Zu zweit ist’s doch am schönsten…

Posted on Februar 17, 2007
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Das Leben ist ein negativer Rechnungsposten

Posted on Februar 17, 2007
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Einmal systematisch vorgerechnet bekommen, wieviel man an Geld monatlich benötigt und wieviel man im Gegenzug dafür aufzukommen hat, ist jedes Mal erneut ernüchternd galore. Jedermann und jede Frau hat immer in etwa die - wie man es kennt - „In-etwa“-Schere im Kopf und glaubt die meiste Zeit, mit dem jeweiligen Einkommen ließe sich der derzeitige Lebensstandard auch halten.

Aber wenn man das alles dann einmal in eine Soll und Haben-Tabelle befördert, erhält das buchhalterische „Leben“ plötzlich einen ganz geringen Stellenwert, obwohl man daneben permanent kalt und warm gewohnt, telefoniert, sich kranken- und renten- und sonstwasversichert hat, dem Studium gegenüber Gebühr zollte: Da wird das Leben auf einmal auf ein Viertel des Ganzen zurechtgestutzt. Obwohl man doch stets die Ansicht besaß, Wohnen und Leben und Lieben besäßen naturgemäß Parität.

Buchhaltung ist ein kaltes Brot. Buchhaltung deplatziert das Leben, obwohl es doch immer und jederzeit dabei ist.

Dicke Luft im Cobra Cave

Posted on Februar 14, 2007
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Die unglaublichen Abenteuer von Colonel Cobra – Folge 4138 –

 

Ermattet zündete sich Colonel Cobra eine filterlose an. Zusammen mit seinem treuen Mitstreiter Boa Boy saß er in seiner Cobra Cave, einem für unvorhergesehene Besuche als bürgerliches Wohnzimmer getarnten Unterschlupf, und regenerierte sich von dem gestrigen Kampf gegen ihren Erzrivalen Professor Fiasko (siehe Folge 4137), bei dem sie erneut und ohne öffentliches Aufsehen die Welt gerettet hatten, selbstlos, wie sie nun einmal waren.

Boa Boy konnte nicht mehr, er war alle und schien im Fernsehsessel eingeklemmt zu sein. Colonel Cobra beobachtete ihn liegend vom Sofa aus, wie dessen Kräfte es gerade noch zuließen, Knöpfe auf der Fernbedienung zu drücken.

„Kommt nix,“ verlieh Boa Boy seinem Missmut Ausdruck.

„Kommt wohl was,“ sagte Colonel Cobra, während auf der Mattscheibe eine Folge Batman aus den Sechzigern lief.

„Nur nix gescheites,“ fügte er sogleich hinzu.

Nach großen Heldentaten stellte sich bei den beiden oftmals ein Gefühl der Überflüssigkeit ein, und, als hätte es ein Stichwort gegeben, stieß Boa Boy derart laut auf, dass beinahe die Wände wackelten. Gleich darauf zeigte der Fernseher lediglich den Kampf der schwarzen gegen die weißen Ameisen.

Colonel Cobra kräuselte sich nachdenklich am Bart.

„Tja Boa Boy, das dort ist zwar auch ein ewigwährender Battle, aber der ist ja nun nicht so interessant, dass wir ihn weiterhin verfolgen müssten. Muss ich dich denn immer daran erinnern, welche Auswirkungen deine Rülpser auf elektrische Geräte haben?“

„Tschuldigung, Cobra,“ gab Boa Boy kleinlaut zurück.

Diese Trostlosigkeit hätte er sich nicht erträumen lassen, als er seinerzeit hierher gekommen war. Wie dumm nur, dass er damals an diesem Hochsprungwettbewerb auf seinem Heimatplaneten Schnurzel 7 teilgenommen hatte und aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Sternenkonstellationen und Schwerkraftverhältnissen bei seinem letzten Sprung einfach von ihm heruntergefallen war.

Nun hatte er hier den Salat auf diesem unbedeutenden Planeten und konnte seine Fähigkeiten nicht einmal öffentlich ausleben, weil diese merkwürdige Superhelden-Gewerkschaft absolutes Inkognito verlangte. Zu seinem Ärgernis durften dann aber so von Menschen geschaffene Fatzken wie Captain America den Ruhm ernten. „Die olle Tunte in ihrem Latex-Anzug. Pah.“

„Meinste mich?“ wollte Boa Boy wissen.

