Badlands
Posted on November 21, 2006
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Eins vielleicht noch: In jüngster Zeit avanciere ich zum reinsten Filmfresser, d.h. wochenends und auch mal unter den Arbeitstagen werden Filme geguckt, was das Zeug hält. Selten kann ich dann mal einen ansprechen oder empfehlen.
Über einen wollte ich dann aber doch nicht unempfohlen hinweggehen: “Badlands” von Terence Mallick aus dem Jahre 1973.
Der 25jährige Kit (Martin Sheen), seines Zeichens Müllfahrer in einem verschlafenen Südstaaten-Ort, verliebt sich in die 15jährige Holly (Sissy Spacek). Deren Vater untersagt ihr die Verbindung, worauf er von Kit äußerst berechnet umgebracht wird. Daraufhin beginnt eine Flucht der Beiden in Richtung Norden, wo sie sich eine bessere Zukunft erhoffen. Oder besser gesagt: Erträumen. Denn unterwegs müssen sie sich selbstverständlich vor Polizei und Kopfgeldjägern in Acht nehmen.
Jüngeren Kinogängern fällt vermutlich sofort die Ähnlichkeit der Geschichte mit der von Filmen wie “Natural Born Killers” auf. Die ist allerdings frappant, doch während Oliver Stone 1994 mit seinen Special Effects und Kameraeinstellungen mehr auf die Faszination der Gewalt setzt, verzichtet Mallick im früheren Film gänzlich auf deren Zusätze. Merkwürdige Dialoge und bloße, unkommentierte Beobachtung lassen die Ausschreitungen des Pärchens eher naiv erscheinen, und daher auch so erschreckend, schließlich wird hier gemordet.

Tage wie dieser
Posted on November 20, 2006
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14 Stunden auf den Beinen, unterwegs außer Haus. Arbeiten, dann schnell noch Grundnahrungsmittel einkaufen, anschließend in die Uni, um dann noch mit dem Kolloquium auf ein Bier einzukehren und beinahe darüber vor Müdigkeit einknicken. Respekt an all diejenigen, die derlei noch als Alleinerziehende wahrnehmen.
Mich haut’s jedenfalls hin und die Füße schlagartig hoch. Wenn ich Glück habe, kann ich mir noch durch den Schleier vor meinen Augenschlitzen “Monster” auf meinem Lieblingssender (*g*) ansehen…
Casino Royale
Posted on November 19, 2006
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Mittlerweile bin ich - obwohl eingefleischter Brosnan-Bond-Befürworter - durch die Propaganda regelrecht angefixt auf den neuen Film und werde ihn wohl an den ersten Spieltagen gesehen haben.
Aber gleich (13:20 Uhr) zeigt uns Kabel1 schonmal die alte Parodie gleichen Namens aus dem Jahre 1967: Mit einem David Niven als James Bond im Ruhestand, Ursula Andress als Vesper Lynd und in weiteren Rollen Peter Sellers, Orson Welles und Woody Allen als Bösewicht Jimmy Bond/ Dr. Noah.
EDIT: Ich hab’ den Klamauk dann aber auch nur 25 Minuten ausgehalten. Das war stellenweise dann doch zu blöd ![]()
Angst
Posted on November 18, 2006
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Na super. Da stellt man sich darauf ein, später nach dem Wortpalast schön kuschelig zuhause vor der Glotze einschlummern zu können, da bemerke ich, dass im Haus gegenüber große Partyvorbereitungen getroffen werden.
Können die das nicht einmal früher in der Nachbarschaft ankündigen? Ich weiß noch, dass ich das letzte Mal die ganze Nacht lang kein Auge zu bekommen habe, weil die Vollpfosten da drüben einen düsenjägermäßigen Pegel angeschlagen haben. Dabei bin ich ja einiges an Lautstärke gewohnt, aber das war echt zuviel. Und bis zur Helligkeit auf dem Hof herumgrölen können sie auch noch.
Na, das kann ja was werden.
Wortpalast 18.11.
