Volver - Zurückkehren

Geschrieben am 20 August 2006

“Ja, ich werde dir alles erzählen. Versprochen.”

So (o.ä.) sagt es Raimunda ihrer Tochter Paula im neuen Film “Volver - Zurückkehren” von Pedro Almodóvar.
Kurz zuvor hatte Paco, Raimundas Ehemann, sich Paula sexuell genähert mit den Worten, es würde nichts ausmachen, er sei schließlich gar nicht ihr Vater, woraufhin die Tochter ein Küchenmesser ergriff und ihn erstach. Nun liegt der Tote in der Tiefkühltruhe des Nachbarrestaurants aufgebahrt und muss schleunigst verschwinden.
Raimunda verspricht daraufhin ihrer Tochter, ihr alles über ihren wahren Vater zu berichten. Und diese Wahrheit ist nicht einfach zu verdauen.

Almodóvar kehrt titelgerecht zu seinen Themen zurück: Starke Frauen und ihr Durchsetzungsvermögen in einer patriarchalischen Gesellschaft (und die Männerwelt kommt hier nun wirklich nicht gut davon: Der Einzige, der ein paar Sätze mehr sagen darf, nämlich Paco, wird um die Ecke gebracht. In seinem Fall aber zu Recht). Zuletzt kämpfte Manuela in “Alles über meine Mutter” (1999) für den Willen ihres verstorbenen Sohnes Esteban. Ihm gab sie ebenfalls in fast genauem Wortlaut das oben genannte Versprechen. Auch hier hält das Leben Widrigkeiten fernab jeglichen Kitsches bereit.

Heimkehren mit einem verwitterten Gesicht, der Schnee der Zeit hat meine Schläfen gebleicht und weiß gemacht. Spüren… daß das Leben ein Windstoß ist, daß zwanzig Jahre nichts sind, daß der fiebrige Blick, der durch den Schatten wandert, nach dir ausschaut und dich nennt…”
So lauten die übersetzten Zeilen eines Liedes, das Raimunda eines Abends vorträgt und das sie vor Jahren von ihrer verstorbenen Mutter gelernt hatte. Während sie dieses singt, wird sie von jemandem beobachtet.

Tage zuvor - Raimunda war mit der Beseitigung des Leichnams beschäftigt - kehrt Sole, ihre Schwester in deren Heimat, die La Mancha zurück (grandios: die Windmühlen des Don Quixote haben sich mittlerweile in Windparks verwandelt). Dort findet die Bestattungsfeier ihrer gemeinsamen Tante statt.
Nach einem langen Tag inmitten Kondolenzbekundungen findet sie - wieder in Madrid - im Kofferraum ihres Autos die Mutter auf: Sie will die Wertsachen der Tante nicht den Verwandten überlassen. Sole nimmt sie bei sich zuhause auf, wo sie sie in ihrem illegalen Friseurbetrieb einspannt.

Nach und nach gibt sich der “Geist” immer häufiger zu sehen…

Doch wie diese “Erscheinung” mit Raimundas prekärer Situation zusammenhängt, mögen die geneigten Leser bei einem eigenen Kinogang herausfinden.

Trailer-Vorschau (Spanisch mit englischen Untertiteln):

Weiterführendes:

- Volver bei IMDb
- Pedro Almodóvar

Kritiken und Rezensionen:

- Die ZEIT
- Süddeutsche
- F.A.Z.

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1 Kommentar bis jetzt
  1. Desideria August 21, 2006 16:39

    Ein wunderbarer Film mit wunderschönen Bildern und einer ergreifenden Geschichte. Sehr empfehlenswert, wie ich finde.


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