“Zwei Dinge sind im Vatikan schwer zu bekommen: Ehrlichkeit und eine Tasse Kaffee.”
Wenn es Mitbewohner, Nachbarn, Hausbewohner etc. nie zum Slam schaffen, ja dann holen wir den Slam eben nachhause.
Die grandiose Idee der Mitbewohnerin: Einen Leseabend in der WG-Küche zu veranstalten!
Und kaum plärrt man es in die Welt, hat man schon Zusagen von vielen lieben Lesewilligen, u.a. Mischa Verollét, Marc-Oliver Schuster, dem Glasiator, Micha-El Goehre und meiner Wenigkeit. Mal sehen, wer sich noch dazu gesellt.
Dann heißt es jetzt, einen geeigneten Termin zu finden. Am besten wäre natürlich ein heißer Sommertag, damit man evtl. auch den Grill anwerfen kann…
EDIT: Ach ja, der Herr Freise darf natürlich auch nicht fehlen.
Mit der frischen Liebsten in’s Kino gehen, tja, dafür sollte man sich vorab das Kinoprogramm etwas sorgfältiger durchblättern. Sonst werden da am Ende im Film irgendwelche Ansichten über die Liebe wiedergegeben, gegenüber denen man sich noch vor dem Abspann rechtfertigen muss. Entschieden hatten wir uns dann für “Angel-A” und da war er nun, der zehnte und damit - nach Selbstauflage - letzte Film von Luc Besson. Ich selbst war mir auch nicht darüber bewusst, dass der Regisseur sich diese, ja, asketische Aufgabe gestellt hatte, bis mich Ben darauf hinwies.
Und er hat recht: Was kann man erwarten nach diesem Tieffall von genialen Filmen wie „Leon – der Profi“ bis hin zu so plötzlich komischen Dingen wie „Taxi“, um dann so etwas wie „Das fünfte Element“ zu produzieren? Wo ist denn da bitte mal ein roter Faden auszumachen?
Hatte Leon noch starkes Gewicht auf dem Plot, ging es beim Taxi um Action und im Element, naja, zwar auch um eine Menge Action, aber die Ästhetik spielte dabei keine unwesentliche Rolle.
Und jetzt das! Komplett in Schwarz-Weiß gehalten und mit einer Story ausgestattet, wie man sie bereits X-Mal gesehen/ gelesen geglaubt hat: Da tritt ein Engel in die Welt, um Jemandem unter die Arme zu greifen, der jede Menge Probleme hat, die offensichtlich zunächst finanzieller Natur sind, sich aber bei näherer Betrachtung als Differenzen mit der eigenen Person herausstellen. Oder anders gesagt - im Esoterik-Jargon - : Man muss erst sich selbst lieben können, bevor man sich an andere heranwagt.
Na gut, so banal können Film-Plots nunmal funktionieren.
Ungewöhnlich ist allemal die Figur, der Charakter des Engels “Angel-A” (Rie Rasmussen), die rauchend und hurend mit André (Jamel Debbouze) durch Paris kehrt und ihm durch ihre Dienste zu seinem Schuldenerlass führt.
Eine Viertelstunde vor Schluss des Films kippte das Ganze aber um in’s Grauenhafte und spätestens in der Szene auf der Seine-Brücke (”Ich kann ohne dich nicht mehr leben”) wurde es dann regelrecht peinlich.
Die schlaue Begleitung bemerkte aber glücklicherweise selbst, wie “entsetzlich kitschig” sich die Handlung ab dort gestaltete, und so waren wir uns schnell einig hinsichtlich eines Urteils über diesen Film.
Der gestrige Abend im Black Rose lieferte uns mal wieder ein variantenreiches Spektrum an vorgetragenen Texten und war mehr als unterhaltsam. Eine detailiertere Beschreibung lässt sich hier nachlesen.
Und kaum ist dieses Event beendet, kündigt sich bereits das nächste an: Micha-El bettelte und quengelte mich an, auch zur LesArt am morgigen Sonntag im FabrikArt, Viktoriastraße, zu erscheinen, wo er und Katja Merx aus Hannover ab 15 Uhr die Gäste unterhalten wollen.
