Play Time

Geschrieben am 12 November 2006

Play Time” ist einer der späteren (1967) Filme Jacques Tatis mit seinem Protagonisten M. Hulot. Der taucht auch nur hin und wieder sporadisch auf, einen richtigen roten Handlungsfaden besitzt der Film nicht. Er zeigt mehrere Reisegruppen, die Paris erkunden wollen, die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind aber nur dann im Bild, wenn sie sich in Glastüren spiegeln.
Tatis Kritik am Fortschrittswahn ist hier noch offensiver durchgespielt als im neulich angesprochenen Film “Mon Oncle“: M. Hulot durchforstet Verwaltungsgebäude, die vor Beton-, Stahl- und Glaskonstruktionen nur so strotzen, nach einem Angestellten, bei dem er ein Vorstellungsgespräch hat. Er irrt diesem nach und dabei kommt es mitunter wieder zu skurrillen Szenen, durch seine Tapsigkeit bedingt.
Zuletzt kulminiert der Film bei der Eröffnung eines neuen Nachtlokals, wo sich das Interieur wegen seiner Baufälligkeit, die Gäste aufgrund ihrer Ausschweiferei langsam auflösen.

Wieder: Super, aber anstrengend, da äußerst detailreich. Bei ca. zwei Stunden Laufzeit übersieht man mit Sicherheit das ein oder andere. “Mein Onkel” hätte es aber eher verdient, in die SZ-Cinemathek gewählt zu werden.

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