So, der Monat wäre gelaufen.
Irgendwas über 130 Stunden gearbeitet, irgendwann habe ich mit’m Zählen aufgehört. Wahnsinn!
Studieren? Schreiben? Hobbies?
Wo denkt Ihr hin?
Vor dem Fernsehereignis noch schnell ein paar Antworten auf einige Google-Referrer, die hierhin führten (bevor die Leute noch lange weiter suchen):
“darf man seinen Nachbarn Hornochse nennen?”
Kommt auf den Nachbarn an. Gelegentlich sollte man das sogar. Es kostet aber bestimmt ein Bußgeld vor Gericht.
Angst vor Germanistik Zentralklausur Bielefeld
Keine Panik. Ich bin kein Tutor mehr und führe demnach keine Aufsicht.
Erstes, ganz sicheres Anzeichen ist, wenn man bei Google nach “schwul frühe anzeichen” sucht.
Mann, Mann, Mann. Da will man sich endgültig aus dem StudiVZ verkrümeln und vorher noch ein paar dort verlinkten “Freunden” Bescheid geben, damit die sich nicht über das plötzlich fehlende Profil wundern, da beginnt das VZ zu ächzen und zu stöhnen wie früher einmal in deren Anfangstagen.
Als wolle es verhindern, dass man sich verabschiedet.
Doch schnell ist aufgeklärt, was da los ist: Die Wartungsarbeiten rühren daher, weil es offenbar harte Phishing-Angriffe auf das Verzeichnis gab.
Laut Zufallsfaktor wurde dort ein gefälschtes Login-Formular im StudiVZ-Design angelegt, um Daten auszuspionieren.
Ist ja irre. Nix wie weg da (sobald man wieder hinein kommt).
Da hatte es mich doch heute morgen gleich wieder umgehauen, nachdem ich aufgestanden war. Ob es an den Viren liegt, die in der WG herumschwirren oder an der gestrigen Mahlzeit, vermag ich nicht zu sagen. Es schien mir in jedem Fall schlauer zu sein, das Haus nicht zu verlassen.
Großes Manko: Womit nur die Zeit totschlagen, wenn der Magen jeden Moment erneut Alarm schlagen kann? Immerhin sind ein paar Seiten der gedruckten ZEIT durchgearbeitet und ich habe es tatsächlich einmal geschafft, wirklich alle abonnierten Feeds durchzuwühlen. Erkenntnis des Tages: Ich muss einige davon löschen, es sind wirklich viel zu viele geworden.
Und aufgrund diesen Artikels bin ich beinahe bereit, mich der “Slow-E-Mail-Bewegung” anzuschließen: Lediglich zwei Mal am Tag die Mails abrufen, statt Gmail dauerhaft offen zu halten und mich unterbrechen zu lassen.
[Keine Angst, Markus: Ich werde meine neuen GSA-Pflichten gewissenhaft wahrnehmen
]
Huch, und was muss ich sehen? Der Tag kann mit “Im Auftrag des Teufels” beschlossen werden. So hochkarätige Qualität auf dem ZDF? Würde ich es nicht bereits tun, müsste ich mich vor Schreck erstmal setzen…
Es ist schon erstaunlich, wie erschreckend doch ein paar grünlich-blau angemalte Japaner wirken können, wenn man die richtigen Schnitte anwendet: “The Grudge 2” kommt ohne viele Special Effects aus (ich habe derer zwei gezählt), um dem Zuschauer gehörige Schauer einzujagen.
Könnte aber auch daran liegen, dass ich mir selten derlei Filme im Kino ansehe. Auf meiner Briefmarke von Bildschirm zuhause kann so etwas schließlich unmöglich so gruselig wirken…
Anfangs fand’ ich die Idee des “Social Networking” im StudiVZ ja noch begrüßenswert, wie hier und hier auch dokumentiert ist. Nach wie vor halte ich die Idee auch für schön.
Doch bald kamen von Blogger-Kollegen aus dem näheren Umfeld die ersten Gerüchte über gewisse Gesinnungen der Initiatoren, die nicht unbedingt wahr sein mussten. Don Alphonso ging in die Offensive und berichtet seit Längerem über die Ungereimtheiten beim StudiVZ, worauf die Blogosphäre beinahe täglich ein neues Fresschen findet.
Dass nach und nach derlei üble Dinge an’s Tageslicht geraten, konnte ja niemand vorhersehen. Egal, wie sehr und wie oft das Team um das StudiVZ seine Versäumnisse auch behebt, die Verfehlungen als Dumme-Jungen-Streiche herabspielt, das Vertrauen ist und bleibt erschüttert.
Und dass dort viele Grüppchen und Studis Geschmacklosigkeiten verbreiten und hervorrufen, ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Falls Ihr mich demnächst dort vergeblich sucht, wisst Ihr jedenfalls, weshalb.
Dass man sich im Winter bräunen konnte, wenn es windstill ist und man ein lauschiges Plätzchen zum Sonnenbaden gefunden hat, ist keine neue Erfahrung. Aber dass es sooo warm ist, obwohl die Sonne kein Durchkommen durch die Wolkendecke findet, ist mal direkt unheimlich.
Ein Kollege meinte neulich, als die Temperaturen zuletzt derart hochkraxelten: “Passt mal auf, nächstes Jahr haben wir hier jede Menge Ungeziefer.”
An so etwas denke ich dabei meistens gar nicht.
