Blow Up

Geschrieben am 10 Januar 2007

Antonionis “Blow Up” ist aus und spielt in London im Jahr 1966.
Der Modefotograf Thomas ist von seinem Beruf sichtlich genervt und lässt dies seine Models auch spüren, verhält er sich ihnen geneüber alles andere als ein Gentleman. Dennoch besitzt er ein gut ausgeprägtes Gespür für Motive und hält seine Kamera auf Schritt und Tritt bereit, so auch im Park, als er aus der Ferne ein Pärchen knippst.
Die Frau des Paares bittet ihn inständigst um Herausgabe des Films, doch Thomas willigt nicht ein. Erst später meint er, nach Entwicklung und akribischer Vergrößerungen, einem Mord fotografiert zu haben.

Das Verschwinden von Dingen und Personen spielt in diesem Film eine zentrale Rolle, ebenso wie die subjektive Interpretation: Das, was der Betrachter meint, auf einem Foto zu sehen, muss nicht unbedingt der Realität entsprechen. Und so spielt Antonioni auch mit dem Betrachter seines Films, dem er immer eindrucksvolle, mit fotografischem Auge aufgenommene Bilder liefert. Dabei müssen diese nicht unbedingt relevant sein. Einsicht darin erlangt Thomas durch eine Gruppe Pantomimen, die er beim vorgegebenen Tennisspiel beobachtet.
Für die große Bedeutungslosigkeit werden bereits hier, in der Londoner Szene von 1966, allerhand Beispiele geliefert. Den Beziehungen untereinander wird kein hohes Gewicht beigemessen.

Für Freunde verstörender Dialoge, Fototechnik und Darstellungen der 60er Jahre-Modestile sowie der Musik (Soundtrack Herbie Hancock, ein Auftritt der Yardbirds) sei dieser FIlm empfohlen.

Es existiert ein englischsprachiger Trailer bei YouTube, der aber eine höhere Dynamik durch schnellere Schnitte suggeriert als der Film dann wirklich besitzt:

EDIT: Erst später, im Laufe des Tages, erfuhr ich, dass der ehrwürdige Produzent dieses Films, Carlo Ponti, gestern Nacht im Alter von 94 Jahren gestorben ist.

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