„Nee,“ brummte Cobra. „Hab’ nur etwas laut gedacht.“

„Pass auf, ich versuche das,“ zeigte Boa Boy auf den Fernseher, „gleich mal mit einem neuen Versuch wieder gerade zu biegen,“ meinte Boa Boy laut und pumpte bereits wieder seine Lungen auf.

„Aber bitte in meiner Abwesenheit, ich mag mir dieses Elend hier nicht mehr länger mitansehen. Ich gehe mal ein bisschen aus dem Haus, vielleicht kann ich ja wenigstens irgend’ner Oma über die Straße helfen oder sowas“ sagte er, während er aufstand und sich am Kleiderständer seine mittlerweile viel zu klein geratene Lederjacke überwarf.

„So, wie Du heute aussiehst, kommen sogar die Katzen lieber freiwillig von den Bäumen, bevor sie sich retten lassen.“

„Vielleicht bringt’s ja was, wenn ich mir meine Sonnenbrille aufsetze.“

Und wie er dieses sagte und tat, schritt Colonel Cobra beleidigt durch den Wohnungsflur, hin zur Tür und ergriff die Klinke, öffnete und wollte soeben voranstürmen, als er beinahe gegen einen Pulk Menschen rannte. Frau Bruns, die Hauswirtin, immer pedantisch auf Einhaltung von Treppenhaus-Putzplänen bedacht, infolgedessen und auch folgerichtig im Clinch mit Cobra und Boa Boy, führte einen Fremden zu ihm, einen grau gekleideten Mann, und wies mit dem nackten Finger in seine Richtung: „Da. Das isser, der Herr Kobratschnik, den suchen sie!“

Cobra roch Ärger.

„Ja, da sollten sie auch mal ihren Namen an die Türklingel schreiben und nicht „Cobra Cave“. Wie soll sie denn da einer finden? Oder wollen sie dort in Ruhe Pläne austüfteln, mit denen sie wieder die Welt retten wollen?“ gab die grässliche Alte von sich und lachte hexenhaft.

Bier, so hieß Cobras Kryptonit, und davon hatte er auf der letzten Hausparty soviel zu sich genommen, dass er beinahe seine Identität gelüftet hatte. Er würde in Zukunft vorsichtiger sein müssen.

„Guten Tag, Isenbüttel mein Name,“ sprach nun der Graue und reichte Cobra die Hand entgegen.

Doch der stand dort wie versteinert, weshalb Isenbüttel nach einer Pause der Irritation seine Hand zurückzog und weiterfuhr:

„Ich hatte es bereits mehrmals probiert, sie aufzusuchen, aber bisher konnte ich ihren Namen nicht an der Tür ausmachen, Herr Kobratschnik. Die nette Frau Bruns hier,“ er wandte sich zu der hämisch grinsenden Frau um, „hatte mir geholfen.“

Cobra zeigte keine Rührung, aber innerlich verlangte es ihm danach, Frau Bruns kopfüber in ihrem Putzeimer zu ertränken.

„Wissen sie, ich wollte nur einmal fragen, ob sie ein Fernseh- oder Radiogerät zum Empfang bereit halten?“ Der Graue stierte ihn neugierig an und klickerte derweil mit einem Kugelschreiber in seiner linken Hand herum, begierig darauf ein Formular mit Notizen vollzumachen.

„Boa Boy, wir haben Besuch von der GEZ,“ schrie Cobra in die Wohnung.

„Alles klar, Cobra,“ hallte es von dort zurück und Cobra bedeckte seine Ohren mit den Händen.

Der Graue und Frau Bruns sahen ihn etwas verblüfft dabei zu, wurden aber kurz darauf über den Sinn dieser Vorbeugung belehrt: Aus dem Wohnungsinneren rollte eine Welle hervor, keine Wasser- oder Lichtwelle, nein, sondern eine Drucklawine aus purem, tiefen Schall, sichtbar an an Flurwänden und den Gegenständen, die an ihnen befestigt waren, und drängte unaufhaltbar auf sie zu.

