Später
Posted on Oktober 17, 2005
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Tja, mit dem Titel dieses Blogs „Killefit“, also einer westfälischen, wenn nicht gar niederdeutschen (der Autor ist sich da gerade nicht so ganz sicher) Bezeichnung für Dinge, die der Bezeichnende in seiner Bedeutung subjektiv herabsetzt, hatte der letzte Beitrag so rein gar nichts mehr zu tun. Das war und ist eine bitterernste Sache und deshalb hatte ich dafür auch die Kommentarfunktion außer Kraft gesetzt.
Aber wie ich bereits hier ankündigte: „Das eigene Leben beschäftigt manchmal doch ein wenig, und darum gibt es nicht wenige Live-Splitter hier“.
In der letzten Zeit ist mir nämlich aufgefallen, dass hier quantitativ sogar mehr und mehr tatsächliche Erlebnisse eine Rolle spielten. Und wenn ein völlig fiktiver Text auftauchte, war er häufiger durch das reale Leben inspiriert, als es sonst der Fall war.
Vielleicht ist es auch nur eine Phase, aber momentan würde ich den – in einem anderen Kontext äußerst bedenklichen – Satz Ich kann mich nicht mehr ausschalten mehr als nur unterschreiben.
Der heutige Tag und die Hiobsbotschaft der vielen Hiobsbotschaften, die mich neuerdings heimsuchen, noch dazu die Frage, wie man sich verhalten soll usw. haben mich ein wenig aufgemürbt.
Mein Dank gilt erneut Frau 3und20 für die nette Zerstreuung (und der früheren Mitbewohnerin F. für den Anruf). Aber ich bin immer noch gespannt darauf, ob ich einschlafen kann.
Tschüß sagen
Posted on Oktober 16, 2005
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So langsam holt das Leben und damit der Tod auch meinen Freundeskreis ein. Nicht mehr nur Vertreter der älteren Generationen wie z.B. der Opa von Freund X werden mit dem Lebensende in Verbindung gebracht, nun geschieht es auch, dass man Freunde selbst in diesem Kontext nennt und es mag egoistisch klingen, wenn mir jetzt einfällt, wie sehr mir meine eigene Sterblichkeit dabei bewusst wird.
Eine Freundin, die ich sehr gern mochte und die eigentlich jeder Mensch auf Anhieb lieb haben musste, ist auf dem Weg zur Arbeit in einem Verkehrsunfall aus dem Leben gegangen worden. Nachdem sie beschlossen hatte, diese Fahrt (in Boston) erstmals allein auf sich zu nehmen.
Für Nachrufe oder ähnliches halte ich dieses Medium hier nun für ganz und gar ungeeignet. Aber Freund E. meinte am Telefon, erst, als er es mir mitteilte und die Fakten aussprach, hätte er sie auch wirklich geglaubt. Alles andere, worüber man grübelt und was einfach zu realitätsfern erscheint, das behält man ja nur zu gerne für sich. Das ist - für diese Situation - sehr scharfsinnig beobachtet, auch mir geht es nicht anders und so muss es heraus. Sonst platzt etwas.
Mir fallen nämlich wieder so viele Dinge ein, die man gemeinsam unternommen und erlebt hat, damals bis heute. Enthusiasmus, (Mit-) Menschlichkeit und stundenlange Radfahrten unter sommerlichen Sternenhimmel, daran denke ich zuerst bei ihr. Wie stark ihre Fähigkeit zu lieben und ihr Glaube daran war, so dass sie sogar beschloss, ihrem Freund in die Staaten zu folgen.
Und so möchte ich mir am liebsten irgendeine Instanz, die man zur Verantwortung ziehen kann, zur Brust nehmen und fragen: „Warum nur? Warum ausgerechnet SIE?“
Doch so ein Gericht existiert nunmal nicht, es wird nicht über eine bestimmte Person nach einem Gusto oder einem Schicksal entschieden.
Erst jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem es nicht mehr möglich ist, möchte ich ihr noch vieles sagen. Aber das geht nun nicht mehr. Ich glaube nicht an irgendeine Art des Daseins nach dem Tod außer der Erinnerung in den Köpfen der Verbliebenen. Darum kann ich auch nur mir selbst und anderen diese Erinnerung lebendig halten, wenn ich sage: „Mach’s gut, Nana.“
Herbstmode
Posted on Oktober 15, 2005
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Zirka zweieinhalb Stunden Gefrickel und Geprukel und dank der Kunstfertigkeiten des Mediengestaltungsgenies Marc Tönsing besitzt dieses Blog jetzt auch ein neues Outfit.
