Wenn ich um 20 Uhr die Arbeitsstätte verlassen haben werde, steht mir endlich das Wochenende bevor (hoffe ich). Da mir momentan einfach alles da draußen zu teuer wird und Madame sich für ein samstägliches Ausgehen mit ihrer Freundin entschieden hat, nehme ich mir vor, in den eigenen vier Wänden zu verweilen und zu schreiben. Das hier habe ich schließlich schon längere Zeit vernachlässigt, dort wartet noch die Dezember-Kolumne und an dieser Stelle will auch etwas präsentiert werden, was nicht bereits jede Sau kennt. Der Slam in einigen Wochen muss ebenfalls gefüttert werden und überdies habe ich schreibtechnisch noch ganz, ganz andere Pläne.
Für ein solches Wochenende will man natürlich versorgt sein und zwischendurch nicht extra rausgehen müssen, um Klopapier oder ähnliches zu kaufen. Daher werde ich mich gleich einmal kurz in den freundlichen Discounter um die Ecke bewegen. Petroleum ist schon einmal vom Einkaufszettel verbannt.
Doch halt. Ab heute wagt doch der Centralkauf am Siggi sein Experiment, drei Wochen lang freitags und samstags bis 22 Uhr zu öffnen. Hey, dann brauche ich mich ja gar nicht großartig zu stressen. Kann ja später doch noch einkaufen. Super.
Wir wissen mittlerweile alle miteinander, dass unsere Musikindustrie sich schwer mit dem Gedanken tut, dass Menschen, die im Internet Musik herunterladen, auch zu den besten Kunden im CD-Geschäft gehören. Nein, diese potentielle Käuferschicht wird sogar zunehmend kriminalisiert und wenn es nach Plänen des Bundestag-, pardon, Bundesrates geht, sollen die Daten aus der Vorratsspeicherung den “Rechteinhabern” zugänglich gemacht werden (via Spreeblick und Golem.de).
Nun ja, bis es so weit ist, kann das ein oder andere böse, kriminelle Gewissen, das nach dem Download doch nicht in den Laden gegangen ist, unter dearrockers.org mittels eines kleinen Briefs an den oder die Interpreten Abbitte leisten. Da ist mittlerweile so manche, niedliche Entschuldigung eingegangen.
Eine schöne, neue Idee für kreative Leute ist adbakery.com
Dort kann man seine eigenen Werbespots für bereits exisitierende Produkte der Öffentlichkeit präsentieren und den hochbezahlten Werbemachern beweisen, dass man für seine Ideen nicht unbedingt ein langes Studium, lange Workshops oder teure Motivationstrainings benötigt.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Man kann in’s Gerede kommen und einmal veröffentlicht, kann man von seinem Urheberrecht Gebrauch machen. Es braucht mehr solcher Foren.
Gleich besuche ich einen Ophtalmologen.
Wer weiß, ohne zu googeln, was das ist (dürfte für “Betroffene” nicht so schwer sein)?
Gestern Abend doch nicht “Der Zauberer von Oz” auf einer Kinoleinwand gesehen.
Heute festgestellt, dass ich keine Überstunden machen DARF, weil Studenten im Semester lediglich 20 Stunden die Woche ableisten dürfen (Wie kann man davon überleben ohne BaföG?). Schade, ich wäre bereit gewesen, schließlich steht Weihnachten vor der Tür.
Nun ja, dann habe ich nun ein paar Stunden mehr Zeit am Tag. Zum Beispiel zum Studieren. Oder zum Geschichten ausdenken. Nächste Woche veranstaltet am Dienstag das Uni-Radio Hertz mal wieder einen Leseabend (ab 21 Uhr), dafür kann ich mir ja flugs noch etwas überlegen. Hoffentlich wird mir beim Sätzetüfteln nicht adventlich zumute, das wäre so gar nicht mein Style.
Apropos “Sex and the city“: Zur Zeit machen meine Freundin und ich neben einem “Dr. House”-Marathon auch einen solchen, diese Serie betreffend. Ich gebe hiermit an dieser Stelle offen zu, dass ich die Serie damals, als sie im TV lief spätestens ab der 3. Staffel mitverfolgte. Daran ist nichts besonders verwerfliches für einen Mann, oh nein. Es ist nunmal hochgradig spannend auch für uns, vier scharf voneinander abgegrenzten, weiblichen Charakteren (die mitunter als verschiedene Stereotypen der Frau schlechthin angesehen werden könnten) dabei zuzusehen, wie sie aus ihrer Sicht mit dem modernen Phänomen “Beziehung - oder auch nicht” umgehen, eingerahmt von der Szene des “Big Apples” mit seinen Frei- und Schönheiten, wo der Frau von heute alles möglich scheint.