Die Tapete kräuselte sich auf dem Weg der Welle hin zu ihnen, die Kleidungsfetzen an der Garderobe machten sich selbständig, die Zeit geriet aus den Fugen und ihnen war, als würde Gottes Odem für die gesamte Menschheit in einer Sekunde in ihre Gesichter blasen: Rüllps.

Cobras Haare hatten sich in Richtung des Treppenhauses gelegt, den erschreckten Gesichtern des Grauen und Frau Bruns entgegen, während einige Staubkörner des Deckenstucks auf die Köpfe des Grüppchens rieselten. Boa Boys Rülpser hatten ganze Arbeit geleistet.

„FEUER!“ schrie dieser aber aus dem Wohnungsinneren, worauf die Gruppe zum Wohnzimmer schnellte. Dort angelangt, bot sich ihnen folgendes Bild: Boa Boy stand vor dem zertrümmerten, blitzenden und brutzelnden Gehäuse des früheren Fernsehapparates und versuchte, diesen hilflos mit ein paar wenigen Spritzern aus einer fast leeren Flasche River Cola zu löschen.

Cobra stiefelte scheinbar entsetzt zu ihm und warf theatralisch genug, um glaubhaft zu sein, die Hände an seine Schläfen: „Mann, was ist denn hier los?“

Der Graue, der sich das endzeitliche Szenario betrachtete, benötigte einige endlos andauernde Sekunden, um das gesamte Ausmaß der Zerstörung zu registrieren. Nach zwei Momenten des Sammelns nickte er zu dem nur noch bestehenden Gehäuse der einstmaligen Mattscheibe hinüber und fragte: „Ist das da mal ihr Empfangsgerät gewesen?“

„Nein,“ erwiderte Boa Boy ungeniert und wandte sich zu ihm, die Cola-Flasche fest umgriffen, „und es war auch niemals reparaturbedürftig genug, um eines sein zu können,“ log er gekonnt und zu Cobras Zufriedenheit.

Nachdem der Graue sich eine wichtige Notiz zurechtgeklickert hatte und Frau Bruns zum Teil angewidert, zum Teil enttäuscht, mit dem Beamten Leine gezogen war, konnten sich unsere beiden Helden wieder beruhigt nach diesem unvorhersehbaren Abenteuer in die Sessel fallen lassen.

Der Fernseher brannte zwar, ab und an wurden ihre Nasen noch von Staub berieselt, aber wenigstens herrschte wieder Ruhe nach dem Sturm: Gelegentlich erforderte es nunmal drastische Mittel im Heldenmillieu, um Unheil abzuwenden.

„Und? Was machen wir jetzt?“ fragte Boa Boy im Hinblick auf die vor sich hinglimmende Glotze.

„Keine Ahnung,“ sagte Cobra, „aber wir haben für heute schon wieder viel zu viel getan.

Und wenn wir schon nicht die Welt retten konnten, so doch wenigstens den Tag.“

Fortsetzung folgt (bei Bedarf)

Versäumen sie nicht die nächste Folge, in der Professor Fiasko in Gestalt eines Mediamarkt-Verkäuferswieder in Erscheinung tritt und das Cobra-Team  mit Flachbildfernseher-Angeboten beinahe in den Wahnsinn treibt.

Kulinarisches Detmold

Posted on Februar 14, 2007
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Auf nach Detmold

Posted on Februar 13, 2007
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Schön in’s auswärtige und dort Texte vortragen: Wenn auch nur bis Detmold, aber im Kaiserkeller (direkt gegenüber vom Bahnhof) gibt’s heute Abend ab 21 Uhr jede Menge Slam-Poeten zu sehen und zu hören.

Einlass: ab 19 Uhr, Eintritt: 4 Euro

Paycheck

Posted on Februar 12, 2007
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Welch grauenhafter Film flimmerte denn da soeben über das Fernsehen? Ben Affleck schickt sich selbst - aus Vorsicht wegen berechnetem Gedächtnisverlust - einige Gegenstände mit der Post, mittels derer er die eigenen Tathergänge wieder rekonstruieren soll.

Ich bin zwar kein Computerspieler, aber das erinnert sogar mich an eines aus den C64-Zeiten: Zak McKracken oder - mir sogar noch bekannter - Maniac Mansion. Darin musste der Held nämlich auch gefundene Gegenstände ausprobieren und gucken, was damit passiert. Allerdings war das natürlich ein Spiel, bei dem man oft genug Versuche starten konnte.

