Das Interesse an der Meinung
Geschrieben am 26 Oktober 2006
Und schon wieder ist eine Einladung zur Teilnahme an einer Meinugsumfrage im E-Mail-Postfach gelandet. Wenn es darum geht, ein repräsentatives Bild von Ansichten zu schaffen, enthalte auch ich mich dem nicht. Doch es häufen sich eher die Umfragen, bei denen man nach wenigen beantworteten Fragen schon wieder herausgeworfen wird.
“Welche der folgenden Fachrichtungen studieren Sie?”
Hmmm…Sprach- und Geisteswissenschaften (klick)
“Tut uns leid, aber Sie gehören nicht zur Zielgruppe dieser Umfrage!”
oder anders:
“Beabsichtigen Sie, in der nächsten Zeit ein Auto zu kaufen?”
Nein, natürlich nicht (klick)
“Tut uns leid, aber…” usw. usf.
Das ist ziemlich entmutigend. Studiere ich nicht BWL oder Jura, habe ich kurzfristig nicht vor, mir große Vermögenswerte anzuschaffen, dann ist meine Meinung nicht gefragt. Uninteressant. Herausgefiltert.
Wenn man länger darüber nachdenkt, ist es sogar frustrierend, dass ausgerechnet die Leute mit etwas mehr Kaufkraft für die Teilnahme an derlei Umfragen auch noch mit Bonuspunkten, Rabatten etc. belohnt werden.
Aber tragen wir es mit Fassung. Was will man schon erwarten, wenn die Institute ihre Umfragen auf diesem, elektronischen Weg angehen. Wo doch noch nicht einmal alle einen Internet-Zugang besitzen.


Andererseits willst du ja wohl auch nicht deine Zeit damit verschwenden, über die Ausstattung eines fiktiven Autos zu philosophieren, das du haben wollen würdest, wenn du in Kürze eines kaufen wolltest, oder?
Wenn in Folge darauf so etwas erfragt werden würde, natürlich nicht. Aber könnte ja sein, dass man später als Volvo-Fahrer für einen SPD-Wähler gehalten wird. Dann schon. Aber das weiß man ja nicht…