Hier kommt die Flut
Posted on Mai 10, 2007
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Herrjemineh. Damals, beim WDR-Interview, gab es im Nachinein aber nicht so hohe Resonanz wie dieses Mal nach der “Scheinfrei“-Ausgabe. Da haben wir wohl erst jetzt die korrekte Klientel angesprochen.
Kaum ein Gang durch die Uni vergeht, an dem man nicht gefragt wird, ob man nicht hier oder da “etwas machen” möchte. Oder ein Tag ohne Bitte um eine Textarbeit an anderer Stelle. Bloß wann soll ich das alles erledigen? Ein gutes Zeitmanagement ist nun gefragt (zumal meine Orthographie bereits hier beim Bloggen schon nachlässt, wie mir gerade auffiel).
Sehr, sehr seltsam ist es übrigens, durch die Uni-Halle zu gehen, während man sich selbst aus den herumliegenden Magazinen ansieht.
P.S.: Eins noch. Im StudiVZ gibt’s jetzt eine Sparrenblog-Gruppe. Nur so als Tipp.
Sie sind überall
Posted on Mai 9, 2007
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Sie sind überall, die Leute, die man kennt. Manchmal geht man ungeahnt irgendwohin und denkt sich nichts Böses, da tauchen Slammoderatoren an der Adresse auf, unter der man selbst arbeitet. Bislang unbemerkt, weil in einer anderen Etage.
Da mir dieses Schritt auf Tritt passiert, überlege ich gelegentlich, ob diese Stadt tatsächlich über mehr als 300.000 Einwohner verfügt. So viele Menschen kenne ich nun auch wieder nicht hier, dennoch sind es immer die gleichen, die man trifft.
Ob die Stadtobrigkeit die Zahlen fälscht? Und viel dringlicher tut sich die Befürchtung auf, dass unser Geheimprojekt dann baden geht. Hoffentlich täuschen meine Eindrücke.
Scheinfrei
Posted on Mai 9, 2007
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Nein, nicht doch! Wenn man diesen Titel liest, könnte man denken, ich wäre bereits soweit, fällt mir gerade ein. Aber dazu fehlt noch ein bisschen Arbeit.
Arbeit! Sehr viel davon gibt’s zu tun dieser Tage.
Zurück zum Titel: Besonders gefreut hat mich natürlich dieser Beitrag (http://www.westfalen-blatt.de/nachrichten/regional/sparrenblog.php) im Uni-Magazin “Scheinfrei”, das nicht nur dem Westfalenblatt beilag, sondern in der Uni und den FHs frei ausliegt. Nette Sache. Das beschert Aufmerksamkeit.
Aber jetzt muss ich weitermachen.
“Brilliant inszeniertes Western-(Melo-)Drama”
Posted on Mai 6, 2007
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So bezeichnet laut Wikipedia das Lexikon des Internationalen Films “Fluss ohne Wiederkehr“. Wie kommen die denn bloß auf so eine Lobhudelei?
“Lächerlich inszeniertes Bildwerk, das so manche überkommene Stereotypie fördert [Indinaer sind immer böse!] und der NRA gute Dienste leistet [Jungs können nicht früh genug Schießen lernen]. Aber Marylin Monroe wird auf dem Fluss ein paar Mal nass.”
Vielleicht sollte ich solche Lexika-Einträge künftig schreiben.
Inland Empire
Posted on Mai 6, 2007
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In den vielen Interviews zu seinen Filmen betont David Lynch immer wieder, man solle sich seine eigene individuelle Deutung daraus zurechtlegen oder so ähnlich, und viele Betrachter meinten nach dem Sehen seines neuen Films “Inland Empire”, dass ungefähr die erste Stunde einen noch halbwegs nachvollziehbaren, roten Faden aufweise, danach aber alles in’s Assoziative herumschlägt. Nur noch unzusammenhängende Sequenzen würden einem dort geliefert. Und anstrengend soll es natürlich sein (doch das ist man ja gewohnt von Lynch), weil der Film darüber hinaus drei Stunden dauern würde.
Der zu drehende Film „On High in Blue Tomorrows“ ist - wie ihnen vom Regisseur Kingsley (Jeremy Irons) vermittelt wird - bereits ein Remake. Das vor langer Zeit gescheiterte Filmvorhaben wurde nicht beendet, da die beiden Hauptdarsteller auf mysteriöse Art und Weise ermordet wurden.Spätestens ab diesem Zeitpunkt nimmt der Film bevorzugt die Position von Nikki ein, es kommt zu ihrerseits subjektiven Einbrüchen, die mit dem bisherigen Geschehen nicht viel gemein zu haben scheinen. Noch scheint es zu einem tatsächlichen Tête-à-tête zwischen ihr und Devon zu kommen, doch es wird bereits unklar, ob die zunehmenden Ängste Nikkis die Realität auch so darstellen, wie sie ist. An der Beobachtung ihres Stelldicheins durch den Ehemann bleiben Zweifel übrig, ebenso wie an der Morddrohung von Devons Ehefrau.
