbst und anderen diese Erinnerung lebendig halten, wenn ich sage: „Mach’s gut, Nana.“

Ein Trackback/Pingback

  1. Kondolenz im Blog | killefit.net on Montag, 2. Februar 2009 um 11:56

    […] sagen Teil I, II, III und […]

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