“Teilchen”-Physik

Geschrieben am 24 November 2005

Als Werner Heisenberg sich eines Tages mit Quantenmechanik beschäftigte und bemerkte, dass sich von einem subatomaren Teilchen weder Ort noch Impuls gleichzeitig bestimmen lassen [wg. des Teilchen-Welle-Dualismus, which means: so'n kleines Ding ist quasi beides zugleich], hat er sich kurzerhand mal die Unschärferelation ausgedacht und sinngemäß gesagt: „Dann nehmen wir einfach mal ein Feld an, in dem es sich mit beiden Eigenschaften aufhält.“ Basta, denn es war einfach nicht zu packen. Je näher ich mir das eine Charakteristikum anschaue, umso unschärfer wurde nämlich das andere.
Seinem Freund und Weggefährten Niels Bohr gefiel das sogar so gut, dass er sich das taoistische Rotationssymbol in das Familienwappen meißeln ließ.

Ausgehend von zwei sich ergänzenden Gegensätzen, von denen immer eine höhere Priorität genießt, wird hier angenommen, dass inmitten der höchsten Ausformung eines der beiden bereits der Kern des anderen (und damit dessen nächste, zeitweilige Vormachtstellung) steckt.
Herr Bohr betitelte sein Wappen dann auch „CONTRARIA SUNT COMPLEMENTA“ und zeigte damit, dass er diese, sich immer wieder ablösenden Gegensätze und die dahinter stehenden „Kräfte“, auch in größeren Dimensionen wirken sah. Fritjof Capra schildert in seinem Buch „Das Tao der Physik“ dann auch wunderbar, wie gut eigentlich Atomphysik und östliche Philosophie zusammenpassen.

Neulich habe ich mal wieder den superguten Film „I Heart Huckabees“ gesehen, und im Prinzip geht es in diesem genau darum. Ein Mensch ist verzweifelt und sucht Hilfe bei existenzialistischen Detektiven. Diese raten ihm zu einer anderen Art der Wahrnehmung: Wir hängen alle miteinander zusammen, sind nur individuell geformte Erscheinungen ein- und derselben Materie. Diese Ansicht führt zu Glücksmomenten, die aber nur von kurzer Dauer sind. Daran schließt sich eine Philosophin an, die zwar ebenso zu einer anderen Perspektive rät, dann allerdings der Ansicht ist, wir seien alle auf uns allein gestellt und nichts hätte auch nur im Ansatz eine höhere Bedeutung. Wieder stellt sich kurzes Glück ein, aber nur mit Rückkehr zu Position A und Verknüpfung von beiden kommt es zur Problemlösung.

So sieht’s aus: Es ist alles ein ewiges Hin und Her (oder auch Auf und Ab)…

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7 Kommentare bis jetzt
  1. ben_ November 25, 2005 10:29

    Aaaalso die Esoterisierung der PHysik halte ich ja für äußerst bedenklich. Und das muss ich als Buddhabot sagen. Und die kulturellen Implilationen des Teilchen-Welle-Dualismus halte ich für überzogen. Das sagt ja v.a. aus, dass wir kein ordentliche Modell haben um so ein schönsiges Photon zu beschreiben. Und das gilt ja auch mal nur im ziemlich kleinsten Bereich und sollte mal bitte nicht auf Kultur übertragen werden…

  2. ben_ November 25, 2005 10:32

    Nichts destotrotz ist dein Ansatz lobenswert die lesenden Massen mit Grundlagenphysik zu erhellen! Da werde ich mich vielleicht mal aufraffen und einen Aufsatz über das Michelson Experiment unters Volk bringen, dass ich auch 10 Jahre nach Ende meines Physik LKs mit Vorliebe angetrunken auf Parties aus dem FF rekonstruieren kann…

  3. Rouven November 25, 2005 12:18

    *kicher*
    Bis jetzt hatte ich nur was über die Koinzidenz erzählt, ne vermutete Korrelation hast du herausgelesen ;-)

    Von folgender Aussage gegenüber der Partnerin sei übrigens auch dringend abzuraten (fiel mir grad mal so ein): “Schatz, je näher ich dir komme, desto unschärfer wirst du.”

  4. Randy November 25, 2005 17:07

    Also, ich hab mich ja mal mit dieser Thematik ausgiebig beschäftigt und sogar das Buch gelesen. Das Buch ist intressant, aber ob es wirklich wissenschaftlich ist sei mal dahin gestellt. Es vergleicht halt westliche Wissenschaft mit östlicher Philosphie und es gibt in der Tat ein paar Kernaussagen, die Ähnlichkeit haben, so daß man sogar meinen könnte, es sei im Prinzip das gleiche. Wenn man aber etwas genauer hinguckt merkt man, daß es doch eher schwammig ist.
    Sorry, jetzt wirds theoretisch:
    Der Welle-Teilchen Dualismus hat mich auch lange Zeit verwirrt, bis ich dann gerafft habe, daß Energie in purer Form (Licht [E=h*f mit E= Energie;h=Planksche-Konstante und f=Frequenz des Lichts]) sich in Materie umwandeln kann und umgekehrt was mithilfe relativitäts Theorie beschrieben werden kann (E=mc² mit E=Energie; m=Masse; c=Lichtgeschwindigkeit).
    Diese beiden Gleichungen kann man gleichsetzen —> hf=mc²
    Hat die Energie eines “Lichtstrahls” (eigentlich Lichtquant) nun zufällig soviel Energie wie ein Elementarteilchen (was heutzutage “noch” die Quarks sind), beispielsweise ein Elektron, ist es unter einigen Umständen (das geht jetzt zu Weit) möglich, daß solch ein Teilchen *puff* aus dem Nichts kommt.
    Ich hoffe das ist verständlich.

  5. birte. November 26, 2005 10:15

    das ist vor allen dingen gruselig. eine welt, in der teilchen ausm nichts kommen ist mir schon unheimlich.

  6. birte. November 29, 2005 14:03

    “Es ist alles ein ewiges Hin und Her (oder auch Auf und Ab)”
    oder auch Hum wie Num, wie der gemeine Thüringer sagt (und ich weiß nicht mal genau wie man das schreibt).

  7. Rouven November 29, 2005 21:20

    Der gemeine Thüringer stimmt zu *ggg*


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