Im Übrigen weiß ich jetzt, dass die Kontostandsanzeige an den Bankautomaten nicht allein der reinen Information des Kunden dient, sondern vielmehr dafür gedacht ist, ihn zu rechnenden Grübeleien zu verleiten. Bis er in eine derartige Nachdenklichkeit versunken ist, dass er vergisst, das angeforderte Geld aus dem Schlitz zu ziehen. Schweinerei.

Wer sich also heute am Außenautomaten an der Sparkasse am Rathaus um ca. 12:20 Uhr über 10 Euro gefreut hat, darf mir gerne bei Gelegenheit einen ausgeben. So dicke habe ich es schließlich nicht. Das sieht man schon daran, dass es nur zehn Euro waren…

Ich bin durchaus kein Feind von Anglizismen und stehe Lehnwörtern nicht negativ gegenüber. Jeder, der mich kennt, wird das bestätigen können. Und ich renne ebensowenig wegen jedem “denglisch” anmutenden Wort zum Verein für deutsche Sprache und halte tosende Tiraden.

Wenn mich aber eines zur Zeit auf die Palme bringt, ist es die inflationäre Verwendung des Begriffes “Flatrate” für alles und jeden. Ursprünglich eine Bezeichnung für pauschale Tarife für Telefon- und Internetnutzung gedacht, gibt es mittlerweile auch bloße Auto-Leasing-Verträge eine “Ford-Flatrate” und heute wollte man mir auf dem Jahnplatz sogar anstelle der monatlichen Gebühr in einem Fitnesscenter eine “Fitness-Flatrate” andrehen.

Mit dem Begriff einher geht in meinem Verständnis allerdings auch etwas gutes: Im Bewusstsein steht oft die Preiskonkurrenz zu anderen Anbietern und damit die Vergleichbarkeit.

Wenn’s danach gehen soll …na gut. Dann darf man meinetwegen auch “Wohn-Flatrate” statt “Miete” sagen. Eventuell vergleichen sich die Vermieter dann etwas häufiger untereinander…

Soeben erinnerte ich mich wieder daran, dass mein Vater den Zustand der Ermüdung so beschrieb, ohne des Englischen jemals mächtig gewesen zu sein. Wie er darauf wohl verfiel? Keine Ahnung.

Heute brauche ich jedenfalls keinen Grog zu trinken, um mich nur noch vor der Glotze bewegen zu können. Gute Nacht.

Martin Scorsese!

Auch, wenn Du dieses Blog hier nicht lesen wirst: Ich freue mich riesig für Dich mit, dass es mit “The Departed” endlich geklappt hat und Du den Oscar für die beste Regie-Arbeit in Händen hältst. Ich hätte ihn Dir bereits viele Jahre früher gegeben.

Unfassbar, wie lange das gedauert hat.

Anderswo unter die Dusche gehen, ist meistens mit ungeahnten Risiken verbunden: Wenn man nicht weiß, mit welchen Utensilien der Gastgeber normalerweise dem Spiegel die Sicht zurückverleiht, greife ich in der Regel zu einem Kleidungsstück, das ich vor dem Duschgang noch anhatte. Oft ist das ein T-Shirt. Muss ja eh’ in die Wäsche, also was soll’s?

Habe ich aber nur eben diese dabei und muss ich etwas anderes suchen, benutze ich nicht selten Klopapier. Dann sollte man aber - nicht so wie ich heute - kurz vor dem Verlassen des Bads noch einmal einen Blick dorthin werfen.

“Du hast den Spiegel mit Klopapier gereinigt, nicht wahr?”

“Ja, wieso?”

“Der hing noch voller Fetzen davon.”

Peinlich, peinlich.

Anderswo unter die Dusche gehen, ist meistens mit ungeahnten Risiken verbunden: Oft sind die Raumverhältnisse anders bemessen als in der heimatlichen Kabine. Aus hygienischen Gründen handhabe ich es so (und vermute mal, dass es die meisten Menschen ebenfalls tun),  mich noch in der Kabine abzutrocknen. Das hat den Vorteil, eventuell dabei heruntergefallene Haare nicht großartig aus dem gesamten Bad aufsammeln oder gar den Wischmopp hervorholen müssen.

Doch bei ungewohnter Raumkapazität geschieht es mir bei großzügig bemessener Abtrockaktivität jedes Mal, aber wirklich jedes Mal - sei es bei den Eltern oder wie heute bei der Freundin - , dass ich versehentlich an den Hebel der Mischbatterie gelange und ich plötzlich wieder im strömenden Duschregen stehe. Patschnass kann die Aktion von vorne beginnen. Heute übrgens gleich zwei Mal.


