Monomythos
Geschrieben am 7 Mai 2006
In Hollywood kursiert bereits seit geraumer Zeit und spätestens nach Veröffentlichung der Arbeit von Joseph Campbell (1978) die Theorie vom Monomythos. Diese besagt, dass sich in den modernen Medien der Populärkultur (insbesondere der amerikanischen) immer wieder Strukturen finden lassen, die sich gleichen und Ähnlichkeiten mit den klassischen Mythen aufweisen.
Da ist z.B. ein Held, der auszieht, um Drachen zu töten und Abenteuer zu erleben, damit er ruhigen Gewissens zurück zur Frau des Herzens kehren kann. Oder es geht ganz allgemein um eine Irrfahrt, Suche, entlang an mehreren Stationen hin auf ein bestimmtes Ziel gerichtet.
Bislang hielt ich diese Theorie auch nur für ein nebulöses Hirngespinst, erdacht von ein paar Filmwissenschaftlern. Doch unlängst wies mich Kommilitonin M., die sich demnächst zum Thema Drehbuch prüfen lassen will, auf das Buch „Die Odyssee des Drehbuchschreibers“ von Christopher Vogler hin, welches eine Anleitung, ein Handbuch für Drehbuchschreiber sein soll und sich ganz gezielt und unter Verwendung des Begriffes Monomythos mit eben diesen alten Erzählstrukturen befasst.
Dann werde ich wohl ab nun, wenn Autoren bereits mit den Mythen ausgebildet werden (insbesondere bei Disney), an diese Theorie glauben müssen. Man sagt ja auch immer, erzählte Geschichten müssen „rund“ sein und stimmig, damit sie wahr und glaubhaft erscheinen.
Selbst wenn sie völlig fantastische Dinge und Geschehnisse berichten (siehe „Star Wars“), vollzieht sich in den Erzählungen selbst ein Prozess der Erkenntnis und Selbsterfahrung bis zum Ende hin.
Nicht immer ist dies so offensichtlich adaptiert wie im gerade eben wieder gesehenen und absolut fabelhaften „O Brother, Where Art Thou?“ der Gebrüder Coen, aber man kann sie überall wiederfinden, die Ödipusse, Parzivals und Elektras…


[...] Beweis stellt? Und, einmal auf die Spitze getrieben: Hätte irgendein Major die Urheberrechte an den alten Mythen, dürfte heute kein einziger Film und kein einziger Roman geschrieben werden, ohne dass man mit [...]