Versprechen kann ich nicht, dass ich tatsächlich dort erscheine, aber einen Hinweis ist es allemal wert!
Die Wortpalast-Besetzung (Mischa Verollét, Micha-El Goehre, Markus Freise, Eric Pfennig) tritt am 26.05. im Black Rose in Bielefeld (am Ravensberger Park) gegen eine Auswahl an Poetry Slammern (u.a. Andreas Weber, Dieter Lindemann, der Sauer etc.) aus Osnabrück an.
Einlass ab 20 Uhr, der Eintritt ist selbstverständlich frei. Beginn wird laut Gemunkel im Grand Slam Audio-Forum so ca. 21 Uhr sein.
P.S.: Ich weiß, die Interessierten mögen es mir evtl. übel nehmen, dass ich immer nur so kurz vor knapp auf derlei Termine hinweise. Aber ich gelobe Besserung, versprochen ![]()
Jetzt habe ich mich einmal dazu durchgerungen, den lange gehegten Gedanken in die Tat umzusetzen, hier alles im Blocksatz zu präsentieren. Seit dieses Blog im Oktober letzten Jahres auf diese Domain umzog, hatte ich dieses Vorhaben immer vor mir her geschoben.
In einem früheren Texttechnologie-Seminar (ja, so etwas habe ich auch mal besucht) meinte der Dozent, der hier im allernächsten Blogumfeld sein Wesen treibt, der Blocksatz käme einer strukturellen Sünde gleich. Oder so ähnlich. Weshalb er das sagte, weiß ich gerade nicht mehr so genau, könnte mir aber vorstellen, dass er die unterschiedlich großen Lücken bei den Leerstellen im Block anprangerte, die dabei entstehen.
Bezeichnenderweise heißt der Befehl für den Blocksatz, den man in CSS einfügen muss, “text-align: justify”, und neben der typologischen Bedeutung “justieren” heißt es zufälligerweise allgemein übersetzt auch “rechtfertigen”. Dann tue ich das mal.
Ich persönlich mag es nicht, wenn der Text am rechten Rand so zerfranst daherkommt, und ich habe das Gefühl, als wenn mein Auge dadurch unterschiedlich lange Zeit auf den Zeilen verweilt, durch überlappende Zeilen darüber oder darunter abgelenkt wird. Womöglich beeinflusst das die Konzentration während des Rezeptionsprozesses, hat Einfluss auf das Textverständnis, aber dafür müsste man jemanden fragen, der oder die Erfahrung als Explorator im Eye-Tracking hat (und wir haben ja für diese Dinge in unmittelbarer, virtueller Nähe ExpertInnen).
Ich habe gerade eben mal stichprobenartig in mehrere Bücher gesehen. Mag sein, dass es Ausnahmen gibt, aber in keinem der herangezogenen Bände ist der Text “zerfranst”. Das wird seine Gründe haben.
Im Zuge von PISA und der erschreckenden Erkenntnis, dass viele Heranwachsende gar keine rechte Lust am Lesen empfinden, kann meiner Ansicht nach alleine der erste optische Eindruck eines Textes nicht unter den Tisch fallen gelassen werden, zumal wir an der Uni neuerdings so starkes Gewicht auf Literalität und literarische Kompetenz legen. Auch mittels Textstruktur und Textsatz können fiktive Erzählungen und fachliche Aufsätze lesefreundlich gestaltet werden.
Ich plädiere für den Blocksatz. Hier bitte, da ist er fortan ![]()
Erst der Rechner kaputt (und es wird auch wohl noch ein größeres Unterfangen bleiben, sämtliche Daten der großen Festplatte zu retten), dann spinnt der Wasserhahn in der Küche und will uns beinahe pausenlos mit frischem Nass beliefern, kostete es nicht einige Mühe, ihn wieder ruhig zu stellen.
Sodann verläuft der letzte Poetry Slam einfach nur zum Schreien.
Darauf bemerke ich, dass mein Plattenspieler bei einem Vorführversuch ein Eigenleben entwickelt hat. Letzten Endes weigert sich der Server meines Webhosts, auf diese und die viel wichtigere Internetseite zugreifen zu lassen.
Nach und nach geht, auf gut Deutsch gesagt, alles in die Dutten.