Marc hat sich jedenfalls mindestens einen Salat von Tripoli verdient.
Abendgestaltungen
Posted on Oktober 15, 2005
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Alles langweilig. Disko, Parties etc.
So gestaltete sich der Ausklang des gestrigen Abends, der über mehrere Stationen verlief und im Forum endete. Unterhalten kann man sich da eh’ nicht und neue Leute kennenlernen ist eigentlich so gut wie unmöglich. Die Menschen, die man dort grüßt und sich – wenn überhaupt – mit ihnen unterhält, sind bereits von wesentlich netteren Gegebenheiten bekannt.
„Ich werd’ langsam zu alt für sowas“, wollte ich beinahe kundgeben. Aber dort schlurften ja noch wesentlich ältere Zeitgenossen als ich durch die Gegend. Was erhoffen die sich alle bloß?
Ein wenig tat es mir leid, Frau 3und20 auf diese Art und Weise von ihrem Kurztrip wieder hier zurückzubegrüßen und rückblickend waren die ersten Unternehmungen des Abends auch die wesentlich angenehmeren. Man hätte es dabei belassen sollen.
So überlege ich, ob ich nicht am heutigen Abend nur dem Wortpalast meine Aufwartung machen soll und den anschließend geplanten Besuch im Kamp wieder sausen lasse.
Herbst, Zeit, lose Telefonate und E-Mails
Posted on Oktober 14, 2005
Filed Under Z - Die letzte Kategorie (oder \"Mal im Ernst\") | Leave a Comment
Heute, später am Abend, rief mich F., die frühere Mitbewohnerin, an und wir führten ein langes Gespräch. Eigentlich bin ich es gewohnt, dass diese Unterhaltungen ziemlich derb und direkt ausfallen können. Aber seit einiger Zeit meine ich zu bemerken, dass unsere Gesprächsinhalte eine andere Richtung annehmen oder Qualität erreichen.
Vielleicht liegt es auch an der sich androhenden kälteren Jahreszeit, dass wir plötzlich darüber reden, was wir über Beziehungsdinge denken, auch, was wir uns wünschen und wie wir uns momentan fühlen. Dass ich über letzteres offen spreche, ist nicht selbstverständlich und meist können nicht einmal die allernächsten Blutsverwandten von sich behaupten zu wissen, wie es mir denn nun wirklich geht.
Das ist eigentlich mal wieder etwas für die Rubrik “Moderne Zeiten”: Mama und Papa wissen nix, aber zwei ehemalige WG-Mitbewohner tauschen sich zwischen Bielefeld und Düsseldorf über zum Beispiel meine halbherzigen Annährungsversuche zu Frauen aus, die im Nichts versanden mussten, und geben sich die Klinke mit Informationen über die unglaublich sonderbaren Annäherungsversuche, die an F. gerichtet wurden.
Eine andere Freundin/Bekannte, die unheimlich gern Kupplerin spielt oder mir weismachen will, welche Frau gut zu mir passen würde, hatte mich durch ihre Transaktionen schon oft beinahe in Teufels Küche gebracht. Da ich diese Art Anmaßung überhaupt nicht leiden kann, wehrte ich mich ihr gegenüber oft mit den Worten: „Das kann ich jetzt überhaupt nicht gebrauchen, ich habe jede Menge zu tun und das würde mich nur ablenken.“ Oder so ähnlich.
Das stimmt zwar nicht im Geringsten, da ich der Ansicht bin, dass, wenn man die richtige Partnerin fände, könne das auch einen beruhigenden Rückhalt verleihen (im Gegensatz zu meiner momentanen Totalunruhe), aber mir ist diese Art von Trotzreaktion schon so sehr in’s Blut übergegangen und ich habe bereits so oft Sätze wie diesen oder „Keine Zeit, ich muss den Kopf frei haben“ von mir gegeben, dass ich mittlerweile gar nicht mehr merke, wenn ich derlei Sachen äußere.
Ich redete über den Gegensatz von Alleinsein und „sich trotzdem einsam fühlen“, dass auch Gedanken hierüber den Kopf sehr belasten können und zwar meistens genau dann, wenn man ihn für wesentlich wichtigere Dinge benötigt.
Dass F. – nachdem ich ihr diese Überlegungen schilderte – dem zustimmt, war für mich völlig neu. Ich hatte sie noch als die rastlose, nächtelang durcharbeitende Frau in Erinnerung, deren Kunst- und Design-Projekte glasklar allerhöchste Priorität genossen und die an persönliche Bindungen keinen Gedanken verschwendete.