Na super. Dann steht in ferner Zukunft Hamburg unter Wasser, wir in Bielefeld haben den Strand vor der Tür. Aber dafür dürfen wir uns vermutlich auch mit Malaria (-mücken) herumschlagen…
…von über einstündigen Interviews mit Mitarbeiterinnen eines sehr, sehr großen deutschen Telekommunikationsunternehmens:
“[…] Bitte, bitte, sag’ jetzt nicht schon wieder “sozusagen”, bitte nicht schon wieder “sozusagen”…Oh nein, sie tut’s doch. Gleich spring’ ich ihr in’s Aufnahmegerät und würge sie…[…]”
Neulich bin ich über den Bielefelder Kanal 21 gezappt und musste kurz bei dem Sender innehalten. Dort wurde offenbar über eine Kirchengemeinde während eines abendlichen Gottesdienstes berichtet, deren Mitglieder zu den unvermeidlichen Gitarren- und Keyboardklängen tanzten und sangen, hoben dabei die Arme gen Himmel. Jeder einzelne wiegte sich mehr oder weniger gut im Rhythmus und hielt dabei die Augen geschlossen.
Fast dachte ich…, ach, was heißt “fast”? Ich dachte, der Kanal 21 berichtet plötzlich über Sektenrituale, doch ich hatte die Szene wohl - wie so oft - überinterpretiert. Es handelte sich um einen Beitrag über die Aktion “On The Move“, die seit einigen Jahren anscheinend auch in Bielefeld läuft. Im Internet wird diese Aktion offen als “Mission” bezeichnet.
Dieserorts gestaltete sich das so, dass sich 26 evangelische Kirchen und Gemeinden zusammenschlossen und mit mehreren Aktionen auf sich aufmerksam machten: Mal wurde die Fußgängerzone mit christlichen Klängen beschallt, ein Gottesdienst im Freien bei Nacht abgehalten oder am Jahnplatz über die kostenlose Currywurst hinweg über Gott geredet. Letztere hatte dann auch zur Folge, dass sich natürlich reichlich mittellose Menschen dort ansammelten, die einfach nur Hunger hatten statt sich taufen zu lassen. Ob das so beabsichtigt war, soll mal dahingestellt bleiben, immerhin wurde so zumindest dem christlichen Gedanken der Nächstenliebe gehuldigt. Dennoch wirkte das etwas befremdend. Der Bericht an sich bemühte sich nicht zu kommentieren und beschränkte sich auf’s Zeigen, aber die Auswahl der Bilder kann schließlich auch schon ein Kommentar sein.
Wie ich schon hier und dort habe durchscheinen lassen, gehöre ich zu den Leuten, die nur ungerne auf den Glauben hin angesprochen werden wollen, schon gar nicht zu denjenigen, die mit Freude missioniert werden wollen. Auf der Straße darf man mir daher aus diesem Grunde aus dem Weg gehen. Jedem sein’s, aber bitte nicht aufdrängen. Man sollte anderen ihr Glück nicht aufzwingen, vielleicht sehen diese es woanders verborgen.
Es gab auch ein, zwei Interviews einiger an der Aktion Beteiligter. Sie berichteten davon, wieviel “Hoffnung” sie aus ihrem “Glauben” schöpften, wieviel Liebe sie empfangen und geben. Schön und gut.
Gruselig und unheimlich kam mir persönlich dieses bestimmte Lächeln vor, das die Interviewten ausstrahlten, wenn sie davon sprachen, wie “beseelt” sie sie sich doch fühlten.
“Be-seelt”! Welch’ ein sonderbares Adjektiv, wenn man einmal genauer darüber nachdenkt. Nicht einfach nur eine Eigenschaft zu besitzen, sondern als wäre man mit einer Seele von außen ausgestattet worden. Als hätte der liebe Gott einen mit einer Seele be-huft, und nun müsse man sich damit nun abplagen. Doch kaum trägt man das Ding mit sich herum, bekommt man dieses an Wahnsinn grenzende, entrückt aussehende Lächeln mit dazu. Bedenkt man, wie befremdend dieser (Gesichts-) Ausdruck auf den Hauptteil der Gesellschaft wirkt, sollte man eventuell besser von “ver-seelt” reden.
Aber das war wahrscheinlich nur ein Grenzfall, den ich da gesehen habe. Hier gucken ja auch eine Menge Christen rein, die ansonsten ganz lieb sind.
Kommt mir jetzt bitte nicht mit besorgten Anfragen wie “Wenn du keinen Glauben hast, wo ist dann der Sinn deines Lebens?”, oder so ähnlich. Ich glaube nicht, vielleicht an die ein oder andere Belanglosigkeit (Ich glaube, morgen werde ich verschlafen). Aber das Leben selbst hat überhaupt gar keinen Sinn. Kann es ja auch gar nicht haben. Und das meine ich nicht pessimistisch oder wie Herr Bastian B. aus Emsdetten.
Hape Kerkeling in der ZEIT Nr. 46/06 im Interview zum Glauben:
“Ich bin Christ. Gelernt katholisch, ausgetreten. Der Buddhismus ist für mich der Schlüssel für diese Kiste, die ich bisher nicht verstanden habe. Und dieser Schlüssel passt in die Schatzkiste, und wenn ich die aufmache, kommt für mich Christentum raus. Ist verwirrend, fühlt sich aber ganz gut an.”


