In Lippe verkommt nix
Geschrieben am 26 Dezember 2005
Wieder aus dem tiefsten Lippe heimgekehrt, kann ich sagen, dass der Ruf des dort ansässigen Völkchens hinsichtlich seines Geizes und seiner Raffgier den Schotten in nichts nachsteht, zumindest, was die ältere Generation betrifft.
Seit Längerem ist der Kontakt zu unserer Familie mütterlicherseits aufgrund fieser Erbschleicherei stark strapaziert, doch nun tritt das gleiche Phänomen auch auf der väterlichen Seite auf. Nun ja, so blieben wir dieses Jahr eben im engsten Kreis unter einem Dach.
Als wir uns aber an einem Abend mit den Freunden trafen, berichtete einer von ihnen von einer außerordentlich bespielhaften Anekdote hinsichtlich der dort vorherrschenden Einstellung, bloß nichts noch zu gebrauchendes wegzuwerfen.
Er wurde nämlich Zeuge, wie sein Vater Tabletten gegen Herzrhythmusstörungen verschrieben bekommen hatte, und als dieser sich den Beipackzettel durchgelesen hatte und all der möglichen Nebenwirkungen gewahr wurde, doch lieber auf die Einnahme der Präparate verzichtete. Zur selben Zeit tauchte der Großvater des Hauses auf, bemerkte die Bedenken seines Sohnes, griff zu den Medikamenten und sprach:
„Gib her, dann nehm’ ich die eben.“


Den Schweineeimer bekommt immer der Älteste des Hauses, egal ob Essen oder Medikamente drin sind. Das muss so, das war nämlich schon immer so! *schmunzel*