(Foto: extranoise; Lizenz)

Reichlich Fleisch und Brause eingekauft? Super, dann kann’s ja losgehen.
Ich wünsche Euch von dieser Stelle auch noch einmal einen guten Rutsch und trinkt gerade so viel (also genug), dass es glatt geht.Bis nächstes Jahr, ich verziehe mich jetzt in die südostlippische Provinz ;-)

Beim Slam oder den Leseabenden hört man immer wieder die Frage, wie man denn auf die Ideen für die Texte kommt oder ob man das alles tatsächlich schon einmal so erlebt hat. Diese Fragen sind absolut nicht totzukriegen und die Vorstellung, dass man sich derlei einfach nur ausgedacht hat, um die Leute zu unterhalten, anscheinend schwer zu vermitteln. Am besten wäre es, so dachte ich einmal, man verordnet dem Publikum vorab den Aufsatz “Der Tod des Autors” von Roland Barthes als Lektüre. Darin wird verlangt, man solle mit der Gewohnheit brechen, dem Autor eine Absicht zu unterstellen und im Text auf ihn hin zu psychologisieren. Der Text (oder besser die Interpretation) entstünde schließlich erst “im Kopf” des Lesers.

Das ist vollkommen richtig. Wir als die Produzenten erzeugen nämlich mit dem Text nichts anderes als die Voraussetzungen für’s Kopfkino. Für das Lesen eines Textes spricht Barthes daher statt von einem Autor von einem “Skriptor”, einer Funktion, die erst bei der Lektüre selbst “erzählt” und die sozusagen im Kopf Bezüge zwischen den vielen Referenzen herstellt, erst dann “Sinn” stiftet. “Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.”

Und an der Stelle findet sich ein Knackpunkt, der beim Slam oder überhaupt bei Live-Lesungen zutage tritt, denn schließlich lesen die Autoren hier sogar selbst vor, modulieren ihre Stimme bei bestimmten Textstellen und geben damit bereits ein Interpretationsangebot ab (wenn sie nicht sogar nur das eine dadurch zulassen). Sie sind so etwas wie “Skriptor A” vor dem weiterinterpretierenden “Skriptor B” beim Hörer.

Roland Barthes funktioniert hier nicht soooo ganz. Wäre auch schade, wenn ich auf der Bühne stürbe. Darüber sollte ich mal genauer nachdenken, wenn ich mich mal theoretisch dazu auslasse.

Es ist spät geworden, und zwar deshalb, weil ich ein wenig Mist gebaut habe. Ich wollte einen Wordpress-Upgrade auf die Version 2.3.1 bewerkstelligen, was an sich kein Problem darstellen sollte. Version herunterladen, entzippen, FTP-Programm an und ab in’s entsprechende Verzeichnis hochladen. So hatte ich es mir zumindest vorgestellt, war doch früher nie ein Problem gewesen. Doch aus irgendeinem Grunde hatte ich plötzlich nur Geschredder beim Aufrufen dieser Seite im Browser, dazu irgendwelche Datenbank-Fehlermeldungen.

Naja, dachte ich, halb so wild. Schlau, wie ich bin, hatte ich ein Backup der alten Dateien gefertigt und lud stattdessen dieses wieder hoch. Doch offenbar hatten sich einige Dateien der neuen Version (die dann ja der Logik zufolge einen neuen Namen besitzen müssen, doppelte werden schließlich überschrieben) in dem Verzeichnis festgebissen und kooperierten nicht mit den Feed-Einstellungen. Die Folge: Alle Feeds waren kaputt.

Bis ich das nun behoben hatte (anhand mehrerer Foren-Suchen usw.), dauerte es bis knapp vor ein paar Minuten (Zeit jetzt: 1:53 Uhr) *ächz*. Mithilfe von feedburner darf aber auch in Zukunft keiner der ach so wertvollen Artikel hier verlustig werden. Zum Mitschreiben lautet die neue Abo-Addi: http://feeds.feedburner.com/Killefitnet . Ist aber auch ersichtlich, wenn man oben in der Adressleiste auf das orangene Icon klickt.

Einen Vorteil hatte das ganze Unterfangen dann doch: Ich habe mal gesehen, wieviele Abonnenten dieses Blog mittlerweile hat. Hossa.

Ich gehe jetzt schlafen. Gute Nacht.

Man könnte mittlerweile zu der Ansicht gelangen, dass es VHS-Kurse zur korrekten Anwendung von Suchmaschinen benötigt oder dass man derlei Kenntnisse bereits in der Schule vermitteln müsste. Allzu oft landet man bei Anwendung unangemessener Suchkriterien an völlig falscher Stelle und erwirbt dadurch ein nicht gerade korrekten Eindruck der Sache.

Felix Schwenzel hat nun sogar die Erfahrung machen dürfen, dass er von Personen telefonisch angerufen wird, die sich auf sein Blog verirren und um Klärung bitten, worauf er sogar Beleidigungen kassieren muss, weil er keine Abhilfe leisten kann. Um Himmels Willen. In einem Anflug erster Panik habe ich sofort die Logfiles der letzten paar Tage überflogen, aber ich glaube, bei Durchsicht kann ich ganz beruhigt sein, dass die Leute bei mir nichts wirklich fachlich fundiertes suchen. Da wären nämlich Anfragen wie diese hier zu nennen:

und last but not least:

Wobei die letzte Suche in diesem Zusammenhang einfach zu schön ist.

