Ich war’s nicht
Posted on Dezember 9, 2006
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So sieht ein Wasserkocher-Untersatz aus, wenn man ihn versehentlich etwas zu lange auf einer noch betriebenen Herdplatte stehen lässt.
Bloß, was mit diesem Malheur tun? In welchen Müll packt man diese Krankheit?
Eventuell als von Colani entworfenen Wasserkocher-Untersatz bei E-Bay versteigern (nicht funktionabel)? Oder sich doch einen Garantiefall ausdenken?
“Er hat nicht aufgehört zu kochen. Tja, und als dann selbst bei weit über 200° C das Wasser selbst in Flammen stand, war nichts mehr zu retten.”
Ange-bundle-t
Posted on Dezember 7, 2006
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Wenn man Kaufverträge abschließt und für diesen Abschluss etwas günstiger dazu bekommt, dann nennt man das in vielen Firmen intern “Bundle”. Immerhin der Wahrig weiß das schon:
Bun|dle auch: Bund·le [engl.] zu einer Einheit zusammengefasste Dienstleistungen und Produkte
Was aber weder Wahrig noch ein anderes Nachschlagewerk weiß, dass das natürlich auch weiter nach deutschen Regeln flektiert wird.
Ich bundle
Du bundlest
Er, Sie, Es bundlet
usw.
passiv wäre auch schön: Ich wurde gebundlet.
Natürlich gibt es dafür noch keine Schreibregeln. Eben gerade wollte ich eine gehörte Substantivierung der Tätigkeit niederschreiben und geriet in arge Bedrängnis. Mit dem entsprechenden Suffix ausgestattet, schrübe es sich eklig aussehend “Bundle-ung”.
Da herrscht noch Klärungsbedarf.
Oder man sperrt den toleranten Linguisten in ein Kämmerchen, wirft ihm sein Argument vom Sprachwandel und das von dem Fluss, in dem die Sprache ja angeblich schwimmen soll, gleich mit hinein und holt den verstaubten Sprachkritiker wieder hervor, damit der auch mal wieder was sagen darf:
Berichterstattung beim Tod von Rockstars
Posted on Dezember 7, 2006
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Beim Versterben berühmter Persönlichkeiten wie zum Beispiel Jimi Hendrix ist es schon merkwürdig, wie sehr die Presse zum Beispiel darauf hinweist, diese seien am eigenen Erbrochenen erstickt.
frei nach Sacha Brohm
Sacha Brohm in der Kunsthalle
Posted on Dezember 4, 2006
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In der Bielefelder Kunsthalle findet zur Zeit in der Studiengalerie im Untergeschoss die Ausstellung “3ZimmerKücheBad” von Christine Gernsheimer und Vera Brüggemann statt. Außerdem gibt es in den dortigen Räumen an vielen Mittwochen einen Salon mit verschiedenen Darbietungen.
Zum Beispiel diesen Mittwoch, den 06. Dezember, liest Bielefelds beliebtester und bärtigster Hobbyschreiber Sacha Brohm Alltagsanekdoten, Märchen, Tagebücher berühmter Persönlichkeiten, Dialoge und mehr. “Ein Spaß für alle Fans der satirischen Oberflächlichkeit und Verehrer einer nicht all zu aufdringlichen Kurzweiligkeit” (das war übrigens ein Vorschlag von ihm selbst, das auf diese Weise zu erwähnen).
Brohm ist z.B. den Sparrenblog-Autoren mittlerweile einschlägig bekannt als Mitglied von Organisationen wie dem Zirkeltraining und der Gruppe Sitzen 73.
Auffällig wurde er unter anderem dadurch, dass er hinterhältig mit als Märchen getarnten Geschichten kleine Kinder zum Weinen bringt, und erwachsene Kinder zu schäbigem Lachen. Ein Beispiel dieser Untaten kann mit “Der Prinz und der Bär” vorsichtig in Augenschein genommen werden.
Darüber hinaus verbreitet er fahrlässig erfundene Biographien, die bereits Anlass für falsche Referate im Geschichtsunterricht lieferten, da deren Vortragende sich die Informationen bei Brohm ergoogelten. Eine kleine Auswahl dieser Schamlosigkeiten kann - neben anderen Texten -
in seiner Zelle beim Zirkeltraining begutachtet werden.
Zu seinen bisherigen Taten wird Brohm im Sparrenblog unter der Rubrik “Zehn Fragen” verhört werden, das Ergebnis wird dort der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Gefestigte Persönlichkeiten können und dürfen am Mittwoch den Ausführungen des Sacha Brohm ab 20 Uhr in der Kunsthalle zuhören.
Eintritt müssten die dann aber auch noch bezahlen. Normalerweise 4 Euro, aber wer sich glaubhaft als Student ausgeben kann, muss derer nur 2 berappen.
Kleiner Mann, ganz breit
Posted on Dezember 3, 2006
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30 Euro kostet es zirka, wenn man im Cinestar zwei Kinokarten bezahlt, darüber hinaus noch zwei Cola und eine kleine Tüte Popcorn, in der Pause dann noch einmal einen kleinen A-Saft für die Liebste und einen Weißwein für sich selbst holen geht. Ganz schön viel Geld für einen Abend.
Stellt sich die Frage: War’s das wert?
Für jemanden, der Bond-Filme mag und kennt, schon. Wie früher schon einmal erwähnt, bin ich eher einer der Brosnan-Befürworter, einfach deshalb, weil der so unverschämt britisch wirkte. Nun kommt Daniel Craig daher und verkörpert in Casino Royale den Agenten in der Chronologie erst ganz zu Beginn stehend, gerade erst zum Doppelnull-Spion befördert.
