Herzog

Posted on September 17, 2006
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Ich weiß ja eigentlich nicht, was die Leute alle an den Filmen von Werner Herzog finden. In der TVMovie heißt es sogar zu seinen Filmen mit Klaus Kinski, sie gehörten „zum Besten des deutschen Films überhaupt“. Bei den dreien davon, die ich kenne – „Woyzeck“, „Nosferatu“ und „Fitzcarraldo“ – kann ich dieses Urteil allerdings nicht teilen.

Während eines Filmseminars, dass ich einst besuchte, meinte ein Kommilitone einmal ernsthaft, sie besäßen „eine gewisse Fernsehästhetik“, nachdem wir uns „Nosferatu“ angesehen hatten. Der Film hat unglaublich langatmige Stellen und bewirkt dadurch so manches Mal eine (evtl.?) ungewollte Komik, z.B. in der Szene, in der der Vampir sich von hinten an sein Opfer heranschleicht.
Eine „Fernsehästhetik“ existiert natürlich nicht per se, vielmehr kann man mit Sicherheit sagen, dass TV-Filme in der Regel mit einem niedrigerem Budget zustande kommen als nunmal ein Hollywoodschinken. Wenn ein deutscher Regisseur seine Handlung in entlegene Regionen transportiert und seine deutschen Schauspieler ungewohnte Namen verleiht, so erinnert das den heutigen Betrachter durchaus oft an eine Rosamunde Pilcher-Verfilmung. Mit einer wie auch immer gearteten Fernsehästhetik hat das nicht viel gemein.

Vielmehr liegt es daran, dass man wahrscheinlich die Synchronspur vermisst, die meistens unangenehme Nebengeräusche ausblendet. Bei Herzog sind sie vorhanden. Dazu kommt seine Neigung für aufwendige Kulissen, in die er die deutschparlierenden Akteure stellt. Mit authentischen Geräuschen ausgestattet, kommt das dem synchron verwöhnten Zuschauer und –hörer oftmals befremdlich vor.

Vor kurzem zeigte ARTE sich dann bereit, „Fitzcarraldo“ zu senden (und tut dies, ich glaube, Montagnacht noch einmal), für den der Regenwald Kulisse stand, und bei dem man sich fragte, was denn jetzt hier Vorrang hatte: Die Obsession des Industriellen, ein Schiff über einen Berg, hin zu seiner Plantage, zu transportieren, oder sollte das Augenmerk auf den „Clash of Cultures“ mit den Eingeborenen gerichtet werden?
Aber Herzogs Langatmigkeit ist schon erstaunlich, auch bei diesem Film („Himmel, wann ist das olle Schiff denn endlich oben?“).

Nee, ich kann mich mit seinen Filmen einfach nicht anfreunden. Was mich aber brennend interessieren würde, wäre Herzogs Dokumentation „Mein liebster Feind“ über die schwierige Zusammenarbeit mit Kinski.

Derivation, anatomisch

Posted on September 17, 2006
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S. über die Schrammen, die ich mir im Laufe der Lagerarbeitswoche zugezogen habe:

“Du bist ja völlig vermackelt.”

Das kannte ich bisher noch nicht…

Die Unterwelt bricht auf

Posted on September 16, 2006
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In der Stadt fährt die Hölle ihr Personal auf: Bayern München trifft auf die Arminia, daneben will eine Fascho-Demo ordentlich getriezt werden. Für irgendetwas davon wird zur Stunde eifrig geübt, die Lautsprecheranlagen auf ihr Maximum erprobt. Offenbar soll Robbie Williams eine der Parteien ärgern. Welche wohl? Hm.

Füße hoch!

Posted on September 15, 2006
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Selten zuvor habe ich mich dermaßen auf ein Wochenende gefreut.
Zuletzt erging es mir ähnlich während des stressigen Altenpflege-Zivildienstes, rückwirkend gefühlt. Nur Lust darauf, das Wochenende lediglich zu Entspannungszwecken zu nutzen, kein Bedarf nach Feierei und dergl. ist vorhanden.
Aha, so ergeht es also dem (körperlich) arbeitenden Volk. Interessant, mal wieder. Ab und zu brauche ich wohl diese Einsicht zur Erinnerung.

Und als Ansporn.

Chaos und Codes

Posted on September 13, 2006
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Man wird schon ziemlich argwöhnisch beobachtet, wenn man als studentische Brillenschlange in Bereiche eindringt, in denen sich Leute aus allen Gesellschaftslagen einfinden, um etwas mehr Geld zu bekommen, als es ihnen die Arbeitsagentur böte. Noch dazu, wenn man von einer Fremdfirma kommt, und den Arbeitgeber teurer zu stehen kommt.
Aber was tut man nicht alles, um an die einem selbst verbleibenden 8 Euro pro Stunde zu gelangen. Konspirative und - teilweise - recht restringierte Kodes herrschen dort vor, und wie wir aus den Linguistikseminaren wissen, hat man meistens dann mehr Erfolg, wenn man in der Lage ist, in diese hineinzuswitchen und mit ihnen zu kommunizieren.

Ein Kollege dort meinte zu mir, nachdem ich ihm meinen Studiengang erläuterte: “Ach, dann triffst du hier bestimmt auf allerhand Interessantes zum Hören. Schon ‘nen Tonbandgerät besorgt?”
Gute Idee eigentlich, aber ich glaube nicht, dass ich so weit gehen würde. Vielleicht taucht aber hier und da mal ein Bericht auf.

