Assoziatives Missverständnis

Posted on November 12, 2006
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Ich kann mir nicht helfen. Obwohl ich es besser weiß, habe ich beim Hören des Namens “Eva Herrmann” als allererstes die Assoziation: “Ach, dann gibt’s gleich ‘ne Doku über irgendetwas aus der NS-Zeit”. Wohlgemerkt: Erste Assoziation!
Das kommt davon, wenn sich die Evas, Magdas, Hermanns usw. aus den Titeln der Knopp-Doku-Schmiede immer derart in die Gehörgänge hämmern…

EDIT: Ich habe erst sehr spät, nämlich heute, festgestellt, dass Frau Herrmann sich selbst orthographisch irgendwann einmal auf “Herman” korrigiert haben muss. Was war das denn? Eine dunkle, frühzeitige Vorahnung, die sich in einer Art Künstlernamensgebung niederschlug?

Tod des Trockeneises

Posted on November 12, 2006
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Eben gerade haben wir kurz über die “ZDF-Hitparaden”-Klassiker gezappt. Damals, also zu Zeiten Dieter Thomas Hecks (die ich ja als Jahrgang 1976 noch bei vollem Bewusstsein miterleben “durfte”), hat man offenbar jeden Hans und Franz mit Trockeneis-Effekten unterlegt.
Kaum betraten Bernd Clüver, Modern Talking, wahlweise Gitte oder Cindy und Bert die Bühne, zack, sofort war alles in mystischem Nebel getaucht. Und das, obwohl die Musik selbst gar nicht mal so schwermütig war, wie dieser Effekt zu suggerieren vermag.

Seit Längerem setzen selbst Diskotheken kaum noch Trockeneis ein, höchstens mal bei DarkWave-Veranstaltungen im X oder Ringlok ist mir das aufgefallen.

Das Trockeneis, ein 80er Jahre-Effekt, der vor’m Aussterben bedroht ist (?).

Bewerbungsvoraussetzungen

Posted on November 12, 2006
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Wie gesagt, ich suche ja derzeit nach Möglichkeiten, mir das Studium nebenbei zu finanzieren. Das erfordert gelegentlich, auch die Stellenanzeigen in der NW zu durchforsten. Dann entdecke ich dort eine Stelle, die in etwa dem entspricht, was ich auch vormals erlernt habe, ist allerdings bei einem kirchlichen Träger.

Voraussetzungen: “Wir erwarten eine katholische Persönlichkeit…” etc. pp.
Das kann ich mir wohl gleich wieder abschminken, zumal mindestens auf meiner Lohnsteuerkarte immer noch “ev.” steht (warum auch immer).

Aber “katholische Persönlichkeit”. Himmel, was soll das sein? Soll ich jetzt etwa, wollte ich den Job immer noch haben, mit einem Rosenkranz zum Vorstellungsgespräch kommen? Oder etwa gleich im Talar?

Beinahe jeder zehnte

Posted on November 9, 2006
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Bei den Ergebnissen der neuen Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wünscht man sich beinahe, dass ihnen bei der Erhebung ein Fehler unterlaufen ist. Offenbar ist rechtes Gedankengut viel verbreiteter und verwurzelter als bisher vermutet. Sie legten den Befragten 18 Aussagen vor, zu denen diese mit jeweils fünf Antworten, von klarer Ablehnung bis hin zu großer Zustimmung skaliert, antworten konnten. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass beinahe jeder zehnte Westdeutsche antisemitisch denkt!!!
Weitere erschreckende Beispiele für die Antworten (laut Frankfurter Rundschau) wären:
“”Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten” - 11 Prozent stimmten “überwiegend” oder “voll und ganz” zu, im Osten 8,7, im Westen 11,6 Prozent. “Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen” - 37 Prozent Ja-Stimmen, 43,8 Ost, 35,2 West.”

Das gängige Vorurteil, Extremismus sei vorwiegend bei ostdeutschen Jugendlichen anzutreffen, erfährt hier keine Begründung. Anscheinend nimmt derlei Gedankengut wohl im Alter zu.

[...]Es ist laut der Studie nicht so sehr die Erfahrung einer schlechten finanziellen Lage (”wirtschaftliche Deprivation”), die eine rechtsextreme Einstellung fördert. Stärker wirkten sich die soziale Deprivation, das Gefühl der Ausgrenzung sowie die politische Deprivation aus. Letztere äußert sich in Einstellungen wie “Ich habe sowieso keinen Einfluss”.[...]

Sofort denkt man an den Typus von griesgrämigen Ausgeschlossenen, der alles und jeden misstrauisch beäugt. Man muss sich wohl weiterhin seine Freunde warm halten, Leute treffen und viel miteinander reden, Quatsch machen, damit man auch weiterhin etwas zu lachen hat. Wohlan.
Und nicht soviele komische Reißerreportagen im Fernsehen gucken und daran glauben. Die machen nämlich dumm und kommunikationsunfähig.