Posted on November 17, 2006
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So. Dann schlagen wir mal schön alle unsere Terminkalender auf und sehen nach, was dort für morgen Abend drin steht. Wie? Ihr wollt auf eine Party? Da könnt Ihr auch später noch hingehen. Es kommt ein guter Film im Fernsehen? So’n Quatsch. Nichts kann unterhaltsamer sein als der morgige

, der wie gehabt in der Hammer Mühle ab 21 Uhr stattfindet. Durch den Abend moderiert Micha-El Goehre, Vortragende sind Mischael-Sarim Vérollet, Markus Freise, Eric Pfennig. Als Gäste sind dieses Mal der Wirt, Uwe Modest himself, und meine Wenigkeit dabei (daher ist das auch ein wenig Werbung in eigener Sache).
Eintritt wie immer: Nix!
Kommet zahlreich.
EDIT etwas später: Gerade habe auch ich den Newsletter dazu erhalten. Da verwendet aber einer große Worte: “Komplettiert wird das Feld dann vom Bielefelder Newcomer des Jahres, dem sympathischen Rouven Ridder, der durch seine hervorragende Beobachtungsgabe die Spitzen im Leben findet, wo andere längst abgeschaltet haben.” Klingt nach Markus ![]()
Der für mich zuständige Sachbearbeiter
Posted on November 16, 2006
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Der erste Krach, den ich am neuen Tag hörte, war beinahe imstande, mir die Sinne gleich wieder zu rauben. Lautmalereien wären nicht in der Lage, dieses Geräusch auch nur annähernd zu beschreiben. Es handelte sich vielmehr um ein äußerst lautes Splittergeräusch und war deshalb so laut, weil mein eigener Kopf als Resonanzkörper diente. Der darauffolgende Schmerz schien mir irgendwo zwischen Lobotomie und Enthauptung einzuordnen zu sein.
Es rächte sich, und zwar nicht zum ersten Mal, dass ich seinerzeit so hohe Pfosten für mein Hochbett verwendet hatte. In meinem Zimmer, dass lediglich zwei Meter hohe Wände aufwies. Nur um etwas mehr Platz darunter zu haben. Doch nach und nach stellte ich mir immer häufiger die Frage: Wozu und wofür überhaupt? Der gewonnene Raum wurde nämlich nur durch meine ungewaschenen Klamotten eingenommen.
Ich betrachtete die Stelle unter der Zimmerdecke, die bereits Spuren von meinen vielfachen Kopfstößen gewohnt war und betastete daraufhin meine Stirn. Unter dem Haaransatz spürte ich eine warme Flüssigkeit zäh hervortreten.
Inzwischen konnte ich mich auch wieder erinnern, weshalb ich so plötzlich gegen die Zimmerdecke gestoßen war: Mein altes Telefon hatte geklingelt, obwohl man es seit ca. einem Jahr nicht mehr als Klingeln bezeichnen konnte. Seitdem ich es einstmals fallen gelassen hatte, konnte eigentlich nur noch von einem krächzenden Scheppern die Rede sein. Mittlerweile war es allerdings wieder verstummt.
Ich wagte den Abstieg auf der Holzleiter, um mir im Bad meine Verwundung anzusehen und hoffte, keinem meiner Mitbewohner zu begegnen.
Doch kaum an der Zimmertür angelangt, schepperte es erneut.
Mit der linken die Stirn haltend, hob ich mit der rechten den Hörer ab und meldete mich.
„Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich, Herr Baumann. Huber am Apparat. Ich hoffe, sie hatten angenehme Träume.“
Es war also Herr Huber, mein Sachbearbeiter beim – ich kann’s mir nicht abgwöhnen, es so zu nennen – Arbeitsamt.
„Herr Huber, ich blute!“
„Wie? Ach so, ja? Ähm, Entschuldigung. Dann werden sie mal in Ruhe damit fertig. Ich melde mich später nochmal, ja?“
Entnervt hämmerte ich den Hörer wieder zurück.