Und doch regt mich das kaum auf, normalerweise würde ich an die Decke gehen. Nein, ich bin sogar ausgeglichen wie selten zuvor. Doch woran liegt das?
Nun ja, schnell erklärt. Übertrüge man diese ganzen Misstände nämlich auf den Umstand des Pechs im Spiel in einem altbekannten Sprichwort, dann gäbe es andererseits für den folgenden Teil der Wendung gute Gründe für ein Rundum-Wohlgefühl.
Quatsch, nicht mehrere Gründe, sondern einen ganz bestimmten!
Während meiner Verwaltungslehre habe ich ebenfalls diese dicken Gesetzestextsammlungen besessen (z.B. DVP „Deutsche Verwaltungspraxis“ Bund und Land NW). Erwarb man sie im Abo, bekam man ca. einmal im Monat eine Lieferung mit losen Blättern, und man konnte daraufhin durch Austausch der Loseblattsammlung die dicken Bände auf den aktuellsten Stand bringen.
Das war mitunter ziemlich mühselig und zeitraubend, denn die Gesetzgeber lagen – in diesem Punkt – nicht auf der faulen Haut, und so manches Azubidasein innerhalb einer Behörde besteht ausschließlich neben dem stupiden Kopieren und Eintüten in eben dieser Tätigkeit.
Heute kommt es gelegentlich vor, dass ich in der Uni-Caféte stehe und am Nebentisch unterhalten sich einige Juristen, haben dabei etwas ähnliches in dieser Art vor sich auf dem Tisch liegen. Bislang hielt ich das für eine Art konspiratives Erkennungszeichen, gleich irgendeinem geheimen Freimaurergruß, oder mindestens für ein Status Symbol, denn wer einmal diese Wälzer im Abonnement erworben hat, der weiß, dass sie ein Heidengeld verschlingen.
Seit Neuestem bemerke ich darüber hinaus noch eine praktische Ergänzung dazu: Viele der Leutchen besitzen um ihre dicken Ordner eine Art formgerechte Jutetasche mit Henkeln daran zum Herumtragen. Mit entsprechenden Motiven könnte sich daraus ein chices, modisches Accessoire entwickeln. Oder mit Sprüchen darauf: “Bring back Guido Neumann!”
Soeben sah ich sogar ein Pärchen, wie sie Hand in Hand die Straße entlangschritten, in der anderen Hand jeweils eben gerade solch ein Vorschriftentäschchen.
Das stelle man sich mal vor: Zunächst noch zwei frischverliebte Paragraphenreiter, sodann ein Richterehepaar, dass sich beim Abendessen erzählt, wie sie heute mal wieder wen verknackt haben.
So kann’s kommen, wenn man mal auf möglichst provokant-platte und moralisch höchst anrüchige Sachen baut: Das Teamprojekt mit Schuster wurde gestern Abend beim Slam nicht nur nicht angenommen, sondern erntete sogar einige Buhrufe (was beim Bielefelder Bunkerslam eine Premiere war).
Dazu kam noch, dass ich meinen Einzelvortrag (siehe voriger Beitrag) zeitmäßig gar nicht zuende bringen konnte. Das lag aber auch daran, dass ich Dösbattel davor viel zu viel Stuss geredet hatte. Es ist ohnehin nicht einfach, den Abend zu eröffnen, und dann passiert mir auch noch so etwas. Alles in allem: Kein guter Abend gestern und nun habe ich nicht gerade die beste Laune.
Ich muss mich etwas aufmuntern lassen. Und ich weiß auch schon, wer das kann…
Und dann war da ja noch dieser Typ auf dieser Party gewesen, wo sonst nur ganz merkwürdige Gestalten herumliefen. Entweder trugen sie Ringelshirts oder rosa Polohemden über weißem Longsleeve, nix dazwischen. Als wenn die Frauenwelt diese Extreme erahnt hätte, blieb sie der Party fern und immer, wenn Männer kein Objekt zum Imponieren haben, lassen sie nunmal die Sau raus. So auch hier.