F.: Ich wäre jetzt zu gerne da bei dir.
Ich: Das wäre Quatsch, wir würden uns verfehlen. Ich wäre jetzt nämlich nur zu gerne dort bei dir.
In der Zeit, in der F. hier wohnte, führten wir ein perfektes Nebeneinander-Leben. Während sie malte, kochte, bastelte, konnte ich ruhig in der Küche sitzen und mich trotzdem auf ein Buch konzentrieren, ab und an über die Gewohnheiten des jeweils anderen herumflaxen. Erhielt unsere Dritte im WG-Bunde, A.-L., Besuch von ihrem Freund, war das auch nicht weiter schlimm, denn wir beiden Singles hatten ja noch uns. Das führte so weit, dass die Nachbarin C., gleichzeitig Kommilitonin von F., uns noch heute für „wie füreinander geschaffen“ hält.
All diese Erinnerungen, die womöglich auch F. gerade wieder lebendig wurden, führten vermutlich zu obigen beiden Sätzen. Und nicht nur dazu.
„Langsam kommen wir nunmal in das Alter, in dem man über diese Sachen nachdenkt“, sprach sie.
„Du? Was soll ich denn dann sagen?“ entgegnete ich, denn meine nächste Dekade rückt unaufhaltsam näher und sie hat immerhin noch ein bisschen mehr Zeit bis dahin als ich.
Von ihr kam dann auch ein Vorschlag, mit man meiner Meinung nach keine Scherze treiben sollte. Sie meinte, wenn wir mit 45 immer noch Singles sind, müssten wir heiraten.
Als ich diese Worte vernahm, bei dem ersten Halbsatz, der die Bedingungen liefert und noch auf die Konsequenzen wartet, schlingerten bereits meine Gedanken daran und darüber, wie ich denn bitte auf so etwas reagieren sollte. Denn das kommt ja einer Fristsetzung sehr nahe. Oder einer Gewährszeit. Oder einem Freibrief zum Herumtollen für die Zeit bis dahin. Aber dann.
Wenn Du oder ich niemanden passenderes finden solltest, dann…. Wie soll man mit so etwas umgehen? Man kann das durchaus auch als Beleidigung auffassen, wenn man will („Wie? Bin ich dir nicht passend genug?“), und ich muss zugeben, dass ich diesen Gedankengang für den Bruchteil einer Sekunde auch hatte.
Aber als sie dann zuende gesprochen hatte, wurde mir der Komplimentsaspekt des Ganzen bewusst. Ich erläuterte ihr dann, was ich im Folgenden tat. Ich warf mich vor den Monitor, rief die Seite FutureMe.org auf und schrieb eine E-Mail, die mich selbst in fünfzehn Jahren erreichen soll:
„Hallo! Halt Dich fest, ich muss Dich an etwas erinnern: Vor genau fünfzehn Jahren hast Du eine Abmachung getroffen. Falls Du jetzt immer noch Single sein solltest, dann musst Du F. heute DIE Frage stellen.“
Das war natürlich in erster Linie nur Spaß. Aber nur in erster.
Demnächst sollte ich sie vielleicht mal für ein paar Tage besuchen, um die Erinnerung aufzufrischen, wie das überhaupt ist, mit ihr zusammen zu l-e-b-e-n. Vielleicht ist das ja plötzlich alles komplett anders. Wer weiß das schon?
P.S: Somit wurde es auch hier einmal ziemlich persönlich ![]()
Mehr Pflichten, juchhu!
Posted on Oktober 13, 2005
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Nachdem M., ein befreundeter Friseur von C., gestern abend seine Kunst in einem wahren Marathon an sechs Personen inklusive mir versuchte, gingen wir geschlossen mit unseren neuen „Frisen“ (O-Ton K.) zu einer Art Empfang in die Design-FH.
Dort wurde der neue Dekan nach Beendigung seiner Veranstaltung mit einer Party überrascht. Kaum traten er und seine Seminarsteilnehmer aus dem Saal, in dem er kurz zuvor anlässlich des Themas „Ängste“ den Film Alfred Hitchcocks „Vertigo“ gezeigt hatte, streckten ihm zahlreiche Leute die Hände und Gläser entgegen, um ihm zu seinen neuerworbenen Aufgaben und Pflichten zu gratulieren. Dazu überreichten sie dem Gefeierten eine Lederkutte mit den auf den Rücken geschriebenen Worten „Chief Rocker“.