Ben Affleck hatte immer nur einen und es hat bei ihm natürlich bei jedem ersten Mal geklappt. Es ist unerträglich, wenn man nicht aus Fehlern lernen kann.

Sind sie außer Gefahr?

Posted on Februar 12, 2007
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Die Story im Marathon-Mann ist recht einfach gestrickt und klingt wie bereits einige Male gebraucht: Ein alter Nazi-Arzt (Szell= Laurence Olivier) kehrt aus dem Exil nach New York zurück, nachdem sein Bruder, der bisher sein Vermögen verwaltet hatte, gestorben ist, und will sich dieses sichern. Doch es wird komplizierter: Ein Geheimdienstagent (’Doc’ = Roy Scheider), der bisher mit ihm gemeinsame Sache gemacht hatte, um an Infos und Aufenthaltsorte alter SS-Leute zu gelangen, kommt bei einer Meinungsverschiedenheit durch die Hand des Arztes um.

Der Agent schleppt sich in die Wohnung seines Bruders ‘Babe’ (Dustin Hoffmann) und stirbt dort, ohne ihn über den Hergang der Dinge aufzuklären, hielt erihn doch bislang für einen Geschäftsmann und nicht für jemanden, der in Top Secret-Kreisen verkehrt.

Doch der paranoide und bis auf’s Äußerste auf seine Sicherheit bedachte Arzt lässt ‘Babe’ entführen und foltert ihn, um herauszufinden, ob dieser in irgendeiner Hinsicht etwas über ihn erfahren hat. Hat er aber nicht. Babe sitzt dort im Zahnarztstuhl und muss die ihm Beitragstitel bereits zitierte Frage (”Sind sie außer Gefahr?”) mehrmals und ohne Erläuterung über sich ergehen lassen, ohne zu wissen, was Szell überhaupt von ihm will. Seine Ahnungslosigkeit wird deutlich, als er nachfragt:

“Könnten  sie bitte einmal “Sie” in Bezug zu irgendetwas setzen?”

Retour: “Sind sie außer Gefahr?”

Heilige Sch*: Sitzte da, weißt von nichts und wirst anschließend trotzdem gefoltert.

Mal abgesehen davon, dass mich nur zu gerne interessieren würde, wie Hoffmanns Frage im englischen Original funktionieren kann, denke ich, dass wir hier perfekt vor Augen geführt bekommen, wie weird sich eine solche Situation für einen ahnungslosen Delinquienten gestalten kann.

Darüber hinaus spielt Laurence Olivier einen fürwahr grauseligen Nazi, zerworfen zwischen der Angst vor der Entdeckung und der Kälte und Sorgfalt, die er bei seinem “Verhör” aufwendet. Anfangs dachte ich noch, es wäre für seine, auf Unentdecktheit bedachte Figur eher logisch, Babe sofort zu liquidieren. Das hätte den Charakter Szell dann aber harmloser dargestellt. Schon korrekt so.

Verständnis on the road

Posted on Februar 12, 2007
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Zwar verstehe ich manchmal nur Bahnhof, aber dann ist es immerhin meistens Hauptbahnhof.

Turn out the light

Posted on Februar 10, 2007
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Wer in einem gut mit Fenstern ausgestatteten Raum um 12 Uhr mittags elektrisches Licht betätigt, sollte sich mal ernsthaft Sorgen um sein Augenlicht machen. Oder ist eine Pussy, die in jeder schattigen Ecke den bösen Bullemann vermutet. So.

Stromrechnung folgt.

Sitzen 73 im Zweischlingen

Posted on Februar 10, 2007
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Ach so, eines noch: Heute Abend gibt es wieder eine schöne Lesung von Sitzen 73 (ui, schickes, neues Blog dort) im Zweischlingen. Beginn ist 21 Uhr und Eintritt kostet 8 Euro.

Wer’s schafft, möge sich aufraffen. Grüßt mir Stefanie, Volker und Sacha.

Und alle müssen Volkers Buch “Schnelle Biere” kaufen. Das ist ein Befehl!

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