Hat Gott Humor?

Geschrieben am 28 April 2006

Es passiert mir immer häufiger, dass ich den religiösen Fettnapf trete, wenn ich mit Leuten kommuniziere, bei denen ich blauäugigerweise zunächst einmal voraussetze, dass sie genau so eine atheistische Einstellung besitzen wie ich selbst.

Na, habt ihr den Geburtstag schön gefeiert?”
Gestern? Feiern? Es war doch Karfreitag!
usw.

Jetzt wurde schon hier und da (z.B. in der ZEIT, wenn ich mich recht entsinne) über die Tendenz zurück zum Glauben berichtet, und mein eigener subjektiver Eindruck bestätigt nur, dass die Zahl der (an Gott) Gläubigen wieder zunimmt.
Welche X-Mal zum Brechen gehörte Phrase muss nun konsequenterweise gedroschen werden? Na klar: “Kein Wunder. Wenn die Werte auch allernorts wegbrechen…”
Naja, mir egal, zu großes Thema, sollen die Leute doch machen, was sie für richtig halten, um klarzukommen. Hauptsache, sie versuchen nicht, mich zu missionieren.

Schade finde ich es nur, wenn diese Leute dann nicht einmal mehr über Scherze lachen können, die man an ihren Glauben richtet. Ein fundamentalistischer Christ hätte mich wahrscheinlich in der dann folgenden Diskussion zum Thema Transsubstantiation sofort angezündet. U.a. sagte ich nämlich Dinge wie diese:

Also, mir gruselt’s ja vor der Vorstellung, ein Drittel der Trinität zu verputzen, nur damit der Lattenjupp weiter in mir fortlebt. Das ist doch kannibalistisch.

Die angesprochene Christin konnte damit immerhin noch gut umgehen, glaubte sie doch auch nicht daran, dass Jesus in eine Hostie passt.
Und zum Glück bin ich - sollten hier eben solche Fundamentalisten lesen - auch nicht mit meinem Blog realpräsent.

Aber im wahren Leben muss ich jetzt bestimmt aufpassen…

P.S.: Beim Lesen dieses Beitrags manifestiert sich in ihrem Kopf ein beschriebenes Blatt Papier.

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2 Kommentare bis jetzt
  1. Stulle April 29, 2006 22:02

    Jupp, die Menschen versuchen sich wieder an etwas zu klammern, das ihnen halt gibt.

    Leider ist ihnen dabei ein gewissesmaß an Aufgeklärtheit verloren gegangen.

    Ich kann mich noch daran erinnern, dass mir ein ehemaliger Mitbewohner von Marc einen zeitungsartikel zeigte, in dem er und ein paar andere schwarz gekleidetter Personen einen Turban aus Toilettenpapier auf dem Kopf hatten und neben einem JesusFreaks Stand saßen. Die JesusFreaks hatte ihren Stand auf einen Festival aufgebaut und warben mit “Jesus loves you”. Naja, Gerald drehte den Spieß um und so hatten die ganzen lustigen, betrunkenen, schwarzgekleidetten nicht Christen plötzlich ein Transparent in der Hand mit der Aufschrift “Satan loves you too”. Leider konnte keiner der JesusFreaks darüber lachen, aber ich denke die Jungs haben damals sehr schön gezeigt, dass man auch mal ein wenig Religion und Ideologien als Ziel füt Witz und Spott nehmen darf/muss.

  2. Marika September 8, 2008 15:33

    Mhh…. interessante Sichtweise… ich find es (als christ) gut, das sich die Mensch wieder zur Religion zurückbegeben - denn nichts anderes bedeutet “religio” als zurück zum Ursprung…
    Ich muss sagen, das ich aber auch euch verstehen kann, wenn man es nicht mag, von Christen förmlich mit der Bibel erschlagen zu werden.
    Leider entstehen dadurch aber erst Vorurteile gegenüber den christen und gibt ihnen einen schlechten ruf. Schade eigentlich!

    Ich kann über vieles Lachen und schätze meine Gemeinschaft auch mit Atheisten sehr!! Sie eröffnen einen manchma eine sehr interessante Blickweise aufs leben.

    Doch die Sache mit “Satan loves you too” find dann auch ich nicht mehr Lustig. Man kann sich über viele Sachen lustig machen, aber das woran wir glauben, ist für uns eines der wichtigsten dinge auf der welt. Und wer möchte schon, das man soetwas ins lecherliche zieht, vor allem mit saten - da hört dann der spaß auf.

    Ich würd einfach mal Tolleranz an erste Stelle setzten und beide Partein sollten von ihrem hohen ross runter kommen und den anderen akzeptieren mit seinen glauben/überzeugungen.

    Glauben müssen wir schließlich alle, ob an einen Gott oder eine bis jezz noch unerforschte Kraft die alles zusammen hält….

    Na denne….


Konsum



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