Das teuflische Display zeigt mir an, dass in unmittelbarer Nähe meiner Wohnstatt bzw. direkt im Haus 7 (ausgeschrieben: SIEBEN) WLAN-Netzwerke zur Verfügung stehen.

Unter Studenten könnte mir gerne mal einer von den Administratoren übergangsweise einen Zugang geben.

Das tut weh *schluchz*

Kaum ist das Internet mal ein paar Momente passé, lernt man längst vergessene, dem Staub gedanklich beinahe gleichgesetzte Medien wieder zu schätzen, wie z.B. erstens die völlig vergessene Glotze (die allerdings in letzter Zeit noch mehr an Qualität eingebüßt zu haben scheint) oder zweitens Bücher. Wow, habe ich gelesen in den letzten Wochen. Wie postbabylonisch zerstreute Schwämme habe ich Informationen gesaugt, als würde ich erstmals dahinter kommen, dass sich hinter den schwarzen Drecksfüßen auf weißem Untergrund Sinn verbirgt.

 

Was sollte ich auch anderes tun? Weiter auf den Telekommunikations-Großkonzerns-Mitarbeiter warten? Den ersten Blog-Entzugserscheinungen dadurch kontern, dass ich mich ganztägig in ein Internet-Café einmiete? „Nein“, dachte ich. „So weit lasse ich mich nicht herab. Dann mache ich eben Internet-Zwangsurlaub! Trotz der mittlerweile hierdurch entstandenen virtuell-gesellschaftlichen Verpflichtungen!“

 

So hätte ich noch ein bis zwei weitere Wochen verbringen können, zumindest hier und da ein paar Gedanklein aufschreiben können, hätte sich nicht die nächste Passion in Bälde eingestellt. Kaum will man einige Zeilen in einem zuvor untergebrachten Dokument speichern und auf einem rohen, silbernen Rohling in’s nächste Café zur Weiterleitung tragen, gibt der alte Unhold Rechner zum mittlerweile x-ten Male den Geist auf und will fortan nicht wieder auferstehen.

 

Die hiob’sche Prüfung schien perfekt, der Glaube an das technische Zeitalter erschüttert. Oder hatte hier doch nur wieder einmal ein zen-buddhistischer Zaunpfahl gewunken?

Ich entschied mich bar jeden Glaubens für die Radikalkur und h.e.n. erwischte mich zufällig sodann kurz nach meinem Bittgang zum Saturn (wo ich zunächst gefressen werden wollte, man mich aber sogleich wieder mitsamt mobiler Möglichkeit zum Schreiben und Surfen ausspieh):

 

- Ist das ein neuer Rechner?

- Allerdings. Das ist einer.

- Ja, das klang bei dir tatsächlich danach, als sei das mal notwendig.

 

Das (bisherige) Ende vom Lied: Ich sitze – wie erwähnt – im Bett und kann schreiben. Ohne Ende. Mit einem für mich völlig neuartigen System und verfüge dabei große, weit geöffnete Kinderaugen. So vieles gilt es noch zu entdecken auf dieser kleinen Reise, während derer ich mich doch eigentlich gar nicht bewege. Wie war das doch gleich mit der Mobilität?

 

Windows Vista auf ‘nem nigelnagelneuen Notebook. Der Teufel reitet auf dem Beelzebub und ich gebe die Befehle. Gottseisgepriesen sind die Anweisungen bisher lediglich virtueller Natur und ich probiere mich bloß daran herum. Bis ich wahrscheinlich wieder beginne, OpenSource-Programme zu installieren (und alles zu vermurksen). Aber bis dahin… Mal gucken, wie’s schmeckt. Allein die Möglichkeit, in waagerechter Lage herumzutippen, ist jedenfalls kaum zu übertreffen. Ich bin schon ganz gespannt darauf, was mein alter Rücken demnächst dazu sagen wird.

oder besser gesagt: Wie komme ich wieder an sie heran? 