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer verunsichert, da die merkwürdige Nachbarin Nikki in einem unnatürlich langsam wirkenden Dialog vor dieser Rolle warnt und scheinbar in die Zukunft blicken kann. Der Regisseur Kingsley verleiht dem Geschehen ebenfalls eine unheimliche Komponente, als er von dem Gerücht erzählt, auf dem ursprünglichen Film hätte ein “Zigeuner”-Fluch gelegen. Diese Informationen bleiben beim weiteren Betrachten ständig präsent, obwohl sie vielleicht nur redundant sind.
Nikki erhält bald Eindrücke von einem eventuellen früheren Leben in Osteuropa, als Prostituierte inmitten von anderen. Dort gäbe es einen Mann, “den sie früher einmal gekannt hat”. Daneben hat sie Visionen von ihrem Ehemann, wie er ihr eröffnet, mit Schaustellern eines Zirkusses nach Polen zu gehen. Der Kreis schließt sich dort wieder, als sie in Erfahrung bringt, dass der Zirkus mit den Mädchen in Verbindung steht.
In einer weiteren Episode bewegt sie sich inmitten der Prostituierten in Los Angeles. Devons Ehefrau taucht auf und rammt ihr einen Schraubendreher in den Unterleib. Nikki läuft schmerzverzerrt durch die Straßen, auf den “Walk of fame”, erbricht Blut auf einen der Sterne [großartiges Statement, ich konnte leider nicht lesen, auf wessen Namen!] und stirbt. Hier gerät wieder die Kamera ins Bild und es wird deutlich, dass dieses am Filmset geschah, mit zur Geschichte gehört.
Es handelt sich hier nicht nur um einen “Film im Film”, sondern um einen “Film im Film im Film”: Der ursprüngliche Film, das Remake und der jetzt gesehene von David Lynch. Alle diese Ebenen können sich durchbrechen. Letztendlich scheint sich der Betrachter hier entscheiden zu können, für welche dieser Ebenen er sich bei seiner Deutung entscheidet.
Allen Ebenen ist gemein, dass Lynch wieder gekonnt mit Mitteln wie Verzerrungen, Zeitsprüngen und - nicht zu vergessen - der düster-atmophärischen Musik Angstzustände auszulösen weiß. Und darum scheint sich alles durchgängig zu drehen: Was ist imstande auf welche Weise Furcht auszulösen und weshalb? Welche Zeichen können in der Psyche für Unruhe sorgen, im “Inland Empire”, über dass das Ich doch herrschen, der Imperator sein sollte?
Lynch als Imperator seines Films findet als Regisseur stets neue Motive, um diese Unsicherheiten, gelegentlich sogar Schreckensmomente zu erzeugen: Die Nikki, die aus der Ferne heraus auf einem Pfad in Richtung Objektiv - nur in einem Lichtkegel - läuft, bis ihr - jetzt erst erkennbar - angstverzerrtes Gesicht die gesamte Leinwand einnimmt: Extrem gruselig!
Das erstmalige Drehen mit DV-Kameras bei einem Lynch-Film fällt schnell nicht mehr auf durch diese Momente und fesseln selbst drei Stunden. Durchaus sehenswert. Und nach dem Verlassen des Kinosaals wird klar, das man hier sogar von “kathartisch” sprechen kann.
Scherzkekse sind unterwegs
Posted on Mai 5, 2007
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Ach, ja
Posted on Mai 3, 2007
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Bebilderte Bücher sind nicht zu verachten, wenn Kinder das Lesen lernen. Insbesondere den so oft geschmähten Comics kommt dabei eine tragende Rolle zu und hochgelobt sei Erika Fuchs, die Übersetzerin der Disney-Comics in’s Deutsche.
Auch ich habe anhand von Comics (zunächst war’s ein Knax-Heft, O.K.) die ersten Leseschritte gemacht. Die lagen ja sowieso im Kinderzimmer herum, auch, wenn man sich anfangs die Geschichte dazudenken musste. Hochgradig lustig fand ich immer die Onomatoposien der Frau Fuchs, z.B. “holterdipolter”, während Micky Maus und Kater Karlo beim Kampf die Treppe herunterpurzelten.
