Des Westfalen Fleischeslust

Geschrieben am 24 Januar 2007

Nach dem bereits genannten Kolloquium kam in geselliger Runde seitens der Vortragenden die Frage auf, weshalb die Westfalen oftmals Schinken und Speck gleichsetzten. Ich musste das verneinen und behauptete, sie sei da einem Irrtum aufgesessen. Speck sei ja nunmal dieses widerliche Zeug mit der Fettschwarte und hätte mit Schinken nichts gemein. Eine nachträgliche Wiki-Recherche (sie Artikel Speck und Schinken) gab mir dann auch insofern Recht, dass es sich dabei um Schweinefleisch aus zweierlei Regionen des Tieres handelt. Aber die Beobachtung der Kommilitonin, dass die hiesigen Gestalten der Unterscheidung nicht mächtig sind, konnte ich nicht nachvollziehen. Auch nicht die daraus resultierende Vermutung, dass die Verwendung des Begriffs “Schinkenspeck” dann einer Tautologie gleichkäme.

Während dieses Gespräches kämpfte ich im Univarza mit einer Pizza Margherita und hatte ernsthaft zu schlucken. Ich bin zwar kein Fleischesfeind, ganz im Gegenteil. Aber die Gesprächsinhalte erzeugten dann doch einige äußerst bildwirksame Vorstellungen von regional-kulinarischen Grobheiten (zumal wir kurz zuvor erst über Schlachteplatte und Wurstebrei diskutiert hatten).

Immerhin gelang es mir, den Vorschlag vorzubringen, unpopulären Lebensmitteln mithilfe einer geschickt transportierten Werbekampagne zu einem besseren Prestige zu verhelfen. Und so lautet dann auch meine erste Botschaft an die Öffentlichkeit:

“Ich bin ganz hin und weg

von Schinkenspeck.”

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