Mexiko und Spanien drängen nun auch nach Hollywood und das, was dabei herausgekommen ist, ist “Pans Labyrinth“. Begeistert schreiben die Kritiker zur Zeit über Guillermo del Toros neuen Film und für sogar sechs Oscars ist er nominiert. Nun ich teile diese Meinungen nicht, aber das muss ich ja auch nicht.
“Alice” bzw. “Amélie im Wunderland” trifft auf einen historisch angehauchten Splattermovie, so könnte man es grob umreißen, was den Kinogänger dort erwartet. Die kleine, märchenversessene Ofélia mit ihren großen, dunklen Kulleraugen (”Süüü߸” tönte es nebenan von den Sitzen) flüchtet vor ihrem Stiefvater, dem unglaublich brutal dargestellten Franco-Hauptmann, in eine Welt mit Feen und Faunen. Der Naturgott Pan verspricht ihr, nach erfolgreicher Ablegung dreier Prüfungen zurück in ihre wahre Existenz als Prinzessin an der Seite ihres richtigen Vaters, eines parallelweltlichen Königs, gelangen zu können.

Diese nimmt sie auch nach zahlreichen Gewaltepisoden ihres Vaters, in denen er sich gegenüber den Rebellen auslässt (die Kamera blendet hier selten etwas aus), wahr und muten an, als seien sie einem Computerspiel entnommen: Gegenstände sammeln, um mit ihnen (z.B. Schlüsseln) weiterzugelangen.

Das Ganze ist weder Fisch noch Fleisch: Der Film ist ganz und gar nicht für Kinder geeignet, da bei vielen Gewalttätigkeiten des Hauptmanns genau hingesehen wir. So erzeugten bereits zu Beginn die Bilder vom Zertrümmern einer Flasche auf dem Gesicht eines unschuldigen Bauern quer durch die Sitzreihen den Effekt, sich die Hand vor die Augen zu halten. Und diese Szene sollte nicht die letzte in der Art gewesen sein.

Auf der anderen Seite gestalten sich die märchenhaften Sequenzen - wenn auch quantitativ unterlegenen - für den erwachsenen Betrachter eher unspektakulär, da hier wieder einmal, wie so unsägliche Male zuvor, mit der dem Kind nachgesagten verspielten Naivität gearbeitet wird. Wer so etwas für unbesorgt hält, soll sich mal die knallharten Kämpfe auf dem Spielplatz genauer ansehen.

Eine dieser Szenen ist allerdings eindrucksvoll: Diejenige, in der Ofélia sich in dem Raum mit dem Festmahl aufhält. Insbesondere der wieder zum Leben erweckte Kinderfresser ziemt eine interessante Mischung aus Goyas Kronos und Giger-Figuren zu sein. Schaurig.

Das andauernde Hin- und herswitchen zwischen diesen beiden Handlungssträngen und Stimmungen ist viel zu überzogen, als dass man den Film ernst nehmen könnte. Viele tun das, ich nicht. Nun könnte man an ihn unter dem Aspekt des selbstreflexiven Kunstwerks herangehen, der Produktion von Kunst unter erschwerten, politischen Bedingungen. Oder meinetwegen Eskapismus, wie es andere Kritiken tun. Dafür steht die platte Story aber viel zu sehr im Vordergrund.

Meinetwegen ein Oscar für zwei, drei gute Special Effects. Oder Kostüme (allerdings ist er dafür nicht nominiert). Aber bitte nicht mehr.

“Hallo, bei der Überprüfung Ihres Mietkontos stellten wir einen Saldo von 981 Euro fest, […] Wir bitten Sie dringend, den fälligen Betrag bis zum 27.02.06 […] auf unser Konto zu überweisen, ansonsten kündigen wir Ihnen die Wohnung zum 31.03.!”

Fickende Sch*e! Das sind so die Nachrichten, die dem Empfänger und Leser den Puls schlagartig in die Höhe treiben und die Schweißdrüsen plötzliche Schwerstarbeit leisten lassen. Man sieht sich ab dem 01.04. auf der Straße sitzen, geschweige denn die Schmähungen der in Mitleidenschaft gezogenen Mitbewohner über sich ergehen lassen, die einem Veruntreuung zweier Monatsmieten unterstellen. Fragen tun sich auf: “Hoffentlich habe ich nicht versehentlich und vorschnell irgendwo im Internet die Kontodaten eingetippert und irgendein windiger Briefkastenfirmeninhaber hat es sich unter den Nagel gerissen!”

Vor dem geistigen Auge arbeitet man bereits weitere fünf Wochenstunden, um diese Unsumme dann mal in sechs Monaten ausgeglichen zu haben.

Aber nach einem Blick auf einen Kontoauszug ist die Welt dann wieder in Ordnung: Irgendjemand hat einmal einen Tag zu spät überwiesen, und daraufhin wird der Dauerauftrag gleich hinfällig und gelöscht (Wieso überhaupt?), alles Geld wurde angestaut.

Puuh, da fällt einem doch ein Stein, ach was rede ich, ein ganzes Bergwerk von Herzen…

Aus der Signatur von dasICHbin bei deviantart:

“Schmetterlinge sind schwule Motten.”

Was ist gemeint?

Ich hab’ noch sowas dunkles zuhause, der Ansatz kommt wieder durch.”