Pölter, Plörre und Pinöckel

Posted on Januar 23, 2007
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Das gestrige Kolloqium und der Vortrag der Kommilitonin arteten dann in eine mehr als ausgelassene Runde aus. Das Thema ihrer geplanten Dissertation beinhaltet u.a. Interferenzen zwischen dem Standarddeutschen und dem Westfälischen, speziell bei Menschen, die nicht aus Westfalen stammen, hier aber ihre neue Heimat gefunden haben.

Schnell holte die Runde - unter ihnen 3/4 Westfalen - Begriffe hervor, die in Wortlisten nicht fehlen dürfen, um diese bei einer Untersuchung abzufragen. In der Folge kam nicht nur der berühmte “Pömpel” zum Zuge, auch der eher unbekannte “Griebsch” (Kerngehäuse des Apfels) wurde genannt.
Die “Buxe” durfte auch nicht fehlen, ebensowenig wie der “Pölter” (Schlafanzug).
Aber auch im Bereich der Verben wurden wir schnell fündig: Wer “ramentert” und “wullackert” nicht gerne, “dölmert” und “lürt” etwas mit Bindfäden zurecht.

Je länger man darüber nachdenkt, um so fündiger wird man im Westfälischen, auch, wenn man immer behauptet, der Unterschied zum Standard wäre nur im Lautlichen (”Kiache” *gähn*) zu finden. Wiglaf Droste wusste davon auch bereits zu berichten.
Beim gestrigen Termin “kalberten” wir dann umso länger herum und sogar der Herr Prof. hatte sichtlich seinen Spaß. So gerieten wir mit der Sammlung immer schneller in die “Puschen”.

Eine laienlinguistische Zusammenstellung von typischen Begriffen existiert offenbar für den Gütersloher Bereich, die aber mit Sicherheit auch in Bielefeld Anwendung finden kann.

EDIT: Ich hab’s auch mal - leicht abgewandelt - im Sparrenblog gepostet,wo sich nunmehr eine rege Diskussion entwickelt.

Selbstlosigkeit

Posted on Januar 21, 2007
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Wenn die Freundin noch keinen eigenen Ebay-Account freischalten konnte, aber gerne so etwas ersteigern und tragen möchte (und auch tragen kann), wer würde da schon widerstehen können und sein Konto für die Aktion nicht zur Verfügung stellen?

Motivation

Posted on Januar 21, 2007
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Ich halte es für keine gute Idee, morgen früh beim neuen Geldgeber anzurufen und zu sagen, ich könne wegen schlimmer Erkältung nicht kommen. Ausgerechnet an einem Montag.
Ich werde es vielmehr so handhaben, dass ich dort trotzdem angekrochen komme und herumschniefe und niese, bis mich jemand darauf anspricht und mich nachhause schickt. Dann werde ich naseputzend entgegnen: “Aber ich muss doch Geld verdienen,” bis ich dann doch überzeugt, im Interesse der Gesundheit der übrigen Belegschaft, Leine ziehen werde.

Wenn ich dann in Zukunft tatsächlich mal einen gelben Schein einreichen sollte, wird man sich dort bestimmt denken, ich hätte einen Herzinfarkt oder etwas ähnlich ernstes erlitten.

Ja, so wird das sein. Gute Taktik, wie ich finde.

Gesichtskater

Posted on Januar 20, 2007
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Es gibt so ein paar selbstverschuldete Eingriffe am menschlichen Körper, die sind im Nachhinein in der Lage, seine Leistung den ganzen Tag über zu beeinträchtigen. Mit „selbstverschuldet“ möchte ich gleich die Ansteckungskrankheiten ausschließen, oftmals hat man schließlich auf eine Tröpfcheninfektion von außerhalb keinerlei Einfluss. Ich weiß zwar, dass einige Subjekte in der Botanik existieren, die es darauf anlegen, aber deren Vorkommen dürfte eher die Seltenheit sein.
Oft geschieht es aber, dass man Hand an sich selbst legt, und dieses schnell wieder bereut.

