Raus damit!

Geschrieben am 2 Dezember 2005

Gestern wurde mir dann einmal mehr ein Beispiel dafür geliefert, dass die Kommunikation zwischen Mann und Frau nicht ganz so reibungslos funktioniert, wie man sich das immer wünscht.
Zur Sache.
Eine Freundin ist verliebt. Das ist schön.
Aber ihre Mutter und eine weitere Freundin erfüllten mal wieder ein Klischee, indem sie ihr rieten, sich doch jetzt bitte rar zu machen, Spannung aufzubauen etc. pp.
Aber das kann ja nun nicht die richtige Vorgehensweise sein. Ich musste an Harrys Satz gegenüber Sally denken, der in etwa sinngemäß lautet:

Wenn man bemerkt, dass man den Rest des Lebens miteinander verbringen will, dann will man auch, dass der Rest des Lebens so schnell wie möglich beginnt.”

That’s it.
Es muss ja nicht gleich in den “Rest des Lebens” ausarten, aber immerhin könnte man in Analogie dazu Unwissenheit in viel mehr Lebensbereichen aus der Welt schaffen.

Und darum tat ich etwas, was ich sonst so selten in diesen Dingen tue, nämlich ihr einen Rat meinerseits mitzugeben, sozusagen von männlicher Seite.

“Du nimmst jetzt dein Handy und schreibst ihm eine SMS, ob ihr nicht jetzt gleich noch etwas zusammen trinken gehen wollt. Je nach Reaktion wirst du seine Prioritäten erkennen können.”
Gesagt, getan. Und er meldete sich tatsächlich wenige Minuten später, sie gingen zusammen aus.
Das Ende vom Lied verlief dann zwar nicht so glücklich, aber jetzt hat sie immerhin Gewissheit über seinen Status. Hätte sie sich “rar” gemacht, würde sie nun dauernd darüber nachgrübeln, was denn wohl wäre, wenn usw.

Eines habe ich seit dem Tod der guten Freundin vor kurzem gelernt. Heraus mit der Sprache, sonst bleibt es lange Zeit bis ewig hängen.
[Oha, die Grice'schen Konversationsmaximen schimmern durch, da sind sie wieder ;-)]

EDIT: Ich hatte ja beinahe vergessen, wie fantastisch schwarz der Humor im Film “Harry und Sally” eigentlich ist. Einige sehr schöne Zitate gibt es hier noch einmal zur Erinnerung zu hören *g*.

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10 Kommentare bis jetzt
  1. Feylamia Dezember 3, 2005 16:24

    Einmal sie, einmal er (oder sie/sie bzw. er/er, ist klar) ist der Weg zum Erfolg. Nichts ist schlimmer, als wenn sich einer öfter meldet, es nichts wird, und er dann hintenrum erfährt, dass er “anhänglich und verzweifelt” wirkte. *grusel*
    Soweit meine 2 eurocent. :D

  2. Rouven Dezember 3, 2005 16:33

    Kryptisch, aber verständlich ;-)
    Bis auf die Sache mit den 2 Eurocent…

  3. Feylamia Dezember 3, 2005 18:11

    Ich bin Anglistin, ich darf abgedroschenes wie “just my two cents” schlecht eindeutschen. :P

  4. Rouven Dezember 3, 2005 18:43

    Ach so, die Redewendung war mir bisher nicht geläufig.
    Aber mal ne andere Verständnisfrage (fiel mir jetzt erst auf): Welche Position der Beteiligten (aus Deinem ersten Kommentar) würde Dich denn gruseln? Der-/Diejenige, die es hintenrum erfährt, oder wie? Das schien mir nicht so eindeutig.

  5. Feylamia Dezember 3, 2005 23:41

    Ich finde alle Positionen gruselig - egal ob man Überbringer der Nachricht ist, ob man sie selbst bekommt oder ob man nur davon hört. Liebesleiden macht in jedem Fall betroffen. *g*

  6. Rouven Dezember 4, 2005 15:07

    Rubrik “Feylamias weise Worte zum Sonntag”.

  7. J. Dezember 4, 2005 16:35

    Das Liebesleiden müsste nur mal ordentlich durchgefickt werden.
    Excuse my french. :)

  8. Rouven Dezember 4, 2005 16:39

    ääääääähhhhhh…lese ich das hier gerade wirklich oder träum’ ich das nur?
    Herr J., wollen Sie mich auf die Probe stellen, ob ich Kommentare lösche?

  9. J. Dezember 5, 2005 1:58

    Ach, ich weiß auch nicht… irgendwie flossen da mythische Heteromythen und - normativität zusammen mit meiner Unzufriedenheit über die romantische Kopplung von Liebe und Leiden.
    Ich gebe zu, das Ergebnis ist nicht besonders anschaulich für diesen Gedankengang. :) Aber auf die Probe stellen würd ich nie, lieber Killefit :D

  10. Rouven Dezember 5, 2005 8:08

    Zumal Menschen, die tatsächlich gerade Liebesleiden am eigenen Leib erleben, mit diesem Spruch nun rein gar nichts anfangen könnten bzw. wollten.
    Ob das nun wirklich helfen würde, sei mal dahingestellt…
    Aber jetzt erlebt immerhin dieses eine Wort für “Geschlechtsakt” auch in diesem Blog Premiere (*Schreck*, die vielen Verzweifelten, die jetzt mithilfe von Google hier etwas suchen, das sie nicht finden können. Die Ärmsten *ggg*).


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