Der Herr Huber. Was für eine Marke. Man musste ihn einfach lieb haben. Die Ankündigung, mir eine Arbeit geben zu wollen, konnte ich inzwischen auch nicht mehr recht ernst nehmen. Zunächst kam es mir etwas befremdlich vor, das er sich so sehr um mich kümmerte, mir oft Termine gab, mich sogar anrief. Aber im Laufe der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt.
Wie hab’ ich doch damals noch vor Angst gezittert, als ich das erste Mal zum Arbeitsamt musste. Zwei Jahre mochten seit dem in’s Land gegangen sein. Ich weiß noch, wie ich unruhig ich auf dem Stuhl vor seiner Tür herumrutschte, fast war ich überzeugt davon, es läge an meinen Schweißausbrüchen, dass ich mich nicht darauf halten konnte. Doch als ich hereingerufen wurde, bemerkte ich, dass auch mein künftiger Sachbearbeiter zu schwitzen hatte, und zwar nicht vor Nervosität. Am heißen Wetter konnte es jedenfalls nicht liegen, draußen schneite es stürmisch. Es war Januar.
Kurz zuvor arbeitslos geworden – wieso bin ich auch Erzieher geworden, wenn’s nix zum Erziehen gibt? - erwartete ich nun harte Sanktionsmaßnahmen und viele Pflichten. Herr Huber aber lächelte und bot mir einen Kaffee an, den er gerade frisch aufgebrüht hatte:
„Der ist wirklich gut, den schickt mir meine Mama immer mit der Post,“ hatte er dazu gesagt und gelächelt. Ich hatte es mit einem untersetzten Mann Mitte vierzig zu tun, der Kehrpakete von seiner „Mama“ bekam.
Er hörte sich mein Anliegen, meine Vita geduldig an, und tipperte mit seinen dicken Fingern auf der Tastatur herum, auf der Suche nach Arbeit für einen Willigen wie mich.
„Also, wenn es sie nicht stört, hier wäre noch eine Stelle im Winterdienst ..“
„Was? Bei dem Wetter?“brachte ich unachtsam hervor.
Herr Huber schaute zunächst mich an, blickte sodann nach draußen.
„Ja, stimmt. Sie haben wohl recht. Das kann man ja keinem zumuten.“
Was Herr Huber zu Beginn noch nicht ahnen konnte, war: Ich wollte gar nicht arbeiten. Doch er schien irgendeinen Narren an mir gefressen zu haben, und so spielten wir dieses Spiel weiter, auch, als er Stellen fand, die zu mir passen wollten. Bei einem anderen Gespräch - dieses Mal hatte Mutti Mozartkugeln geschickt - schlug er mir sogar etwas in der Art vor:
„Ein paar Straßen weiter eröffnet demnächst so ein neuer Elite-Kindergarten. Wäre das nicht was für sie?“
„Elite-Kindergarten?” rief ich empört. “Geht’s noch? Was soll das denn jetzt wieder krankes sein? Aus „Rappelkiste“ und „Wuselvilla“ wird die „Albert-Einstein-Gedächtniskrippe“? Ich seh’s förmlich schon vor mir: Kleine Kinder mit riesigen EEG-Helmen auf dem Kopf, die wie wild an Rubik-Würfel herumdrehen.”
Herr Huber schaute mich fast gekränkt an, als ob ich seinen Vorschlag angreifend aufgefasst hätte. Er blickte wieder zurück auf seinen Bildschirm und sagte geknickt:
“Na gut, ich sehe schon. Wenn sie da solche Bedenken haben, würde das wahrscheinlich auch keinen Sinn machen.”
Sofort hatte ich ein schlechtes Gewissen, es zerbrach mir beinahe das Herz. Ich versuchte ihn, mit einigen netten Worten wieder aufzumuntern und bald konnte er auch wieder lächeln.
So ging das weiter, bei jedem Termin, den ich bei ihm wahrnahm. Herr Huber schlug etwas vor, und mir wurde immer deutlicher klar, dass er mir niemals Widerworte entgegnet hätte. Nicht einmal der Gedanke an Leistungskürzungen kam auf. Stillschweigend betrachteten wir uns gegenseitig als gute Ergänzung. Schließlich brauchte er auch mich als Bedürftigen.