Ein Tonbandgerät würde jedenfalls nur stören. Das Chaos, dass dort herrscht, ist nämlich enorm und es heißt, Augen auf zu halten. Ab und an fühlte ich mich bereits an den alten Kurzfilm “Gabelstapler Klaus” erinnert:


(obwohl, in diesem Lager dort im Video sieht es wesentlich ordentlicher aus als in dem, in dem ich z. Zt. arbeite)

Wohlan, ich muss dann mal wieder los. Bis später.

Tausch

Posted on September 12, 2006
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Und dann noch, wenn man todmüde zuhause sitzt und zum Tagesabschluss fernsieht, dabei zuschauen, wie Menschen des jüngeren mittleren Alters versuchen, aus ihrer früheren Jobsituation auszusteigen. Weil sie als Software-Entwickler oder MTV-Pressesprecherinnen viel zu viel Geld verdient hatten, aber nie Zeit für sich besaßen, zeigen sie bei 37° im ZDF, wie sie ihre Arbeit kündigen und in “ärmere” Verhältnisse eintauchen, wo sie sich mehr Glück erhoffen (!).

Beiträge über Menschen, die den lieben langen Tag für Minimalst-Stundenlöhne schuften, und die dann trotzdem keine Freizeit finden, gibt’s ja schon zur Genüge. Und angeblich sollen sich die Reichen ja - Gerüchten zufolge - tatsächlich nach einem Leben in Armut sehnen. Ohne allerdings Taten folgen zu lassen.

Gibt es eigentlich schon eine Reality-Sendung namens “Situationstausch”? Ich würde die meinige, finanzielle gerne mal zum Tausch anbieten, wenn auch ohne Kameraeinbindung. Kann auch nur für ein paar Wochen sein.
Über Verlängerungen können wir dann ja reden.

Lulu

Posted on September 11, 2006
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Will man heutzutage ein Buch publizieren, so braucht man schon seit Längerem nicht mehr darauf zu warten, von irgendeinem Verlag entdeckt zu werden. Ähnlich wie das Spreadshirt-Konzept, existieren seit geraumer Zeit “Books on demand”-Verlage im Internet: Das Buch wird erst dann gedruckt, wenn es jemand bestellt. Bei den meisten Verlagen musste der angehende Autor bisher vorab eine kleine Gebühr zahlen, aber bei Lulu.com scheint diese nunmehr wegzufallen (s. Spiegel-Artikel). Da kommt man ja direkt in’s Grübeln.

Auf die Vertriebswege der renommierten Verlagshäuser darf man dabei natürlich nicht hoffen und was die Qualität der Produkte angeht, besitze ich auch darüber keine Kenntnis.
Aber vielleicht hat ja der ein oder andere Leser bereits Erfahrugen gesammelt?

11′09″01

Posted on September 11, 2006
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Man kann sich ja kaum retten vor Dokumentationen über den Terroranschlag vor fünf Jahren. Etwas entspannter geht es heute Abend ARTE mit der Sendung des Films 11′09″01 an: Elf Regisseure zeigen jeder auf seine Weise recht unpatriotisch Folgen des Anschlags auf. 11 Minuten, 9 Sekunden und ein Bild lang dauert jeder der Beiträge, die qualitativ stark unterschiedlich sind. Sehenswert sind - meiner Erinnerung nach jedenfalls - der französische Teil “Männer und Frauen”, derjenige aus Burkina Faso (”Afrique, mon Afrique”) und der USA-Beitrag von Sean Penn (”Das Versprechen”).

Adams Äpfel

Posted on September 11, 2006
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Mit “Adams Äpfel” haben wir den nächsten grandiosen Coup aus Dänemark in den Kinos. Adam (Ulrich Thomsen), ein Neonazi, gerät zu Zwecken der Bewährung in die ländliche Gemeindeobhut von Ivan (Mads Mikkelsen), einem passionierten Pfarrer, der die Schwächen seiner Schützlinge konsequent ignoriert und “nur das Gute im Menschen” sieht, und dabei nicht nur einmal beide Wangen hinhält. Zwischen den dort Aufgenommenen und ihren unbequemen Gesinnungen (diejenigen Adams sind ja auch nicht gerade die angenehmsten) entpuppt sich ausgerechnet der neue Gast als derjenige mit der größten Vernunft.
Doch Vernunft wird ihn in dieser Konstellation und Berechnung nicht sehr weit bringen. Er muss und wird umdisponieren, auch der ihm im weiteren Verlauf näher bekannt werdenden Menschen zuliebe.

Den Kniff des Regisseurs Anders Thomas Jensen, den Zuschauer sich ausgerechnet mit dem Neonazi identifizieren zu lassen, da er sich dem irrationalen Glauben ausgesetzt sah, finde ich mal mindestens hochgradig intelligent. Und sorgt wahrscheinlich auch irgendwo für Aufruhr.

Aber dafür werden diese Ansichten, und die daran festhaltenden Kumpels von Adam, einfach viel zu lächerlich dargestellt, als dass man sie ernst nehmen könnte.

Alles in allem ist “Adams Äpfel” ein Topp-Filmtipp meinerseits. Solange er noch vor Ort läuft, gilt Reingeh-Befehl!

(Ach so, dort auf der Internet-Seite gibt’s natürlich auch Trailer)

Glauben ist alles

Posted on September 10, 2006
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Der Pontifex besucht Deutschland bzw. Bayern

“…2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach’ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt…”

Foto via Polylux

« go backkeep looking »

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