Verlieben lassen

Geschrieben am 12 Januar 2007

Ich habe keine Ahnung, wie ich im Newsletter von Tchibo gelandet bin. Aus diversen Gründen meide ich den Datenaustausch mit diesem Unternehmen.

Jetzt erreicht mich ein Newsletter von dort, der mich für eine anscheinend hauseigene Singlebörse namens ElitePartner werben will. Bedarf herrscht dafür bei mir zwar nicht, aber ich finde die Betreffzeile der E-Mail aus sprachlichen Gründen ziemlich bemerkenswert. Sie lautet:

“Lassen Sie sich verlieben.”

Interessant. Bislang war ich immer der Ansicht, dass das Verb “verlieben” keinen zweiten Agens benötigt, aber offenbar kann man es auch im Kuppelkontext so verwenden.
Dann könnte man vielleicht auch in Zukunft sagen: “Pass auf, ich verliebe dich.”

Spannend an der Wendung ist auch, dass damit die Erkenntnis zum Ausdruck gebracht wird, dass immer mehr Menschen die Beziehungsanbahnung aus der Hand geben möchten. Denn letztendlich steckt darin nichts weiter als die Aussage: “Hey, lass’ doch das ganze Gefühlschaos sein, wir kümmern uns für dich darum.”

EDIT: Kurz gegoogelt, gibt’s auch hier bereits.

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1 Kommentar bis jetzt
  1. Fred Januar 16, 2007 8:53

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie brutal Werbetexter Elemente der deutschen Sprache ungestraft vergewaltigen. Und immer wenn man dachte es gehe nicht schlimmer, fällt ihnen ein neuer Weg ein, uns Schmerzen zuzufügen.


Konsum



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