Diese Szene und die durchaus als ausgelassen beschreibbare Stimmung im weiteren Verlauf des Abends (Freibier, DJs, Tanz usw.) wirkten dann doch sehr befremdend auf mich. Wenn ich mir vorstellte, dergleichen würde ich an der Fakultät für Linguistik und Literatur tun und den ein oder anderen Professor auf diese Art und Weise dafür beglückwünschen, dass ihm eigentlich lästige Aufgaben übertragen wurden, exmatrikulierten diese mich höchstwahrscheinlich umgehendst.
Da tat sich mir mal wieder die Kluft im unterschiedlichen Umgang miteinander auf. Die Steifheit in der LiLi im Vergleich zur Offenheit bei den Designern. Ist es eigentlich noch ein Wunder, dass ich dort mehr Freunde habe als in meinem eigenen Studiengängen? Hmm…
Moderne Kommunikation
Posted on Oktober 11, 2005
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Merkwürdige Kommunikationsformen und -wege tun sich gerade auf. Mein Bruder, mit dem ich gerade im ICQ chatte, besitzt zwar wieder Internet-Flat, aber noch kein Telefon.
Ich, als Instanz, die über beides verfügt, sollte zeitgleich einem Freund, der zur Zeit auf die Einrichtung von beidem wartet, einige Nachrichten auf sein Handy zukommen lassen. Himmel, wie merkwürdig und kompliziert: Nachricht im Chat lesen, per Stimme durchgeben, hören, was der wiederum zu sagen hat und zurücktippen. Total verrückt, das.
Was für Unmengen von Energie wir gerade verschwenden. Wäre auch ein Tipp für die Initiative Kernenergie. Atomstrom macht eben an ![]()
Die weibliche Seite
Posted on Oktober 10, 2005
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Vorgestern habe ich mich noch bei einer merkwürdigen Art und Weise, mich abzulenken, ertappt. Nichtsahnend zappte ich abends durch die TV-Kanäle und blieb bei einem anscheinend recht lustigen Streifen hängen, der auf der ARD lief.
Und als ich so dasaß, auf meinem Bett, und während des Mitfieberns Süßigkeiten in mich hineinschaufelte, dräute mir ungefähr nach zwei Dritteln des Films die Ahnung, dass dies vermutlich ein nicht unbedingt gängigen Geschlechter-Stereotypen entsprechendes Bild abgäbe: Ich, in Federn gehüllt und Schokolade verputzend, schaute mir Bridget Jones an. Schreck, hatte ich etwa meine weibliche Seite entdeckt?
Und hätte ich damit ein Problem? Ich bin sowieso bekannt dafür, Filme zu mögen, die nicht unbeding jedermanns Geschmack sind. Neulich habe ich aber mal irgendwo gelesen, das würde jeder gerne von sich behaupten.
Heute, zum Tagesabschluss, dachte ich dann, es würde sich erneut ein derartiges Rezeptionsverhalten am Fernsehabendhorizont ankündigen: Der einzige Film, der mich im TV interessierte, war die Schmonzette „Was Frauen wollen“.
Aber wie sich dann herausstellen sollte, brauchte ich nicht um mein geschlechtliches Gleichgewicht bangen. In diesem Film bedient der generell fürchterliche Mel Gibson - nachdem ihm aus heiterem Himmel die Fähigkeit verliehen wurde, die Gedanken der Frauen zu hören - nämlich entsetzlichste Klischees (z.B. der Verdacht von Lola, er sei wegen seines umfassenden Frauenverständnisses schwul), um an seine eigenen Ziele zu gelangen. Um letzten Endes daran (oder auch: deswegen) zu scheitern.
Hier hatten wir es also nicht mit einem Film für ein bestimmtes Geschlecht zu tun, eher mit einem die Rollen verfestigenden, und zwar mit Mitteln der Komik *würg*. Es hat auch irgendwie gepasst, dass ich mit meinem Bruder davor saß und wir Bier in der Hand hielten statt der Schokolade.
Naja, mal schauen, was es heute abend so gibt…
Klebrig
Posted on Oktober 9, 2005
Filed Under Allgemein | 2 Comments
Ich stelle heute morgen fest, dass meine Augen völlig verklebt sind und eine leichte Entzündung aufweisen. Kann ich wohl dafür den gestrigen Marathon am Bildschirm verantwortlich machen und muss mir jetzt einen neuen Monitor suchen?
Naja, ist kein Geld übrig für solche Dinge im Moment.
Kunst- und Kulturforum TalenteOnline
Posted on Oktober 9, 2005
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