So wirkte und wirkt es auf so manchen Mann durchaus desillusionierend bis amüsant, dass sie unter sich genau so harte Urteile über das andere Geschlecht fällen konnten wie wir. Ich erinnere mich zum Beispiel (neben dem Zitat hier) an den Satz Samanthas über ihre kleinwüchsigen Bekannten, den sie zunächst abweisen wollte, doch nachdem er sich als für sie im Bett passabel herausstellte: “Es ist wie Sex mit einem geilen Schlumpf“.
Hier wurde vorgeführt, dass die Emanzipation ganze Arbeit geleistet hatte. Frau ist beruflich erfolgreich in der großen, großen Stadt, steht aber neuerdings vor dem Problem der gewachsenen Ansprüche gegenüber dem anderen Geschlecht und kritisiert jede entdeckte Neurose auf’s Schärfste, um ironischerweise selbst mit dieser und jener Macke behaftet zu sein. Oder übersetzen wir die “Macke” einmal politisch korrekt als “individuellen Charakterzug”.
Interessanterweise sind das exakt die Themen, um die sich Woody Allens Filme der siebziger und achtziger Jahre drehten: Das Kennenlernen, Dating, Ausprobieren exerzierte er dort - wenn auch als Mann - ebenfalls bis in’s Letzte durch, widmete dem Irrsinn aber immerhin ganze Filmlängen, meist bezogen auf eine Person oder Familie. Am Ende von “Der Stadtneurotiker“, nachdem die dortige Beziehung zu Annie nicht mehr zu retten ist, kommt er zu einer ganz phantastischen Einsicht im Sinne des “Man weiß erst dann zu schätzen, was man hatte, wenn es bereits verloren ist“. Er bedient sich dabei eines Witzes als Metapher:
Da musste ich an den alten Witz denken, den vom Mann, der zum Psychiater kommt und dann sagt: “Doktor, mein Bruder ist verrückt, er denkt, er ist ein Huhn.” Und der Doktor sagt: “Warum bringen Sie ihn nicht ins Irrenhaus?” Und der Mann sagt: “Das würde ich ja gerne, aber ich brauche die Eier.” - Tja, ganz ähnlich ist es auch mit menschlichen Beziehungen, hab’ ich das Gefühl. Sie sind oft so irrational, so verrückt und absurd, aber trotzdem machen wir das mit, weil, tja, weil die meisten von uns die Eier brauchen.
Weil wir die Eier brauchen! Mal bitte, wie kuhl ist das denn?
Für ein Genre wie die Serie wäre solch ein Statement oder Einsicht natürlich tödlich, es muss schließlich weitergedatet werden. Und wir sind erst bei der dritten Staffel. Aber ich glaube, ich glaube, am Ende der sechsten kommt es zu einem gewissen Showdown, wenn mich nicht alles täuscht. Außerdem soll ja noch ein Film kommen.
Samantha war es, die in “Sex and the City” (Staffel 3, Folge 2, “Sex und Politik”) - auf Carries neuen Freund (der sich als Politiker im Wahlkampf befand) hin befragt - in etwa sagte: “Ich bewerte Politiker doch schon immer nur nach ihrem Aussehen.”
Eine solche, allgemeine Tendenz meint man offenbar zur Zeit in Hessen zu spüren, wo sich nunmehr zwölf Frauen der SPD für einen Aktkalender ablichten ließen. Der Verkauf des Kalenders kommt zwar der Organisation “Pro Familia” zugute, doch selbstverständlich soll die Aktion auch dem Image der Partei förderlich sein. So sieht es zumindest Deutschlands größtes Boulevardblatt, unterfüttert mit einem Zitat der dortigen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti:
“Personen rücken in den Vordergrund, Programme sind weniger gefragt.”
Wollen wir mal hoffen, dass sich dieser Mut zur Offenheit nicht rächt. Schließlich wählt man dort gerne auch so Leute wie diesen fürchterlichen Roland Koch, und ich glaube, mit Äußerlichkeiten hat das bisher rein gar nichts zu tun gehabt.
ERST JETZT hat der Blogschreiber Wochenende (da Überstunden geschoben werden mussten). Endlich. Nach dieser harten Woche mit nur bedingtem Schlaf und Stress gönne ich mir heute Abend Theater: Eine Umsetzung von Ödön von Horváths Roman “Jugend ohne Gott“. Und keine weitere Energieverschwendung danach. Wehe, jemand kommt mir mit Party oder so.
Super! Da kann man heute zwischen den dritten Programmen hin- und herzappen, und die Sendungen unterscheiden sich nur vokalisch.