Wenn man feiern geht und dabei große Mengen Alkohol zu sich nimmt, bereut man dieses meist am nächsten Tag, nimmt aber während des zu feiernden Ereignisses die Folgen immer wieder trotz besseren Wissens in Kauf. Und leidet daraufhin fürchterliche Qualen.
Ähnlich verhält es sich bei Aktionen, die die äußere Erscheinung betreffen. “Wer schön sein will, muss leiden” heißt es nicht umsonst, und das beginnt schon bei ganz kleinen Dingen, nicht erst bei Tattoos und Piercings. Nein, bereits die tägliche Rasur kann einen den ganzen Tag lang plagen.
Mann von Welt rasiert sich nass und ein akribisches Vorgehen bei der Haarentfernung hat oftmals ein glühendes Inferno zur Folge. Ein Ramstein im Gesicht mit unzähligen mikroskopischen Opfern, verursacht durch einen Zusammenprall mit Mach 3.
Die Damen der Schöpfung könnten natürlich miteinstimmen, aber rund um das Kinn und entlang des Halses den ganzen Tag lang ein Brennen zu verspüren, das kommt einer Gesichtsmigräne gleich, die nicht förderlich für die Konzentration stimmt. Wehe, man wagt es, am Schreibtisch sitzend, besagte Partie in der Hand abzustützen.

Doch man tut es schließlich immer wieder. Nicht nur für sich selbst, das Schönheitsideal glatter Mann wird von vielen Seiten gefordert.
«Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job.» sagte SPD-Parteichef und Vollbartträger Kurt Beck (Foto: dpa) unlängst einem Langzeitarbeitslosen gegenüber (”Heftige Kritik von Grünen und Linkspartei […]”) und die Freundin mokiert sich jedes Mal erneut, wenn du wieder mal so kratzt. Man wird förmlich zur täglichen Rasur gezwungen und wir hobeln an uns weiter herum, bis zur homersimpsonesken Blaurasiertheit.

Apropos Homer Simpson: Es gibt eine Folge der Serie, in der Homer auf einer Müllkippe defiliert. Im Hintergrund sind Flächen für ausrangierte Filmspeicherformate zu erkennen. Dort gibt es eine Schutthalde für Video-Betamax, eine für VHS, auf der letzten, noch freien, prangert ein Schild: “Reserved for DVD’s”.
Ähnlichen Marktgesetzen ist auch der rasierende Mensch unterlegen. Wer wie ich einen Gillette Sensor Excel benutzt, muss inzwischen weitere Strecken laufen, um die dazugehörigen Klingen (5 Stück für mindestens 7,99 Euro) zu erwerben. Ich fürchte, bald sind diese völlig aus den Angeboten verschwunden und ich werde mir wohl oder übel eines der Folgeprodukte zulegen müssen. Vielleicht diesen einen Nassrasierer da, den batteriebetriebenen. Wozu auch immer.

Lasst uns einen Verein gründen, der die Rechte der Rasurbrandopfer verbessern wird. Zur Durchsetzung einer Rasurbrandschutzverordnung bzw. -versicherung. Wer macht mit?

Misanthrop

Posted on Januar 19, 2007
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“Auch Misanthropen brauchen ein soziales Umfeld.”

S.

Persönliche Slam-Nachlese

Posted on Januar 18, 2007
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Man darf einfach nicht mit dem Slam-Publikum rechnen und schon gar nicht mit der Wirkung der eigens vorgetragenen Texte: Mein Bericht über die erfolgreiche Entführung des Pop-Titans Dieter mit anschließendem Geschmacks-Exorzismus entpuppte sich vor der Menge als ein absoluter Stimmungs-Abwürger. Na gut, das mag auch daran gelegen haben, dass ich den Text bisher nur einmal laut vor S. vorgelesen hatte und ich reichlich Verleser fabrizierte.
Der erste, “auf die Fresse” (-Freise) zugeschnittene Beitrag meinerseits stellte sich sodann als Rohrkrepierer heraus. Micha-El meinte allerdings (nicht ganz zu Unrecht), dass die Welt nun nicht wirklich noch einen Text benötigt, der Dieter Bohlen parodiert. Stimmt, da geb’ ich ihm völlig Recht.
Aber mit der Ansicht, dass das Bielefelder Publikum einen solchen doch noch braucht, habe ich mich wohl grundlegend verschätzt. Oder gestern war mal wieder alles anders.
Mittlerweile beginne ich ernsthaft damit zu überlegen, ob dieses Slam-Ding wirklich die korrekten Vortragsumstände aufweist, wie ich sie gerne hätte und denke daran, ob ich ich nicht für die bisherigen Texte in ihrer Urform
(also nicht auf 8 Minuten gestutzt und für den Live-Vortrag zurechtgebastelt) eine andere Plattform suchen sollte.

