Es nimmt Überhand

Geschrieben am 8 März 2006

Als mir gestern Abend die D. stolz ihre neue Wohnung präsentierte und wir im Anschluss daran in der Küche über dem Rotwein saßen, klagte sie mir ihre Leiden die Familie und die Beziehungen betreffend, entschuldigte sich aber später bei mir dafür, mich mit derlei zu belasten.

Doch ich konnte sie beruhigen, war ich es doch in letzter Zeit gewohnt, ein offenes Ohr für Nöte zu haben, sollten diese den Drang verspüren, nach außen zu brechen.

Interessant - oder besser gesagt: Erschreckend - fand ich dann allerdings, dass mir auch hier wieder ein Beispiel geboten wurde für das Schema, in dem sich neuerdings mir alle zugetragenen Liebesnöte abzuspielen scheinen:

Sie ist mit Haut und Haaren verliebt, doch er möchte es lieber offen halten.

Oder auf den Punkt gebracht: Er würde sich nur ungerne um den Spaß mit anderen Frauen bringen.
Vorsichtig muss ich nun sein, denn aufgrund der Häufigkeit des von mir subjektiv beobachteten Phänomens scheint sich mir beinahe aus einer Reihe von Zufällen eine Regelmäßigkeit zu ergeben.
Und aus dem Singledasein der Frauen wird - wenn sie sich denn auf der Suche befinden und diese ihre Gedanken stark einnimmt - eine Single-Hölle.

Doch was soll ich dazu dann schon sagen? Einstimmen in das Gemeckere über meine Geschlechtsgenossen? Nein, lieber zuhören, gegebenenfalls dazu sagen, dass ich selbst das nicht gutheiße.

Du wirkst auf mich aber auch so vertrauensvoll, als könnte man gerade dir all das problemlos erzählen.

Tja, irgendetwas muss da ja dran sein. Doch seit den letzten paar Monaten werde ich den Eindruck nicht los, als wenn mich die eigenen Kreationen einholen, zumindest was das Zuhören angeht. Denn mit dem merkwürdigen Verhalten des fiktiven Karstens dort möchte ich lieber nichts zu schaffen haben ;-)

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2 Kommentare bis jetzt
  1. bcc März 9, 2006 11:23

    ich denke ein besuch des tomte konzerts würde helfen.

    und gestern war ja auch weltfrauentag, da dürfen frauen dann auch mal den pathos schildern.

    :-)

    gruß
    mmc

  2. Rouven März 10, 2006 12:13

    Zur Ablenkung taugt so einiges.

    Was Tomte anbelangt, kann ich es für mich selbst aber nicht behaupten. Und zwar nicht, weil ich die Gruppe nicht mag, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil mir kein einziger Song von denen einfallen will.
    Womöglich sind die mir auch irgendwann mal in irgendeiner Form begegnet, aber wenn ich bereits damals nicht “Hey, was issen das?” gefragt habe, brauche ich mir den Nachholbedürfnis-Stress jetzt auch nicht mehr geben…;-)

    Übrigens: Nichts gegen deutschsprachige Texte


Konsum



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