(aus dem Internet-Café)

Es ist bestimmt schon zirka ein halbes Jahr her, dass ich untreue Seele den Wortpalast besucht hatte, aber Sebastian23 konnte gestern spielend für sämtliche verpassten Eindrücke entschädigen.  Schon Wahnsinn, wie der Mann seine auswendig beherrschten Schnellsprech-Texte an das Publikum bringt:

“Wenn ich Kaffee trinke, neige ich nicht zu Übertreibungen. Die Übertreibungen neigen sich zu mir!”

Grandios. Fulminant.

Derweil habe ich zuhause meine liebe Not mit der Technik. Nachdem ich gestern drei Mal und summasummarum (<–klingt lustig bei falscher Betonung) eine Stunde lang mit dem neuen DSL-Anbieter vom Handy (!!!) aus telefonierte, sind hoffentlich sämtliche  - dort -missverständlich eingegangenen Abarbeitungscodes des Großkonzerns aus dem Wege geräumt und ich darf nunmehr für den Dienstag wieder auf einen Internet-Zugang hoffen. Dann kann ich auch endlich wieder die schmähliche Auszeit im Sparrenblog wettmachen, was das Zeug hält.

Davor hat sich aber ein nicht zu verachtendes Hindernis eingestellt: Mir nichts, dir nichts raucht mir die Systemfestplatte weg, mit allem, was darauf befindlich war. Mysteriös, das Ganze, zumal ich mir schließlich in der Zwischenzeit gar keinen Virus o.ä. eingefangen haben konnte.

Ich bin ganz haarscharf davor, die Mühle über die Balkonbrüstung zu kippen, in einen großen, großen Hightech-Laden zu stapfen, um mir eines dieser flachen Dingerchen zu kaufen, in denen bereits alles drin ist, was man braucht.

Auf Pump, versteht sich, denn Murphy’s Law zufolge geschehen diese Dinge immer dann, wenn man es nicht erwartet. Praktisch und gefährlich zugleich ist daran, dass diese Unternehmen nicht prüfen, ob man überhaupt für derlei Anschaffungen liquide genug ist…

Oder findet sich womöglich unter meinen Lesern ein wohlwollender Sponsor?

(übrigens finde ich es äußerst bemerkenswert, dass sich hier bis eben gerade ohne mein Wissen und Dazutun ein anderes Theme präsentierte. Dubios)

P.S.: Nick Hornby “A Long Way Down”: Ganz phantastisch!!! 

Bald muss der Bunker für den Poetry Slam anbauen: Es werden ständig mehr Besucher. Das mindert allerdings nicht den Spaß. Mischa gewann (natürlich) mit Unterstützung von Markus, Lampe und ich ergattern jeweils einen Highlander-Platz für nächsten Monat (ebenfalls dank Markus, der das Stechen durch Abgabe seiner Platzierung verkürzte). Herr Freise ist damit der Engel des 50. Bunkerslams.

DSC00036.JPG

Muss ich denn noch darauf hinweisen, dass heute Abend ab 20:30 Uhr, wieder der Poetry Slam im Bunker Ulmenwall stattfindet?

Nee, ich lass das lieber. Wird in letzter Zeit sowieso viel zu voll dort…

Mittlerweile verkommt das Thema Internet-Umstellung von einem Nicht-T-Com-Unternehmen zu einem anderen zur Farce. Der große, dennoch dafür zuständige Konzern erteilte mir heute, beim inzwischen 4. (!!!) Termin, eine Absage per SMS. Immerhin tat er das erstmals, muss man doch sonst den ganzen Tag in Schichten einteilen und warten. Nunmehr dauert es vorläufig erneut bis zum Freitag.

Streik hin oder her…mit dem Verständnis für die Situation ist es bald gänzlich vorbei.

P.S.: Goethes “Die Wahlverwandtschaften”. Schwer zu lesen wg. archaisch anmutendem Sprachstil. Garten nervt. Aber interessant.

Hoffentlich kommt heute der kompetente Mann vom Telekommunikationsunternehmen zu uns. Und hoffentlich sind die Mitbewohnerinnen zur richtigen Zeit anwesend (ich muss in die Uni). Und hoffentlich hat der Hausmeister den Keller zu den Schaltkässten offen gelassen.