Alternative

Posted on November 9, 2006
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Kleine Mädchen und Jungen neigen dazu, wenn sie jemanden näher kennen lernen wollen, den- oder diejenige mit der Frage: „Was hörst denn du so?“ zu nerven und gelegentlich muss ich mir diese heute auch noch anhören. Dahinter steckt der Gedanke verborgen, man könne etwas mehr über die Person eines ansonsten Fremden herausfinden.

Jetzt stelle man sich aber mal vor, ein Single-Mann wird von einer äußerst attraktiven und ihm zusagenden Single-Frau auf diese Weise angesprochen. Sie trägt ein T-Shirt, auf dem steht „Marilyn Manson – Last Tour On Earth“. Niemals wird der Mann ihr sagen, dass er gerne zu den „Zillertaler Schürzenjägern“ wippt, ob sein Herz zu dieser Musik nun Freudensprünge macht oder nicht.
Es mag zwar durchaus sein, dass die ein oder anderen Ansichten mit dem favorisierten Genre verbunden sind, aber letztendlich gäbe es bei sich unterscheidenden übergreifend viel mehr zu entdecken.
Und Überraschungen sind schließlich gerade das Salz in der Suppe, um Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen. Bei so einem Bändchen vom „Rock am Ring“ wüsste man ja eh’ nicht mehr, was für einen Fantyp man bekäme.

Jugendsünden in Sachen Musik hat jeder einmal begangen.
Wie die ersten Gehversuche eines Säuglings tapert man manchmal zunächst nach rechts zu Michael Jackson oder nach links zu Queen, bis man seinen geraden, eigenen Weg zur Mama der akustischen Genüsse gefunden hat, dorthin, wo sich Musik für einen selbst gut anfühlt. Und jeder, ausnahmslos jeder begeht diese Fehler, wenn er auf sich allein gestellt ist.
Fragt man Leute, die man – wenn überhaupt - vom ersten Anschein her mit diesem oder jenem musikalischen Stereotyp verbindet, ist man oftmals ganz erstaunt, wenn dieser einem Einblicke in dessen Sozialisation gewährt.
Ein Beispiel? Tja, wen nehmen und nicht stehlen? Dann am Besten wohl mich selbst.
Zufällig sollte ich vor Kurzem für den Ur-Freundeskreis mal ein paar zeitlich weit zurückliegende Szenen schriftlich zusammenfassen. Und während ich so überlegte, erinnerte ich mich langsam wieder an eine besonders merkwürdige Situation…

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Fat Mike hatte befohlen und wir waren ihm hörig

“Tobi schrie vom elterlichen Dachfirst aus einige Worte in den Garten, dorthin, wo er Kony vermutete, denn der lag irgendwo für uns unsichtbar, hinter den Büschen und wartete.
„Kommt was?!?!“ lautete die Frage und wir hörten, wie Kony etwas von sich gab, das vermutlich eine Verneinung sein sollte. Sprechen konnte er nicht, denn er hatte ein Schlauchende im Mund.
Während aus Tobis Zimmer laut der Song „Beer Bong“ von NoFX in den Sommertag hineinschallte, standen wir dort oben, ich hielt das andere Ende des 25 Meter-Gartenschlauchs in meiner Hand, Tobi füllte in den dort angebrachten Trichter Weizenbier. Eine Dose nach der anderen hineingießend, staunten wir darüber, wieviel Flüssigkeit ein solcher Schlauch fassen konnte.
Bald glaubten wir an eine Verstopfung darin und fühlten uns bereits gescheitert an dem heldenhaften Plan, Fat Mikes Fordung mehr als zu erfüllen, der Inhalt einer weiteren Dose gluckerte langsam in den Trichter, da vernahmen wir ein lautes Fluchen von weit unten.
„Verdammte Scheiße.“ Kony war aufgesprungen und hielt sein Ende in die Höhe. Wir erstarrten in unserer Tätigkeit, versuchten die Ursache seines Ärgernisses auszumachen, doch von dort oben war nichts außer einem vor Wut zappelnden Freund auszumachen.
„Was’n los bei dir?“
„Da war wohl noch uraltes Wasser in dem Schlauch. Mann, is’ mir schlecht.“

Und so endete dieser Versuch, ein wenig von der vielen Zeit eines Ferientages totzuschlagen, denn niemand anderes wollte sich nun verständlicherweise opfern, um das für dieses Experiment investierte Taschengeld, das sich nun in flüssiger Form im Schlauch befand, zu retten, und wir mussten uns eine neue Aufgabe suchen. Eine neue Tätigkeit, die uns weiter brachte mit unserer Revolution. Oder mit der Anarchie. Aber das war eher Ansichtssache.”