Hatte ich mich zu Beginn noch gesträubt gegen die vielen Termine und die dann beginnenden Anrufe seinerseits, verspürte ich irgendwann nichts Komisches mehr daran.
Einen Tag nach meinem Hochbett-Unfall wurde für mich ein kleiner Blumenstrauß abgeben. Die Mitbewohner höhnten etwas von einer Verehrerin, doch das kleine Kärtchen dazu verriet etwas anderes:
“Werden Sie bald wieder gesund. Es gibt wieder etwas zu tun. Liebe Grüße, Huber.”
„Es gibt wieder etwas zu tun“. Darüber konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.
Nachdem meine Stirn sich wieder nach einigen Tagen etwas erholt hatte, brachte ich eines Nachmittags mein Leergut zum Container. Es hatte sich eine beträchtliche Menge angesammelt, und so klirrte ich die Straße mit mehreren gefüllten Plastiktüten entlang.
An der Ampel angekommen, stierte ich sinnbefreit in die Luft, als mich von gegenüber ein Ruf ereilte:
„Hallo, Herr Baumann.“ Es war natürlich Herr Huber. Bis ich die Straße überquert hatte, wartete er geduldig. Ich grüßte und er wies auf meine Lasten.
„Jaja, ich bin mal wieder für die WG dran, zum Glascontainer zu gehen,“ log ich etwas.
Er bot an, mir etwas abzunehmen und ich gab ihm bereitwillig zwei der Tüten ab. So standen wir wenig später gemeinsam vor dem Container und warfen meine leeren Flaschen ein.
„Ach ja, stimmt, sie sagten ja mal, dass sie in einer WG wohnen, nicht wahr? Das stelle ich mir spannend vor. Da ist man bestimmt nie so alleine, oder?“
Und während er noch auf eine leere Flasche wies (”Oh, das hier war aber bestimmt lecker.”), lud ich ihn zu mir auf einen Kaffee ein, damit er sich gerne vom Gegenteil überzeugen könne.
Es ist jetzt ungefähr eine Woche her, dass Herr Huber diese Einladung auch wahrnahm. Er war ungeheuer begeistert von der gemeinsamen Wohnküche und – merkwürdigerweise – dem Abwaschberg. Das wirke so lebendig, hatte er gesagt, und nicht so pedantisch sauber wie in seiner Single-Wohnung. Er würde auch einmal gerne WG-Erfahrung sammeln. Meine Mitbewohner beäugten den Mann vom Arbeitsamt – wie er sich vorstellte – zwar sehr misstrauisch, aber seitdem habe ich wieder Verwendung für den Platz unter meinem Hochbett gefunden.
Herr Huber hat übrigens einen sehr ruhigen Schlaf.
Schon wieder Slam?
Posted on November 14, 2006
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Hab’ ich eigentlich schon erwähnt, dass morgen Abend schon wieder der Poetry Slam im Bunker Ulmenwall zu Bielefeld stattfindet? Wirklich, “schon wieder”.
Der letzte ist doch noch gar nicht so lange her und die München-Abordnung noch gar nicht richtig hier angekommen, da geht’s schon wieder weiter. Die Terminregelung des dritten Mittwochs im Monat macht’s möglich (der 01.11. war schließlich ebenfalls ein selbiger Wochentag), dass morgen ab 20:30 Uhr der nächste Vortragsreigen zu besichtigen und beklatschen sein wird.
Nicht zu fassen. Ich weiß gar nicht so recht, ob und was ich lesen soll, hab’ hier nur Bruchstücke von Dingen. Mal sehen, ob das noch was wird…
Der Ritus
Posted on November 12, 2006
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Nein, bei “Der Ritus” handelt es sich um keine John Grisham-Verfilmung (der bestimmte Artikel im Titel mag das evozieren, das geb’ ich zu). Doch es ist Ingmar Bergmans erstes Fernsehspiel (1969), psychologisch bis in’s Letzte austariert wie gehabt.
