Lang, aber nicht ganz umsonst

Geschrieben am 10 November 2005

Mit einem Magen, der noch mit dem Tripoli-Mahl von gestern abend kämpfte, saß ich heute wieder zu früh im Hörsaal und bemerkte spätestens bei der zweiten Veranstaltung des Tages, dass die Entscheidung, das Bett zu so früher Stunde zu verlassen, unter keinem guten Stern stand.

Wahrscheinlich verspürten die Mitbewohnerinnen ähnliches, als sie auf die Idee kamen, zumindest für einen fingierten Sternenhimmel in der Küche zu sorgen, unter Zuhilfenahme eines Lichternetzes von Aldi und jeder Menge Tesafilm.
Ich seh’ schon jetzt den Moment kommen, in dem es mich unter sich begräbt, das Pfuschgeklebe aufgeheizt von den Glühbirnen und gerade dann, wenn ich nichtsahnend am Tisch sitze und mich im Begriff befinde, jemanden unter diesem Schummerlicht mit schlauen Schlawinerworten zu beeindrucken. Ein toller Fang wird das sein.

Immerhin kann ich für den heutigen Tag rückblickend eine gute Tat verbuchen. Eine, die auch Sinn ergibt und erneut interkulturelle Brücken schlägt. Während in Berlin sich die Staatsoberhäupter Honig um die Wirtschaftsmäuler schmieren, wird hier im Kleinen an Kommunikationsproblemen aus dem Reich der Mitte gefeilt.

Ob sich Nettigkeiten oder einfach Lieb-Sein irgendwann einmal auszahlt? Eigentlich ist das eine seit jeher unmoralische Frage, die man sich aus gewissen philosophisch-tradierten Gründen hierzulande nicht stellen dürfte.
Naja, vielleicht ein ander Mal in einem eigenen Beitrag. Nun habe ich Kopfschmerzen. Ob die sich durch das neuerdings merkwürdig diffuse Licht in unserer Küche eingestellt haben? Fragen über Fragen…

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2 Kommentare bis jetzt
  1. ben_ November 11, 2005 10:03

    Meine Mama pflegt ja immer zu sagen: “Freundlichsein ist nett.” Das bringt nach meinem Dafürhalten sowohl den kategorischen Imperativ, als auch Rawls Theorie der Gerechtigkeit auf den Punkt.

  2. Desideria November 11, 2005 13:19

    Lieb-Sein schlägt sich unmittelbar positiv auf den Stand des Karmapunktekontos nieder und man munkelt, dass es auch das Chi besser fließen lässt.


Konsum



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