“Mind is a razorblade”

Geschrieben am 27 November 2005

Ich hätte eigentlich nicht so schnell damit gerechnet, dass mir wieder ein derart hippiesker Song gut gefallen könnte. Die Zeiten, in denen mich Musik aus dem Woodstock-Umfeld berührten, sind schlicht und ergreifend vorbei, gefrühstückt und ad acta gelegt.
Und wenn in einer Fernsehdoku die Golden Gate Bridge auftaucht, dabei unweigerlich Scott Mckenzies “San Francisco“ eingefadet wird, befällt mich das kalte Grausen ob dieser Einfallslosigkeit, die aber allem Anschein nach erwartet wird.
Dennoch, das Stück „Heartbeats“ von José Gonzales musste ich dann doch in meine Heimstatt und in meine Ohren lassen, seit ich es im äußerst einprägsamen Sony Bravia-Werbespot vernahm (reinhören).
Zwar weiß ich nicht so recht, was der Text mit Farbbällen zu tun haben soll (entfernt lassen sich vielleicht Parallelen zur Sinneswahrnehmung festmachen), aber das Lied ist insgesamt einfach zu schön.

Ob ich mich beim Kauf eines solchen TV-Geräts genauso wohl fühle wie beim Hören dieses Songs?

(Super Fotos aus dem Spot gibt es übrigens hier)

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5 Kommentare bis jetzt
  1. birte. November 28, 2005 8:08

    1. heißt das “abgefrühstückt” und nicht “gefrühstückt” und 2. ist der song ja eigentlich von “the knife” aber das sind auch schweden. s bleibt also ina familie.
    ;-)

  2. birte. November 28, 2005 8:11

    und überhaupt:
    “And it was done without computer graphics.”
    Krass.

  3. Rouven November 28, 2005 8:24

    Haarspalterin ;-)

    Ich finde das Original von “The Knife” im Gegensatz zu Dir auch nicht ganz uninteressant.

    Dass die Flummis im Spot da echt sind, ist in der Tat erstaunlich. Ich hätte auch gedacht, dass da irgendwelche Mac-Tüftler am Werk waren.
    Aber dass man stattdessen die Einwohner eines ganzes Wohngebiets in San Francisco bittet, die Häuser nicht zu verlassen, ts ts ts .
    Spricht nur für die Kameraleute.

  4. ben_ November 29, 2005 21:35

    Mal bitte! Schaut euch das Making Of an! Zwei-Hundert-Fünfzig-TAUSEND Flummis. Krasse Scheiße!

  5. Rouven Dezember 1, 2005 9:59

    Stimmt, das hatte ich ja gar nicht erwähnt. Erschreckend, dass man mittlerweile das optische Nachgepfusche dermaßen gewohnt ist, dass man Echtheit gar nicht mehr hinterfragt.

    Mir ist übrigens eine Parallele zwischen Song und Spot aufgefallen: Im Liedtext geht es nämlich um eine Liebesnacht und dem Zulassen bzw. dem bewussten Erleben der “aufwallenden” Emotionen (seeeehr hippiesk *g*).

    Wenn man will, könnte man die vorab, in einer Welle herannahenden Farbbälle als eine solche, ausgeschüttete Gefühls-wallung lesen.

    Und dass diese sich hier in den unterschiedlichesten Farben, noch dazu in Bewegung manifestiert, scheint mir ein Hinweis auf die Schärfung (oder zumindest Veränderung) der Wahrnehmung durch ein solches Erlebnis zu sein (Mind is a razorblade).


Konsum



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