Mit niemandem wollte ich mich unterhalten, bis auf den einen da, der hatte etwas zu lesen auf dem T-Shirt und ich dachte, vielleicht könnte man ja mit dem besser ein paar Worte wechseln. Doch der entgegnet natürlich auf meine Auskunft darüber, woher ich denn komme, diese X-Mal zum Kotzen gehörte Phrase: „Ach, ich dachte, das gibt’s gar nicht.“
Sofort hatte ich seinen Namen wieder vergessen.
Nächstentags, wieder in eben dieser besagten Stadt angelangt, war ich gerade unterwegs in Richtung Westen der Stadt, wollte nach dieser durchfeierten Nacht noch ein wenig Sauerstoff mit Sonnenstrahlen genießen. Dazu drängte es mich hin zu einem Platz, an dem ich Menschen treffen könnte. Menschen, die imstande waren mich abzulenken von den nebulösen Gedanken, die man so hat, wenn der vom Vortag erzeugte Schleier langsam wieder fällt, und es blieb mir nichts weiter übrig, als an diesen Aufreger vom Vortag zu denken.
So manch einer würde das ja ganz gerne tun, diese Stadt ignorieren, zumal über sie eine Art „Verschwörungstheorie“ kursiert, die besagt, dass sie nicht einmal existiere. Menschen, die dieses behaupten, können nur von außerhalb oder noch nie hier gewesen sein, denn wenn ich mich hier einmal so umsah, war ganz eindeutig jede Menge davon vorhanden und mir will einfach keine Verschwörung einfallen, die sich die Mühe macht, eine potemkinsche Großstadt mit allen nötigen Komparsen hierhin zu setzen und dabei noch so originelle Stadtteilsbezeichnungen wie Gadderbaum, Windelsbleiche, Deppendorf, Baumheide und Ubbedissen zu erfinden. MANN, SOLCHE NAMEN KONNTE MAN SICH DOCH GAR NICHT AUSDENKEN!
Sollte aber tatsächlich ein Einwohner an der Existenz seines Wohnortes zweifeln, so hielte ich das für arg bedenklich, schließlich handelte es sich dabei um seinen eigenen Lebensmittelpunkt. Wenn er behauptet, dass die von diesem entsandten Sinneseindrücke ihn lediglich täuschen würden, sollte man den Betreffenden im Weiteren permanent von scharfen Gegenständen fernhalten und ihm gut zureden.
Nicht nur aus diesem Grunde wird dieses Gerücht von auswärtigen, missgünstigen Zungen aus Neid über irgend etwas entstanden sein, doch eine „Verschwörungstheorie“ ist dies mit Sicherheit auch dann nicht. Derlei Konspirationen werden nämlich nur dann vermutet, wenn sie größere Organisationen wie z.B. der Staat gegenüber der vermeintlich unmündigen Gesellschaft hegt, und dabei wird fast immer irgendetwas bloß verschwiegen.
Aus welcher Intention aber sollte man dort, wo – der Theorie nach - Nichts ist, das Vorhandensein einer Großstadt behaupten? Ganz schön kompliziert, das.
Man stelle sich mal vor, wie das wäre, wenn Frau Merkel kurz nach Amtsantritt von hohen Geheimdienstlern erstmals aufgeklärt und instruiert werden würde:
„Frau Bundeskanzlerin, wir müssen unbedingt das Gerücht von der Existenz dieser Stadt aufrechterhalten, sonst, sonst kommt es zu Aufständen und zur Revolution.“
Ich muss gestehen, die Vorstellung finde ich zwar höchst charmant, den Glauben an diese Existenz künstlich aufrecht zu erhalten, damit der kleine Mann und die Steuerzahler zutiefst beruhigt wieder schlafen können: Zugekittet wäre dann das kleine Loch in ihrem geographischen Seelenleben.
„Oh, mein Gott, wie bin ich froh, es gibt sie doch.“
Aber der Aufwand dafür wäre doch ein wenig hoch, mindestens die Anwendung von uns bis dato verschwiegener, an der Stadtgrenze einsetzender Wurmlochtechnologie wäre vonnöten, um uns in eine Parallel-Stadt zu beamen.
Ich bin ja eh’ der Ansicht, dass ein in gewissen Grenzen gehaltener Lokalpatriotismus für den Ort, in dem man gerade wohnhaft ist, durchaus für den eigenen inneren Ausgleich förderlich ist.