Die Filmmacher haben den Kurswechsel nicht nur optisch, durch die Wahl des Typs, klar gewählt: Vormals ein großer, schlanker, dunkler, nun ein etwas kleinerer, blonder, dafür aber extrem kräftiger Mensch. Allein das ist bereits im visuellen Medium Film eine deutliche Akzentsetzung mit dem Laternenmast.
Mit den Dialogen geht das aber mindestens genau so gut:
Bond: Einen Vodka-Martini, bitte.
Barkeeper: Geschüttelt oder gerührt?
Bond: Sehe ich so aus, als würde mich das interessieren?
Weit entfernt von dem zuletzt gesehenen Charmebolzen agiert hier ein noch absolut ungeschliffener 007, der gegen seine Gegner, wie gleich zu Beginn zu beobachten ist, äußerst grob vorgeht. Selbstredend, dass das Bild eingangs noch schwarz-weiß und “grob” gekörnt ist.
Ein nicht ganz offensichtlicher Unterschied ist mir erst später aufgefallen: Wurden früher Action-Szenen mit abstrusem bis unmöglichem Equipment vor irgendwelchen neuerrichteten Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten gedreht, hat man diese Vorgehensweise im aktuellen Bond-Film komplett unterlassen. Anscheinend hatte die Touristikbranche dieses Mal nicht gut genug gesponsert (außer vielleicht für Venedig als Ganzes).
Ein wenig Product-Placement war ja immer (hier: Sony; s. Notebooks), dennoch liegt das Schwergewicht tatsächlich auf der Persönlichkeit James Bond und den Ursachen für seine künftige Entwicklung. Die liegen zwar banalerweise in der (vielmehr einer ganz bestimmten) Frau verborgen, sind aber mal ganz neue Erfahrungen im Hinblick auf den von ihm bisher gewohnten Verschleiß. Die verbalen Auseinandersetzungen mit der ihm zur Seite gestellten Vesper Lynd (Eva Green) bilden dann auch die Höhepunkte des ganzen Films.
Stramme 144 Minuten (daher auch das Gebot der Pause) erfordern natürlich auch Rahmenhandlung, Terroristen, die es zu bekämpfen gilt, oder vielmehr deren Geldgeber. “Le Chiffre” muss sich gegen Bond sein Geld zurückerspielen. Das ist zwar weniger spannend, aber um den geht’s schließlich auch gar nicht.
Trotzdem war ich erstaunt, Mads Mikkelsen (zuletzt gesehen als den Pfarrer Ivan in “Adams Äpfel“) in der Rolle des Bösewichts zu erleben. Ziemlich wandelbar, der Mann.
Manöver
Posted on Dezember 2, 2006
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Dann komme ich ja heute abend doch noch dazu, S. neben mir im Kinosessel ablenken zu müssen, wenn sich vorne auf der Leinwand Daniel Craig aus den Fluten schraubt.
Jameson kann warten
Posted on Dezember 1, 2006
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Rubrik “Geschichten, die kurz nach ihrem Beginn aufgrund plötzlicher Motivationsunlust ein jähes (und schlechtes) Ende erleiden”
Jameson stand an der Hausecke und verbarg sich hinter der dort in den Boden verlaufenden Regenrinne. Hier wurde er vom Dunkel des Schattens geschützt und vorsichtshalber hielt er seine Zigarette in der Handinnenfläche verborgen, damit deren Glut ihn nicht verriet. Seine Hutkrempe ließ es gerade noch zu, dass sein Blick sich auf den gegenüberliegenden Hauseingang heften konnte, so dass ihm nicht entging, wer das Gebäude verließ oder betrat.
Pflichtbewusst wie er war, hielt er es selbst in dieser klirrendkalten Nacht aus, um nächstentags auftragsgemäß berichten zu können und die Photos zu entwickeln, für die er die Kamera griffbereit hielt. Der Besuch, den er unter dieser Adresse erwartete, wäre mit Sicherheit imstande, einen landesweiten Skandal auszulösen.
Doch als selbst nach fünf Stunden beharrlichen Wartens - der Morgen graute bereits und der Zeitungsjunge hatte schon die Times vor der Tür zurückgelassen – sich niemand erbarmt hatte, den Eingangsbereich des Hauses zu betreten, entschloss sich Jameson, den Heimweg anzutreten, durch die inzwischen beständig größer werdende, ausgeschlafene Menschenmenge auf dem Weg zu ihren tageslichtdurchfluteten Arbeitsplätzen. Jameson dachte an sein Bett und nur noch daran, gleich sanft zu träumen. Vielleicht von der schönen Miss Palmer, seiner Auftraggeberin, der rassigen Blondine mit dem osteuropäischen Akzent. Mann, war die lecker…
Adventskalender für Erwachsene
Posted on Dezember 1, 2006
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Beinahe geschockt bin ich, dass schon wieder ein neuer Monat begonnen hat. Nun gut, es hatte den Vorteil, daran erinnert zu werden, jetzt endlich mal die Rechnung für den vorhergegangenen abzugeben.
Aber in diesem Monat gibt es ja den Brauch, sich mittels Adventskalendern den Countdown auf Weihnachten bewusst zu machen. Und was für merkwürdige Spielarten es davon mittlerweile gibt.
Die Titanic weist auf eine ganz besondere Online-Form hin. Schaut Euch mal den Adult-Kalender von Galumpia an.
(Obwohl, das ist ja gar kein Adventskalender, wie ich im Nachhinein bemerken muss. Trotzdem lustig.]
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