Zurüruck zum Inhalt

Nacht der Klänge

Na, ich weiß ja nicht.
Gestern Abend öffnete sich die Uni Bielefeld erneut dem interessierten Kulturpublikum zur “Nacht der Klänge”, um Projekte zu präsentieren, die sich mit, tja, eben mit Geräuschen im weitesten Sinne beschäftigten.
Ich persönlich denke und handele meist so, dass, wenn ich etwas noch nicht kenne, ich es mir zumindest einmal ansehe oder -höre, bevor ich mir ein Urteil bilde, aber dieses Mal trafen die wenigsten Darbietungen wirklich meinen Geschmack. Oder sie waren aufgrund des massenhaften Durchlaufs an Publikum unglücklicherweise einfach fehl am Platze.
Eine Lesung des Stückes “Die Physiker” würde ich mir sonst gerne antun, aber wenn andauernd Personen an mir vorbei laufen, ist das ganze doch nicht so entspannend. Ähnlich verhielt es sich mit so manch anderem Projekt, z.B. dem Abspielen von Klangcollagen, aufgenommen in den Straßen New Yorks.

Höchstinteressant fand ich allerdings die Idee, sich das aufgrund des medialen Fortschritts vermutete Verschwinden von Geräuschen noch einmal bewusst zu machen, indem man 15 Leute in einem abgeschlossenen Raum vor PCs setzt, um danach bei aller Stille zu lauschen, wie diese Rechner allesamt synchron von der Diskette booten. Hihi, eine lustige Geräuschkulisse gab das.

An den musikalischen Darbietungen im engeren Sinne konnte ich allerdings kaum Gefallen finden. O.K., die Uni-Big Band ist mal wirklich gut auf ihrem Gebiet, aber sonst?

-eine 50s Rock’n’Roll-Coverband? Ist wohl für ältere Semester.
-Reggae-Kram? “Was sagt ein Kiffer auf ‘ner Reggae-Party, wenn er nix mehr zu rauchen hat? Richtig: “Mach die Scheißmusik aus!””
-Merengue auf der Brücke? Ich bin doch nicht in Mittelamerika, ihr Möchtegern-Latin Lover.

Apropos “Möchtegern-Latin Lover”: Nachmittags hatten Slamkollege Schuster und ich noch im Park über die Capoeira-Freaks gelästert, und dann stehen die plötzlich in ihren weißen Leinenhosen in der Unihalle, zappeln, und versuchen dabei, sich nicht versehentlich zu hauen. Und nach Möglichkeit dabei viele Frauen zu beeindrucken.
Gibt es im Sport ein noch größeres Posing als dieses? Komischerweise haben die mit sowas Erfolg.
Zum Glück wurden die immer wieder von einer wirklich guten Breakdance-Truppe abgelöst.

Ich habe übrigens dann noch etwas gespendet für den ‘Kulturbeutel’. Weil ich lieb gefragt wurde. Vielleicht kann man sich dann ja nächstes Jahr Metallica leisten. Oder Björk. Da bin ich dann wieder tolerant.

P.S.: Beim “Carnival der [Pseudo-]Kulturen” werde ich mich dann einschließen. Die vielen Salsa- und Merengue-Clubs Tuchthausen e.V. tue ich mir nicht noch mal an. Jaja, ich weiß, schön für Kinder. Bin aber keins mehr.

3 Kommentare

  1. Jules schrieb:

    ich hab’s leider verpasst, es hätte mich sehr interessiert; eigentlich aber nur “cadavre exquise”, weil da ein freund mitspielte. hast du die gesehen?

    Montag, 15. Mai 2006 um 20:05 | Permalink
  2. Rouven schrieb:

    Leider ist das Programm nicht mehr in meinen Händen. Wenn Du mir etwas genauer beschreibst, worum es sich bei der Band dreht, könnte ich Dir vielleicht etwas schildern…

    EDIT: Ach so, hier gibt’s ja noch das Programm zu besichtigen, aber als ich dort zugegen war, haben ein Gitarrist und ein Bassisit in zwei Räumen, getrennt voneinander, improvisiert. Damit konnte ich auf der Durchreise Begriffener gerade nicht allzuviel mit anfangen…

    Montag, 15. Mai 2006 um 23:43 | Permalink
  3. Jules schrieb:

    yeah, das meinte ich. das interessante daran war, so wurde mir erzählt, dass sie sich nur teilweise hörten, d.h. mal hörte der eine den anderen, der andere den einen aber nicht, oder es wurde in reihe geschaltet (angeblich sollten es vier räume sein?), etc. aber ich hab es ja leider verpasst, kann also nicht beurteilen, ob es sich gelohnt hat.

    Dienstag, 16. Mai 2006 um 21:22 | Permalink

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *
*
*


Fatal error: Call to a member function return_links() on null in /www/htdocs/w009b2a2/blog/wp-content/themes/veryplaintxt4/veryplaintxt4/footer.php on line 29