Laut F.A.Z. steigt die Inflation wie schon seit vielen Jahren nicht mehr (siehe hier), auch bei einigen Lebensmitteln. Doch offenbar steigen die Lebensmittelpreise nicht so schnell wie die Verbraucherpreise insgesamt. Der Bauernverband erklärt das Phänomen mit einem sogenannten Schweineindex:

“Musste ein Arbeitnehmer für ein Kilogramm Schweinekotelett 1970 noch 96 Minuten arbeiten, hat er dies heute in etwa 23 Minuten verdient.”

Bemerkenswerter Vergleich.

Im RTL-Radio hatte man unlängst Spaß, als ein Leserbrief-Einsender von einem Eintrag in seinem früheren Poesie-Album berichtete: Offenbar hatte die kleine Schwester eines seiner Kumpel unter Lieblingslied “Agathe Bauer” eingetragen und erst nach mehrmaligem Nachfragen ließ sich eruieren, dass es sich dabei um den Snap-Hit “I’ve got the power” drehte.

Für derlei Missverständisse braucht es aber nicht unbedingt mangelnde Englischkenntnisse. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir damals im Freundeskreis die Titelzeile eines Pixies-Songs fehlinterpretierten und in Ermangelung des Booklets ständig anstelle des korrekten “Here comes your man” lediglich “Wir konsumiern” heraushörten.

Offenbar hat jemand aber die auf die RTL-Sendung folgenden Einsendungen mitgeschnitten und per YouTube zur Verfügung gestellt. Da ist so manche Verhörer-Perle darunter *g*.

Axel Hacke und Michael Sowa haben das Phänomen übrigens in ihrem “kleinen Handbuch des Verhörens” namens “Der weisse Neger Wumbaba” (aus den Gedichtzeilen „und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“ aus Matthias Claudius’ “Der Mond ist aufgegangen”) ausgiebig festgehalten.

Erstaunlich. Ein wenig hatte ich auf unseren Bundespräsidenten gehofft, hatte Horst Köhler in der Vergangenheit doch bereits ein, zwei Mal einem Gesetzesvorhaben die notwendige Unterschrift verweigert (Flugsicherungsgesetz, Verbraucherinformationsgesetz), weil diese seiner Ansicht nach nicht mit dem Grundgesetz vereinbar gewesen sind.

Doch bei dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung zeigt er nun keinerlei Bedenken und schmiert schnell mal seinen “Köhler” drunter. War wohl doch nix mit Besonnenheit. Oder es lag einfach in einer dicken Mappe mit ganz, ganz vielen anderen Dokumenten zum Unterschreiben. Bleibt nur noch die Verfassungsklage.

Phew, ich bin wieder zuhause und liege auf meinem Bielefelder Bett herum, staune darüber, wieviele Beiträge sich trotz (oder gerade wegen) der paar Feiertage in meinem GoogleReader angesammelt haben. Die werde ich jetzt NICHT alle lesen, auch auf die Gefahr hin, wegen irgendetwas nicht ganz up-to-date zu sein.

Vielmehr lasse ich die Heizung wieder warm anlaufen und freue mich über meine Geschenke. Finanziell wurde ich positiv überrascht, habe nicht damit gerechnet, dass sogar der Großonkel meiner Freundin mir einen kleinen Umschlag zusteckt. Super, ab damit auf’s Konto für die nächste, kommende Studiengebühr.

Worüber ich mich auch gefreut habe (und evtl. als Anregung zum Umtausch oder zum Wichteln zu verstehen):

  • Die Buchversion von “Frühstück bei Tiffany’s” von Truman Capote. Ich wollte schon länger etwas von ihm lesen, und nach dem Sehen des Films erst recht. Überraschung: Es hat nur knapp 120 Seiten.
  • Den Film “Soylent Green“, genau das richtige für Dystopienfreunde und diejenigen, die ihn im Fernsehen stets übersehen, weil er dort den schrecklichen Titel “Jahr 2022…die überleben wollen” trägt.
  • Endlich die Trilogie des “Paten“. Lange hatte ich es bereits vor, die Filme zu sehen, zumal sie so oft zitiert werden, und ich hatte es bisher doch nie geschafft. Nun stehen sie hier bei mir und warten auf ihre Defloration durch meine Augen.
  • Extrem kuhl: Das “Skizzenbuch Unterwegs“, für das über hundert Musiker aus der Indieszene Skizzen zur Verfügung stellten, die sie während ihrer Touren gezeichnet haben. Von A wie Aqualung/ Art Brut/ Ash/ Athlete oder Auf der Mauer, Melissa bis Z wie (Zwei) 2Raumwohnung ist tatsächlich ein charakteristischer Schnitt durch die Rockwelt vertreten.

Es gibt allerdings auch mindestens einen Aspiranten, von mir bei ebay eingestellt zu werden. Da wäre zum Beispiel ein Funkprojektionswecker, der die Uhrzeit an die Wand projiziert. Wer zum Henker braucht denn so etwas?

ist heute übrigens Max Goldt. Die Redewendung dort am Ende, man könne “mir mal im Mondschein begegnen”, kannte ich bisher noch nicht. Sehr hübsch, das werde ich jetzt so oft es geht verwenden.

Hoffentlich hat diese trashige Bahnpinte in Altenbeken morgen geöffnet, sonst frier ich mir ja sonstwas ab…