Auf meinem heutigen, weiteren Weg bemerkte ich unter anderem das Fußballstadion in der Nähe. Heute sollte anscheinend kein Spiel dort stattfinden.
Zugegeben, ich freute mich über jeden Sieg des Vereins, obwohl ich von Abseitsregeln und derlei Dingen nicht die geringste Ahnung besitze und es heißt, man sei als Fan dieses Clubs leiderprobt, aber immerhin zeitigt er neuerdings Erfolge, was den Klassenerhalt anbelangt.
Und wer andererseits Angst davor hat, sein sogenanntes höherwertiges kulturelles Leben könnte hier verkümmern, dem sei an dieser Stelle gesagt: Führt dein Weg auch durch’s finstere Tal, du musst Dich nicht fürchten ob Deiner geistigen Regsamkeit, Verängstigter!
Auf Schritt und Tritt fällt mir hier eine neue Galerie vor die Füße: Man muss nur die Augen weit öffnen.
Jede musikalische Größe macht hier halt: Man muss nur die Ohren aufsperren.
Und was das Gerücht über die Sturheit der Eingeborenen angeht, das kann ich ebenfalls nicht bestätigen. Ich kann mich hier prima in einem der zahlreichen Clubs und Lounges unterhalten:
Man muss sich selbst nur öffnen. Dann kommen sie geflogen, die Herzen der Region.
Erst nicht existent, dann sture Bewohner und obendrein hässlich soll’s hier auch noch sein.
Wenn ich permanent darüber meckern würde, wie hässlich dieser Ort doch sei, dann würde ich eines Tages ein griesgrämiger, kontaktloser Mensch, der nur noch rausgeht zum Flaschencontainer. Dabei stimmt das gar nicht, dass diese Stadt nicht schön ist. Das behaupten nämlich einerseits immer nur die, die von der ZVS hierher geschickt wurden und in ihrer Übergangsphase – bis sie was besseres gefunden haben – nur die allzu praktische Uni-Architektur mit ihrer Peripherie kennenlernten. Andererseits stammt dieser Ruf von den Menschen, die sich immer nur auf der Durchreise befinden, denen auf den großen Straßen nur die Betonklötze entgegenstarren. Diese Leuten sollte man einmal fragen: Wer baut denn auch schon die schönen Ecken an die Zubringer? Kauft Euch ein Fahrrad und Ihr werdet Wunder erleben.
Und als wenn es nicht schon genug des Ramenterns wäre, wird oft behauptet, dass es hier zuviel regnen soll. So eine Behauptung hält sich dann meist, wenn man Statistiken von vor vielen Jahren allgemeine Gültigkeit zuspricht. Subjektiv empfunden würde ich das aber gerne entkräften.
Doch wahrscheinlich würde es nicht einmal helfen, wenn es gelänge, ein paar wirklich nerdige Meteorologen zu einer langen Nacht von Kachelmanns Tagesthemen-Strömungsfilmen zu überreden, um diese vom Gegenteil zu überzeugen.
Endlich an meinem sonntäglichen Ausflugsziel angelangt, kaufte ich mir ein Beck’s und setzte mich auf den sonnenüberfluteten Platz. Es dauerte nicht lange, bis jemand meinen Namen rief. Ich winkte und bemerkte Klaus, einen alten Freund, mit einer offenbar neuen Freundin. Sie kamen zu mir und setzten sich, öffneten sich ebenfalls etwas zu trinken und schnell wurde ich auch mit seiner Begleitung bekannt.
Hier werde ich erkannt, hier kenne ich Menschen, habe Freunde. Und uns geht es gut auf diesem nicht-existenten Platz in dieser nicht-existenten Stadt.
Schlaue Menschen haben errechnet, dass, wenn das Tempo der Polkappenschmelze anhält, wir (so bis in 50 Jahren) die Nordsee vor den Stadttoren haben werden. Scheiß doch auf Hamburg, Berlin und Hannover. Endlich Palmen vor der Haustür und den Strand unter den Füßen. Gnädig werden wir alle Zweifler an unserem Vorhandensein in unserer Mitte aufnehmen.


