Lauschen
Posted on Oktober 13, 2007
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Wir Blogger und Hobbyschreiber sind mitunter fiese Zeitgenossen: Hört man eine kuriose Diskussion in der Öffentlichkeit oder ein interessantes Missverständnis, wird es sofort von uns verwendet oder in einem Text verwurstet. Andererseits lässt sich dieses Verfahren natürlich gut mit einem der Hauptcharakteristika von Popliteratur rechtfertigen, nämlich dem der Archivierung.
Auf belauscht.de werden von allen möglichen internetaffinen Personen Gesprächsfetzen aus dem Alltag gesammelt, worunter so manche gute Preziose zu finden ist. Zum Beispiel der Verkäufer, der die Wünsche des Kunden entgegnet mit den Worten: “Wir sind hier nicht bei “Wünsch dir was”, sondern bei “So isses!”!”
Aber die folgenden Wechselworte, die haben es mir gerade richtig angetan:
Ich sitze spät abends in der U-Bahn, mir gegenüber zwei Typen um die 25.
Sie unterhalten sich offensichtlich über die neue Freundin von #1:#1: “Naja, läuft alles eigentlich ganz gut…”
#2: “Aber?”
#1: “Naja, sie rasiert sich halt überhaupt nicht… nicht mal die Beine…!”
#2: “Siehste, das ist halt das Problem bei den Waldorfschülern.”
#1: “Mhhhm.”Pause…
#1:” … dafür kann sie ihren Namen tanzen!”
Praktisch
Posted on Oktober 12, 2007
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Falls der König von England mal an das amerikanische Bett kommt…
Seid Ihr alle…
Posted on Oktober 12, 2007
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…auch so müde wie ich?
Werteverfall
Posted on Oktober 12, 2007
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Der konservative Mensch droht seit jeher mit der Keule des Werte-”verfalls”, um damit drastisch auszudrücken, dass seiner Meinung nach eine ideelle Vorstellung zugrunde geht, die schützenswert sein sollte [wobei ich die Vorstellung, irgendeinen wie auch immer gearteten Zustand im nagenden "Fluss der Zeit" konservieren zu wollen, grundsätzlich für keine schlaue Idee halte].
Nun ist mir der Hinweis auf die Werte, die es nach Meinung so einiger einzuhalten gilt, begrifflich ähnlich so suspekt wie der der Leitkultur: Warum sollen wir uns daran halten, schließlich wurde doch lange Zeit die Individualität jedes einzelnen als eine der größten Errungenschaften ever gehalten?
Von “Verfall” kann man natürlich nur reden, wer seine eigenen Vorstellungen dem Ende nahe sieht. Hier und da rückt schon wieder ein Individuum von dem Gedanken ab, links bröckelt’s, rechts bricht’s.
Liebe Verfallsdenker, nehmen Sie doch bitte das Grundgefühl des Individualismus an, die Melancholie! Und wettern nicht die anderen an, jeder kann selbst entscheiden, was er denkt und glaubt. Et omnia vanitas! Falls es Sie tröstet: Die Werte sterben übrigens nicht völlig, sie bleiben natürlich bestehen, auch, wenn niemand mehr sie lebt. Meinetwegen können wir uns auf Werte-”wandel” einigen…
Der Wahn von der Autobahn…
Posted on Oktober 11, 2007
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…hier mit ein paar Hintergrundfakten beleuchtet. Damit endlich mal Ruhe ist.
“…dann kann man auch nicht über die Autobahnen sprechen…”
Posted on Oktober 10, 2007
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Gestern Abend habe ich dann zufällig mit der Liebsten zusammen Kerner auf dem ZDF gesehen, und was dem Zuschauer dort geboten wurde, war einfach unfassbar. Wie zum Henker kann man sich dermaßen uneinsichtig zeigen, nur um Recht behalten zu können? Eine einzige Einräumung, dass die eigenen Aussagen evtl. problematisch gewesen seien, hätten der Reputation wieder ein wenig genügt. Stattdessen legt man sich mit Fachleuten an und verrennt sich in noch um einiges brisantere Formulierungen. Das Fremdschäm-Potential war die ganze Sendung über gewaltig hoch und der Rausschmiss nur folgerichtig. Da ist nix mehr zu retten.
Oder seht und hört selbst auf der ZDF-Seite
(Hier das konkrete Zitat der Eva H. (dort unten), das Kerner so freundlich war zu unterschlagen, mit dem er sie aber hätte festnageln können)
Tatwort, die nächste
Posted on Oktober 9, 2007
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So, jetzt habe ich den Münsteraner Poetry Slam auch einmal teilnehmend absolviert, nachdem ich mich letzten Monat derart überflüssig in der Gegend herumstehend vorkam. Mitzumachen fühlt sich doch gleich viel besser an. Dieses Mal bin ich alleine hingefahren, auf Verdacht und in der Hoffnung, dass sich noch irgendjemand aus Bielefeld finden wird, der mich zurücknehmen kann. Zur Not hätte ich aber auch auf dem roten Sofa von Andreas Weber geschlafen. Musste ich dann aber doch nicht, Hellmuth Opitz war nämlich auch da.
