Idiocracy
Geschrieben am 14 Dezember 2007
Gelegentlich verhalten sich auch die schlimmsten Bildungsnerds und Medienprofs wie ausgehungerte Schwämme, wenn es ihnen nach wochenlangen Seminaren über Ingmar Bergmann und Jean-Luc Godard einfach einmal nach etwas leichterer Kost dürstet. Da weiß ich aber Abhilfe.
Auf einen schönen, für Sonntagnachmittage auf dem Sofa gut geeigneten Film bin ich neulich per Zufall gestoßen. “Idiocracy” behandelt eine beeindruckend politisch unkorrekte Annahme, nämlich die, dass Intelligenz vererbbar sei (bzw. Dummheit) und spielt diese Annahme ziemlich lustig durch. Zunächst werden die Fortpflanzungsprobleme eines Akademikerpaares und das hasenrudelartige Triebleben einer Familie, die wohl eher der Bildungsunterschicht zuzurechnen ist, gegenübergestellt.
Sodann wird der Army-Bibliothekar Joe Bauer (Luke Wilson) zwangsweise zu einem Experiment abgezogen, um zusammen mit der Zivilistin Rita für ein Jahr lang probeweise eingefroren zu werden. Doch während des Tiefschlafs wird der federführende Offizier der Korruption beschuldigt und festgenommen, das streng geheime Experiment gerät in Vergessenheit. Die Folge ist, dass Bauer und Rita per Zufall erst 500 Jahre später wieder aus ihrem Schlaf befreit werden. Allerdings ist die Menschheit zu dem Zeitpunkt mehr als geistig zurückgeblieben: Sie wählt Pornostars zu Präsidenten und “bewässert” die Felder mit Energydrinks.
Sollte man das gesamte Geschehen nicht als zumindest unterhaltsam empfinden, so liefert der Film eventuell eine gute Grundlage für einen Gesinnungsaustausch unter den Leuten, die ihn gleichzeitig sehen
Und falls man jemanden kennt, den oder der man den Film zu Weihnachten schenken könnte, dann kann man das an dieser Stelle erledigen.

