HGW XX/7
Geschrieben am 29 Januar 2007
Ich bin jetzt übrigens schwer begeistert von dem Film “Das Leben der Anderen“, den ich leider erst gestern zu sehen bekommen habe.
Das Langfilm-Erstlingswerk von Florian Henckel von Donnersmarck ist nicht nur insofern grandios, dass anhand seiner plastisch vor Augen geführt wird, wie bedrückend es sein kann, wenn der Staat über die Maßen in die Privatsphäre eingreift. Auch am Handlungsmuster hat der Autor lange gestrickt, lassen sich hier doch vielfältig intertextuelle Bezüge ausmachen:
Da ist der Theaterstücke-Schreiber Dreymann (Sebastian Koch), der als Autor die Fäden für seine Figuren in der Hand hält. Vermeintlich. Denn über sein Schicksal wachen göttergleich die Stasi und ZK-Mitglieder, die sich im weiteren Verlauf in die “weltliche” Handlung einmischen.
So auch der fantastische Ulrich Mühe als Hauptmann Gerhard Wiesler (HGW XX/7), der zunächst diensttreu seinen Auftrag wahrnimmt. Nachdem er während seiner Abhöraktion die von Dreymann gespielte “Sonate vom guten Menschen” hört, wird er geläutert und ebenfalls künstlerisch tätig: Er berichtet nicht von der in der Wohnung konspirativen Verfassung eines dem Staat nicht freundlich gewogenen Presseartikels, sondern von einem dort entwickelten Theaterstück um die Figur Lenin.
Super, grandios, genial. Bitte den Oscar dafür.

