Prof. Heitmeyer vom Institut für interdisziplinäre Konfliktforschung an unserer Uni ist immer wieder für Überraschungen gut. Erst kürzlich veröffentlichte er eine neue Studie, aus der hervorgeht, dass die Bundesbürger stetig negativer gegenüber Arbeitslosen eingestellt sind:
Demzufolge sind 40 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass man auf “Versager” keine Rücksicht nehmen dürfe.
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Da stellt sich doch jeder vernunftbegabte Mensch die Frage, wie das mit anderen Umfragen zusammenpassen soll, wonach doch angeblich so viele Leute Angst vor Arbeitsplatzverlust haben. Sollten diese nicht eher Verständnis für jemanden aufbringen, den es getroffen hat? Eben nicht. Heitmeyer gibt im Interview mit der Tagesschau die Erklärung:
Erstaunlicherweise geht die Abwertung von Langzeitarbeitslosen weniger von Menschen in höheren sozialen Lagen aus – von denen man das aufgrund der Leistungsorientierung annehmen könnte. Sondern es sind eher Menschen aus unteren sozialen Lagen, die dann die Langzeitarbeitslosen auch abwerten. Das hat etwas mit der Bestrebung zu tun, sich abgrenzen zu wollen. [...] Uns hat überrascht, dass die anderen Daten wie Angst vor dem Arbeitsplatzverlust rückläufig sind [Aha!], aber der gefühlte Flexibilitätszwang ansteigt. Man will sich unter dem Druck der ökonomischen Kalküle aus dieser Angst befreien und erzeugt gleichzeitig ganz andere Probleme.
Meine eigenen Gedanken hierzu umschreibe ich einfach mal, indem ich mich einem Kommentar von René anschließe:
Da fragt man sich doch, ob wirklich jeder zweite oder sogar noch mehr, die mit einem morgens im Zug hocken, wirklich solche verbohrte, kleingeistige, besitzstandswahrende Arschlöcher sind.
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