Gewonnen habe ich zwar nicht, dafür legt man in Münster auf andere Stile Wert, aber es war dennoch interessant, sich diesen bunten Mix anzuhören und zu -sehen. Dafür gab es auch reichlich Gelegenheit, zumal wie im Vormonat satte fünfzehn (!) Lesende ihre Beiträge in zwei Gruppen vortragen sollten. Manko: Man weiß bis zuletzt nicht, wann man an der Reihe ist, da der Auftritt direkt davor erst ausgelost wird. Solange darf man als Name im Loseimer nicht zur Toilette gehen, weil, man könnte ja gleich drankommen. Kurz gesagt: Ich war der Letzte und dementsprechend etwas angespannt.
Den Sieg trug die wunderbare Anke Fuchs aus Köln mit nachhause, verdient, wie ich meine. Immerhin erntete ich dank des alten Sandkasten-Rumbles viel Lob und sogar Wünsche nach mehr in der Art
Tatwort, die nächste
Posted on Oktober 9, 2007
Filed Under Allgemein | 2 Comments
So, jetzt habe ich den Münsteraner Poetry Slam auch einmal teilnehmend absolviert, nachdem ich mich letzten Monat derart überflüssig in der Gegend herumstehend vorkam. Mitzumachen fühlt sich doch gleich viel besser an. Dieses Mal bin ich alleine hingefahren, auf Verdacht und in der Hoffnung, dass sich noch irgendjemand aus Bielefeld finden wird, der mich zurücknehmen kann. Zur Not hätte ich aber auch auf dem roten Sofa von Andreas Weber geschlafen. Musste ich dann aber doch nicht, Hellmuth Opitz war nämlich auch da.
Gewonnen habe ich zwar nicht, dafür legt man in Münster auf andere Stile Wert, aber es war dennoch interessant, sich diesen bunten Mix anzuhören und zu -sehen. Dafür gab es auch reichlich Gelegenheit, zumal wie im Vormonat satte fünfzehn (!) Lesende ihre Beiträge in zwei Gruppen vortragen sollten. Manko: Man weiß bis zuletzt nicht, wann man an der Reihe ist, da der Auftritt direkt davor erst ausgelost wird. Solange darf man als Name im Loseimer nicht zur Toilette gehen, weil, man könnte ja gleich drankommen. Kurz gesagt: Ich war der Letzte und dementsprechend etwas angespannt.
Den Sieg trug die wunderbare Anke Fuchs aus Köln mit nachhause, verdient, wie ich meine. Immerhin erntete ich dank des alten Sandkasten-Rumbles viel Lob und sogar Wünsche nach mehr in der Art
Zwei Seiten
Posted on Oktober 7, 2007
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Und nach dem unterhaltsamen Teil des Abends gab es gestern den melancholisch-nachdenklichen, neuen Film von Fatih Akin. In “Auf der anderen Seite” nutzt er mit einer Story, die durch seine Zufälle gelegentlich etwas herbeigeholt wirkt, die Gelegenheit, uns erneut interkulturelle Reibereien nahezulegen, z.B. dass selbst große, revolutionäre Anstrengungen in der Türkei (verkörpert von der Rebellin Ayten) ihre Zeit benötigen, und nicht so schnell zu Veränderungen führen, wie manches Heißblut es gerne hätte.
Oder da wären die kulturellen Anpassungsschwierigkeiten hierzulande, exemplarisch vorgeführt an dem alternden Ali Aksu und seinem Verständnis von dem Verhältnis zu Frauen.
Aus den vielen verschiedenen Handlungssträngen hätte man locker auch zwei Filme zaubern können und sie lassen - wie gesagt - den Betrachter zuweilen stutzen. Aber ich möchte nicht zuviel verraten, der Film ist schließlich noch ganz frisch in den Kinos.
Es ist immerhin sehr schön, Hanna Schygulla in einer überzeugenden Rolle zu sehen und Akin gelingt ein enormer Spannungsbogen mit der Suche des Germanistikprofessors Nejat (Der in etwa so alt sein dürfte wie ich. So jung und schon Professor, nein, das geht nicht) nach der besagten Rebellin Ayten.
Zombie Terror
Posted on Oktober 7, 2007
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Gestern, nachdem wir aus dem Kino kamen, trafen wir natürlich eine Freundin, die uns fragte, welchen Film wir uns gerade angesehen hätten. Nach Robert Rodriguez’ “Planet Terror” fand ich keine anderen Worte als: “Aus ‘ner Komödie”!
Heilige Sch*, hab’ ich gelacht, so sehr treibt Rodriguez hier das Genre Zombie-Film auf die Spitze. Selten habe ich soviel Filmblut - in zuweilen recht ekligem Kontext - auf der Leinwand gesehen und meiner horrorgestählten Freundin wurde bei so mancher Szene richtig schlecht. Das war dermaßen übertrieben, dass man es nicht anders betrachten konnte als (wie Diedrich Diederichsen hier sagt) “in ironische Gesten eingeklammert”.
Aber schaut es Euch am Besten selbst an.
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