Bei einem kleinen Wörtchen (rückblickend stellte sich heraus, dass es ein Inflektiv war, wie er in E-Mails oder beim Chat auftaucht) wurden mir aber erst spät die Augen geöffnet. Konnte ich etwa als sechsjähriger ahnen, dass sich hinter “seufz” realiter ein “Ach!” verbirgt?
Zugegeben, es hatte mich schon gereizt, herauszufinden, weshalb sich bei allen anwesenden Enten, von Donald über Daisy usw., die dieses “Seufz” äußerten, niemals der Schnabel öffnete.
Immerhin gelang esmir, meine Neugierde dahingehend zu unterdrücken. Sämtliche Enten meiner Kindheit blieben ungequetscht und unversehrt .
L’Atalante
Posted on Mai 1, 2007
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“Wenn man den Kopf unter Wasser hält und dabei die Augen öffnet, dann kann man den Geliebten sehen.” (Dita Parlo als Juliette, frei übersetzt)
Es gibt noch wahre Schätzchen zu hören, lesen und zu sehen, selbst, wenn sie bereits so lange Zeit seit ihrer Entstehung hinter sich haben. Jean Vigos “L’Atalante” von 1934 gehört unter den Filmen ab sofort für mich dazu. Die Geschichte ist sehr einfach und schnell erzählt:
Juliette heiratet Jean, den Steuermann des Flusstankerschiffs “Atalante”, auch, um so dem Dorfleben zu entkommen. An Bord sorgt sie für einige Neuerungen, was dem alten Seemann Père Jules nicht recht gefallen mag. In Paris angelegt, sorgt er durch seine Abwesenheit dafür, dass Jean mit seiner Frau das Schiff nicht unbeaufsichtigt verlassen kann, obwohl Juliette sich nach der großen Stadt lange gesehnt hatte. Im nächsten Hafen, Colbier, kommt es zum Streit zwischen Jean und einem Straßenhändler, der um die Frau buhlt. Juliette verlässt das Schiff, und Jean lässt gekränkt ablegen, gerät im Weiteren beinahe an den Wahnsinn. Der schrullige Père Jules verspricht, Juliette zu suchen und zurückzubringen, was ihm tatsächlich auch gelingt.
Allemal erwähnenswerter als diese Handlung ist die Bildsprache Vigos, und ich beginne nach dem Sehen des Films zu begreifen, was mit “poetischer Realismus” gemeint ist. Manche Szenen besitzen eine ungewohnte Langsamkeit, z.B. diejenige, in der Juliette nachts im Brautkleid über das dunkle, fahrende Schiff spaziert. Der Fokus ist auf die Braut gerichtet, die Kamera bewegt sich nicht. Zwei Bewegungen sind auszumachen, das fahrende Schiff und die - in entgegengesetzter Richtung - gehende Braut. Es wirkt, als würde sie still stehen, könnte man nicht an ihren Beinen erkennen, dass sie läuft.
Derlei Spiele mit den Bewegungsabläufen sind über den gesamten Film verteilt. Fantastisch ist ebenfalls der Tauchgang von Jean aufgenommen. Unter Wasser meint er, die Silhouette seiner Frau ausmachen zu können, während er dort wild herumschwimmt und Luftbläschen von sich lässt. In schwarzweiß ist diese Szene ziemlich beeindruckend und jetzt weiß ich immerhin, das der Levi’s Werbespot mit dem Smoke City-Song “Underwater Love” eine Reminiszenz an diesen Film darstellt.
29 Jahre alt war der Regisseur erst, als er diesen Film drehte. Erstaunlich. Und tragisch, dass er die Premiere nicht mehr erleben durfte.
Viele Informationen und Bilder aus dem Film liefert diese Seite hier:
http://www.filmzentrale.com/rezis/atalantemp.pdf
Der Film ist anscheinend auch nicht einfach zu bekommen, lediglich als UK-Import:
L’Atalante [UK IMPORT]
Woanders schreiben
Posted on Mai 1, 2007
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Meine Freundin Yvonne aus Hildesheim ist lieb. Schafft sie doch auf ihrer Plattform TalenteOnline.de einfach mal ein bisschen Raum für eine Kolumne meinerseits.
Nett, nicht wahr?
Da ich mich allerdings nicht vierteilen kann (um es mit Svens Worten zu sagen: “Du bist ja das Webmodul von Bielefeld!”), könnte es durchaus passieren, dass dort das ein oder ander von hier erscheint. Aber ich versuche mal künftig, auch etwas Exklusivität dort hineinzubringen…
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