Es gibt Reis, Baby!
Geschrieben am 31 März 2007
Heute wollen wir mal etwas Chinesisches essen. Madame hat vermutlich deshalb Appetit darauf bekommen, weil asiatische Küche meistens als besonders nahrhaft bzw. vegetarisch bzw. vitaminreich assoziiert wird. Dem muss aber gar nicht so sein.
Woher der Gedanke, darin komme besonders häufig pflanzliches vor, nun genau stammt, kann ich mir auch nicht erklären. Lediglich mutmaßen lässt sich darüber. Wahrscheinlich, weil man dort stets soviel Tee trinke, müssten sie ebenfalls bei ihrer festen Nahrung bewusster vorgehen. Dass aber in fernöstlichen Gefilden mit anderen Dingen, z.B. Sake, genauso gepichelt wird wie hierzulande, fällt dabei oftmals unter den Tisch.
Eine andere, mögliche Erklärung für diese Einstellung gegenüber der Asiatenkost habe ich mir für uns medienverwöhnte Menschen wie immer absolut schlüssig zurechtgelegt:
In sämtlichen zeitgenössischen Vorabendserien und auch vielen Filmen - vornehmlich amerikanischer Herkunft - kommen Leute, die trendige Berufe haben wie z.B. Pathologen, Anwälte usw, spätabends und gestresst nachhause. Bevor sie soweit sind, ihre Aktentasche abzulegen, gehen sie zum Kühlschrank und öffen diesen. Kurioserweise scheint in dieser Welt ein chinesischer Fast-Food-Bringdienst zu existieren, der über den Wohnungsschlüssel verfügt und ihnen immer bereits angebrochene Pappschachteln mit Essen dort hineinstellt.
Diesen rechteckigen Pappschachteln ist es natürlich unmöglich, fettiges Essen auf Dauer zu halten. Wie unschön sähe das auch aus, wenn der Wohnungsinhaber zuerst einmal seinen Kühlschrank sauber machen müsste, weil das Behältnis durch völlige Aufweichung alles durch die Rippen, unten auf die Milchglasscheiben hätte fließen lassen? Nein, so kann er sich die Schachtel sofort schnappen, damit auf das Sofa setzen und gesunde Sprösschen knabbern, während im TV über genau den Mord berichtet wird, den er gerade untersucht.
Seht Ihr? Auf diese Weise kann sich so etwas in’s Bewusstsein setzen…

