Aimez-vous Brahms?
Geschrieben am 30 Oktober 2007
“Der Zustand Schumanns verschlimmert sich täglich”, schrieben die Freunde im Februar 1854, “ununterbrochen hört er Musik, oft der schönsten Art, oft auch qualvoll hässlich”. [via]
Welch ein Satz, was für eine Aussage über jemanden, der Zeit seines Lebens sein Brot mit Musik verdiente! Robert Schumann wird dieses ästhetische Werturteil womöglich nicht gutgeheißen haben, zumal es von seiner Frau Clara und seinem Protegé Johannes Brahms stammt.
Robert hatte sich kurz zuvor - einer Art Wahnsinn nahe - von einer Brücke in den Rhein gestoßen, nicht ohne vorab seinen Ehering in das Wasser geworfen zu haben. Doch er wurde gerettet, kam in eine Nervenheilanstalt, wo er über zwei Jahre bis zu seinem Tod verbracht hatte. Da liefert es nur Raum für allerhand Spekulationen und Mutmaßungen, dass Brahms währenddessen der 14 Jahre älteren Frau seines Mentors Avancen macht. Phantastische Background-Stories für gewaltige Musik. Brahms’ Klavierkonzert op. 15 in d-Moll soll man angeblich die Enttäuschung und Wut über das Scheitern anhören. Ich bekomme Lust darauf, Biographien zu lesen und diese Musik zu hören.
Mein Zustand verschlimmert sich täglich!