Der gestrige Abend fiel allerdings doch nicht ganz aus der Reihe: Mischa Verollet machte wieder das Rennen, und zwar zu Recht und verdient…

Slam

Posted on Januar 17, 2007
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Schnell noch einmal an dieser Stelle erwähnt:

Heute Abend ist mal wieder Poetry Slam im Bunker Ulmenwall. Beginn, wie gehabt, 20:30 Uhr. Besser wäre es, etwas früher dort zu sein.

Bereits im Vorfeld kündigt sich an, dass jede Menge Leute vortragen wollen. Es gibt also viel auf die Ohren.

Bis dann

2030

Posted on Januar 16, 2007
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Das, was uns das ZDF heute Abend zu bieten hat, scheint ein Ausbund an unfreiwilliger Komik zu sein. Den Trailer für “2030 - Aufstand der Alten” kann ich jedenfalls nicht recht ernst nehmen, sind dort doch betagte Herrschaften zu sehen, die Apotheken wegen ihrer für sie nicht bezahlbaren Medikamente ausrauben.
Die weitere, vorangekündigte Handlung klingt verdächtig nach bereits bekannten Dystopien: Eine dubiose Firma namens Prolife verhält sich nicht nett gegenüber dem älteren Bevölkerungsanteil, worauf zumindest einer, nämlich der Senior Sven Darow, einen persönlichen Vergeltungszug antritt. Im Trailer wirkt es dann aber so, als wenn Bettina Zimmermann die Geschehnisse im Nachhinein ermittelt und diese also mittels Rückblenden dem Zuschauer zugänglich gemacht werden.

Ob diese “Doku-Fiktion” dem ernsten Thema des demografischen Wandels und seiner sozialen Folgen gerecht werden kann, bleibt stark zu bezweifeln, insbesondere, da niemand soweit in die Zukunft blicken kann.
Womöglich zielt aber das ZDF als öffentlich-rechtlicher Sender mit reißerischen Effekten auf ein eher schlicht gestricktes Publikum, damit dieses sich der Problematik deutlicher bewusst wird. Aber das ist Spekulation. Gesehen habe ich den Film schließlich noch nicht.

Gebt mir Bescheid, wenn ich mich getäuscht haben sollte. Ich bin erst später wieder zuhause.

Clone Christ

Posted on Januar 15, 2007
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Eine lustige Idee aus der neuen Arte-Serie ReGenesis: Jesus Christus klonen.

Da könnte man doch glatt auch Mohammed, Buddha (beim Dalai Lama erledigt sich das ja jedes Mal von selbst) usw. mitklonen, alle an einen Tisch setzen und ein paar grundlegende Dinge klären…

The Prestige

Posted on Januar 14, 2007
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“The Prestige” ist im Großen und Ganzen ein recht langweiliger Film. Mit Kostümfilmen kann ich in den seltensten Fällen etwas anfangen, zu abstrakt und fern scheint mir das Geschehen meist.
Wenn ein Regisseur wie Christopher Nolan an die Sache geht, könnte man erwarten, dass er aus Stoffen eine rätselhafte, nicht leicht durchschaubare Handlung bastelt, doch entgegen aller Ankündigungen trifft das hier nicht zu. Zwei sich rivalisierende Magier (Hugh Jackman als Rupert Angier und Christian Bale als Alfred Borden) werden hier dabei gezeigt, wie sie sich gegenseitig schikanieren und deren Rachegelüste stetig ausufernde Blüten treiben. Der eine möchte jeweils dem anderen das Geheimnis seines Tricks abspenstig machen.
Doch bald schon kommt der Zuschauer auf den Trichter, dass einigen Personen dabei eine viel größere Rolle zukommt, als die Kamera denjenigen an Beachtung schenkt. Es ist eben wie beim Butler oder Gärtner.

Michael Caine gelingt immerhin die Rolle des Cutters, des väterlichen Freundes Angiers, recht gut und David Bowie kann dem Physiker Nikola Tesla, der Angier zum wissenschaftlich fundierten Trick verhelfen soll, die gebotene Mystik und Extrovertheit verleihen.

« go backkeep looking »

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