Mohammed Yunus
Geschrieben am 28 Oktober 2006
In der Vergangenheit hat das Friedensnobelpreis-Kommitee die Auszeichnung gelegentlich nicht sofort nachvollziehbar vergeben. So zum Beispiel im Jahr 2002, als Jimmi Carter geehrt wurde, da während seiner Amtszeit als US-Präsident kein Soldat in einem Auslandseinsatz zu Tode kam (obwohl in der Begründung etwas anderes stand), und dieses nur als an die bestehende Regierung gerichtetes Zeichen gelesen werden konnte. Oder 1994 an Jassir Arafat für seine Bemühungen zur Lösung des Nahostkonfliktes.
Nun hat Mohammed Yunus aus Bangladesh den Preis erhalten, der mit seiner Grameen-Bank Kleinkredite an arme Menschen zur Existenzgründung vergibt und damit für eine größere Zu-Friedenheit der Bevölkerung sorgt.
“Dauerhafter Frieden kann nicht erreicht werden, ohne dass große Teile der Bevölkerung die Armut hinter sich lassen“, erkennt das Kommitee in seiner Begründung und ehrt damit endlich jemanden, der am Nährboden für Gewalt ansetzt.
In diesem Zusammenhang zitiert die ZEIT den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt (ebenfalls ausgezeichnet): “Entwicklung im weiteren Sinn ist ein anderes Wort für Frieden”.
Oder anders - im Umkehrschluss - ausgedrückt: “Rückentwicklung ist ein anderes Wort für Unzu-Friedenheit.”