Es sind schon wieder zuviele Dinge, die auf einmal eintreffen müssen, als dass man daran glauben kann…

EDIT: Wie hätte es auch anders kommen können? Aller guten Dinge sind Drei? Von wegen. Beim dritten Termin erschien niemand, dennoch hat man beim Anbieter die Meldung hinterlassen, wir seien “aktiviert”. So nicht, Jungs. Jetzt wird stress gemacht.

Herrlich, wenn man den künftigen Drohungen des Studentenwerks, man solle nun endlich aus dem Wohnheimszimmer ausziehen, mit Gelassenheit entgegenblicken kann: Eine künftige, nette Bleibe hat sch unverhofft aufgetan und nimmt mir damit eine Sorge.

Aber kaum  hat man eine der  Gemütsschmähungen weniger, erscheinen neue am Horizont. So zum Beispiel diejenige, künftig eine satte Steigerung an Studiengebühren erwarten und einkalkulieren zu müssen. Wieder heißt das Motto: Mehr arbeiten, weniger studieren!

Da geht die Freundin also zur Arbeit und überlässt mir kurzerhand den PC und… ich weiß nicht, worüber ich mal etwas erzählen könnte. Außer darüber, dass ich bemerkt habe, wie lange diese Seite hier mittlerweile lädt, wenn man allerlei Schnickschnack einbindet. Ich werde gleich einmal das eine oder andere deaktivieren.

Ach so, am Freitag waren wir in dem Film “2 Tage Paris”, den ich für sehr sehenswert halte. Nicht, dass er besonders wichtig wäre, aber es ist eine nette Sentenz über Verwirrungen, die aufgrund unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Herkunft entstehen können, dargestellt anhand eines Pärchens während ihres Urlaubs.

Na gut, über “unterschiedliche Kultur” ließe sich streiten, stammt SIE doch aus Paris und ER aus New York. Gemeinsamkeiten ließen sich über die “westliche Hemisphäre” noch ausmachen, bevor mir da wieder jemand zuvorkommt. Aber ich denke, es ist klar, dass allein zwischen Europa und Amerika herbe Differenzen auszumachen sind.

Bemerkenswert an dem Kinobesuch selbst war allemal, dass wir diesen am letzten Freitag bewältigten, und zwar im Lichtwerk, während nebenan das Flasharts-Fest stattfand. Gemessen an dem Volk, das sich im Ravensberger Park versammelte, und der Hitze, die draußen herrschte, trafen wir mit offenbar fünf anderen Kinobesuchern im vollklimatisierten Saal die eindeutig angenehmere Entscheidung. Auch, wenn July Delpy zwischendurch gegen das Feuerwerk und Faithless-Sound ankämpfen musste.

Der kurze Gastauftritt Daniel Brühls im Film (weshalb prangt dessen Name eigentlich so groß auf dem Plakat?) verhalf uns immerhin auch zu einer neuen Einsicht: Hütet Euch vor “schizophrenen Veganern”!

(aus dem Internet-Café)

Nun ja. Da hatte ich soeben Besuch von dem Techniker, der seinen High Tech-Phasenprüfer in die Telefondose hielt und mir daraufhin erzählte, wir müssten im Keller etwas umstöpseln, damit DSL endlich wieder funzt.

Wie das Leben so spielt: Ohne den Hausmeister und dessen Schlüssel gelangt man nicht in den Raum mit den entsprechenden Schaltschränken. Der wiederum ist natürlich nicht so mir nichts, dir nichts zu erreichen. Die Folge: Ein weiterer Termin, eine weitere Woche ohne Internet.

Derweil geschieht etwas merkwürdiges mit mir: Das Medium Buch erfährt in meinem Rezeptionsverhalten eine unerwartete Renaissance. Ja, genau. Das ist dieses komische Ding mit mehreren Seiten aus Papier, auf denen sonderbare Zeichen draufstehen.

Interessant….