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Lang, lang ist’s her. Über zehn Jahre bestimmt. Aber wirklich wahr.
Die Differenzierungswünsche in einer Kleinst-Stadt gegenüber kirchlichen, gern gesehenen Gruppen trieben die wenigen Leutchen der Andersdenkenden nunmal zusammen. Und so gewöhnte man sich selbst an Punkmusik und –verhalten, obwohl man sich selbst eher als ein Freund des Seattle-Grunges bezeichnete. Damals, wohlgemerkt.
Als der Begriff „Alternative“ tatsächlich noch die Musik bezeichnete, die niemals in die Charts gelangen würde.
Aber dazu vielleicht ein anderes Mal an anderer Stelle mehr.

Die Bielefelder beim National Slam in München

Posted on November 8, 2006
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Mischa hat ja Recht: Man darf gerne mitfiebern, wie die Slam-Abordnung aus Bielefeld beim nationalen Wettbewerb abschneidet. Darum wird er die Geschehnisse auch so gut es geht festhalten und unter einem eigenen “Topic” (wie das so schön heißt) im Sparrenblog kommentieren.

Also Daumen drücken, dass Markus mit seinem pathosschwangerem Beitrag und Mischa mit dem “Rostpilz” (siehe unten) es zumindest bis in’s Halbfinale schaffen. So lautet immerhin das Mindest-Ziel, das sie sich selbst gesteckt haben.

Den Tag krönen

Posted on November 7, 2006
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Ach, welch’ schöner Tagesabschluss. Ein Nudel-Schinken-Gratin glüht in der Röhre und wartet darauf, dass ich es bald befreie und im Fernsehen gibt’s “Gattaca”.
Und für den Fall, dass mir der Film doch nicht mehr so gut gefällt, wie ich ihn in Erinnerung habe, kann ich später zu “Frontal 21″ wechseln. Dann kann ich mich bestimmt gleich wieder doppelt aufregen.
Herrlich.

The most flexible word

Posted on November 7, 2006
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Dieser Beitrag hier hat zwar schon einige Jährchen auf dem Buckel, aber die Leistung des Wörtchens, über das hier berichtet wird, ist zu enorm, um es einfach zu übergehen. Interessant ist allemal die Erklärung, von welchem Wort es einstmals deriviert wurde. Ob das so stimmt?

Linguisten-Melancholie

Posted on November 6, 2006
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Schon spannend, womit sich die Leute beschäftigen. Das denke ich jedes Mal erneut, wenn ich vom Kolloquien-Termin und der anschließenden Geselligkeit komme. Da tauchen Themen auf wie das der Sprachvergesser und warum und unter welchen Bedingungen sie ihre Sprache einfach, naja, loswerden.
Oder wie Sprachminderheiten, die über Generationen um die halbe Welt gezogen sind, dann wieder im Mutterland ankommen, plötzlich in dieser Umgebung mit ihrer - nun - restringierten Kommunikationsfähigkeit umgehen.
Und und und. Lauter hochinteressante Themen und Forschungsgebiete werden einem dort geboten.

Doch wie sich dann in trauter Runde herausstellt, ahnen bereits alle, dass eben dies Schwerpunkte sind, für die irgendwann keine Gelder mehr zur Verfügung stehen. Weil sie kurzfristig nichts abwerfen.
Die neuen Studienordnungen scheinen auch so aufgebaut zu sein, als wenn den Studenten nicht einmal Zeit für derlei Gedanken und Forschungen bleibt. Pinkwarth tut sein Übriges dazu.

Schade, schade. Langfristiges Denken erlaubt die Lobby einfach nicht.

Different Sound aus dem Intel-Spot

Posted on November 6, 2006
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Es ist zum aus der Haut fahren: Da hat man seit Tagen einen Ohrwurm und denkt sich “Haha, dank DSL-Flatrate dauert die Recherche nur ein paar Augenzwinkern lang.” Denkste! Weit gefehlt.

Wenn es sich um dieses eine groovige Stück da aus dem einen Intel-Werbespot handelt, kann das ganze Unterfangen schnell in einer Irrsinns-Wühlerei ausarten. Intel hat zur Zeit ja nicht nur einen aktuellen Spot laufen und taucht zudem bei jedem zweiten Hardware-Händler als Qualitätsgarant gleich mit auf. Das erschwert die Googelei enorm.
Sodann muss man durch die ganzen, gebotenen Alternativen auch erst einmal hindurch hören. Und der allerletzte (wenn man es beinahe aufgegeben hat) der isses dann: “Different Sound” von den “Teddybears STHLM”.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der Song bereits zwei Jahre auf dem Buckel hat, und die Band selbst offenbar schon über derer zehn recht angesagt sein soll. Mir war nichts von beidem bekannt, ich bin eben nicht mehr up to date.

Allerdings sind auf dem Album, auf dem das gute Stück zu finden ist und welches in höchsten Tönen gelobt wird/wurde, auch sehr viele mit deutlichen Reggae-/Dub-/Dancehall-Bezügen zu finden. Also doch kein Wunder, dass ich das vorher nicht kannte. Mit derlei Kram kann man mich schließlich bis an den Nordpol und zurück jagen.

“Different Sound” macht aber alles wieder wett. Ehrlich.

« go backkeep looking »

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