In neun Szenen beschreibt er die Beziehung dreier Schauspieler, die sich vor einem Richter wegen eines Deliktes in mehreren Verhören behaupten müssen. Gemeinsam auftretend souverän, im Einzelgespräch mit dem Gesetzesmann Schwächen offenbarend, zeigen sie im privaten ihre Abhängigkeiten und “Spielereien” untereinander: Die beiden Männer buhlen um die Frau in ihrer Mitte (was ihr offensichtlich gefällt).
Der Richter selbst neigt ebenfalls dazu, seinen Schwächen zu erliegen und - bei Gelegenheit - seine Macht auszunutzen, trotz großer Todesängste.
Erst zum Ende hin wird überhaupt klar, worum es sich bei dem Delikt der drei handelt: Ein moralisch anrüchiges Stück, dass sie dem Richter noch einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit darbieten.
Obwohl für das Fernsehen gedacht, wendet Bergmann hier gleich mehrfach das “Play in Play” an: Während des Fernsehstücks spielen die Schauspieler auf ihrem Hotel- und in dem Verhörzimmer, zuletzt erneut das Stück, den “Ritus” vor. Das wirkt oftmals manieriert und überzogen, aber an Verfemdungseffekten wie plötzlichen, in so kurzer Zeit nicht möglichen Reaktionen der Figuren (s. Schweißausbruch des Richters Dr. Abrahamson) ist der Film auch sonst nicht arm. Gewöhnungsbedürftig, aber gut.
Play Time
Posted on November 12, 2006
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“Play Time” ist einer der späteren (1967) Filme Jacques Tatis mit seinem Protagonisten M. Hulot. Der taucht auch nur hin und wieder sporadisch auf, einen richtigen roten Handlungsfaden besitzt der Film nicht. Er zeigt mehrere Reisegruppen, die Paris erkunden wollen, die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind aber nur dann im Bild, wenn sie sich in Glastüren spiegeln.
Tatis Kritik am Fortschrittswahn ist hier noch offensiver durchgespielt als im neulich angesprochenen Film “Mon Oncle“: M. Hulot durchforstet Verwaltungsgebäude, die vor Beton-,
Stahl- und Glaskonstruktionen nur so strotzen, nach einem Angestellten, bei dem er ein Vorstellungsgespräch hat. Er irrt diesem nach und dabei kommt es mitunter wieder zu skurrillen Szenen, durch seine Tapsigkeit bedingt.
Zuletzt kulminiert der Film bei der Eröffnung eines neuen Nachtlokals, wo sich das Interieur wegen seiner Baufälligkeit, die Gäste aufgrund ihrer Ausschweiferei langsam auflösen.
Wieder: Super, aber anstrengend, da äußerst detailreich. Bei ca. zwei Stunden Laufzeit übersieht man mit Sicherheit das ein oder andere. “Mein Onkel” hätte es aber eher verdient, in die SZ-Cinemathek gewählt zu werden.
Brokeback Mountain
Posted on November 12, 2006
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So ganz bin ich auch nicht frei von Vorurteilen und hatte es lange vor mir her geschoben, “Brokeback Mountain” zu sehen. Stereotype werden natürlich durch die vielen Parodien wie z.B. die von Angry Alien beschleunigt, die im Internet kursierten. Hätte ich vorab gewusst, dass Ang Lee als Regisseur fungierte, wäre mir wahrscheinlich weniger mulmig gewesen, gilt er doch als Garant dafür, selbst Stoffe wie Comic-Verfilmungen (siehe “Hulk”) einfühlsam zu gestalten. So auch bei Brokeback Mountain.
Man kann hier auch nicht von einem rein “schwulen Cowboy-Film” reden, wie es so oft hieß in den Boulevardblättern und Gazetten. Eher um - naja - eine etwas sehr intensive Männerfreundschaft mit hin und wieder sexuellen Exzessen, deren Problemen mit ihren jeweils eigenen Familien. Und natürlich mit der Angst vor der Südstaaten-Gesellschaft und ihren harten Sanktionsmaßnahmen.
Wie gesagt: Sehenswert!
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