Letzter Slam des Jahres

Posted on Dezember 19, 2007
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Wie bereits an anderer Stelle angekündigt: Heute Abend wird es ein wahres (vorsilvestriges) Feuerwerk im Bunker Ulmenwall geben. Frauenpower + Maik Martschinkowsky, dazu noch wir üblichen paar Verdächtigen werden ab 20:30 Uhr um die wenigen Startplätze rangeln.

Ich selbst habe zwar wenig weihnachtliches zu bieten (das kann ich ja so schlecht, streng genommen spielt der Text sogar im Sommer),  dafür weist mein Beitrag aber immerhin ein, zwei Aspekte zur Wertschätzung von Geschenken auf.

Bis später.

Schicht im Schacht

Posted on Dezember 18, 2007
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Neulich, als ich von dem Film “Idiocracy” berichtete, hatte ich schon herbe Probleme damit, eine dort eingangs gezeigte Familie als eine, die “der Bildungsunterschicht zuzurechnen ist” zu beschreiben. Seit jeher ist es mir ein Graus, von Schichten in Bezug auf Menschen zu sprechen, doch gelegentlich müssen Gruppen anhand irgendwelcher Merkmale kategorisiert werden, schließlich wollen evtl. andere Leute wissen, wovon man redet, und diese Merkmale dann auch wiedererkennen.

Zum Glück handelte es sich aber um eine erfundene Geschichte, eine Fiktion, und da habe ich dann nicht solange an dem Begriff herumgemurkst, wie ich es sonst tun würde. In der Realität verhält es sich damit aber etwas schwieriger und ich verbiete mir Ahnungslosen jegliche Diskussion darüber, bevor ich nicht eines Tages einen akademischen Titel in Soziologie mein Eigen nenne. Doch mal davon abgesehen kann ich sagen, dass mich - wie wahrscheinlich vielen anderen auch - ein ziemlich deutliches Gefühl beschleicht, dass der Schichtbegriff nicht mehr ganz passend ist. Oder einer semantischen Erneuerung bzw. Ausdifferenzierung bedarf.

Ober- und Unterschicht, wie Oma es einst noch kannte, sind offenbar nicht mehr länger an Einkommen und Bildung gekoppelt, und mein Eindruck, dass es mehr arbeitslose Akademiker, demgegenüber aber auch nicht ganz so gut verdienende Ärzte und Anwälte gibt, bestätigt dieses Gefühl. Und wer weiß, wie viele Menschen aus meinem Bekanntenkreis mittlerweile durch irgendeine Art Selbständigkeit etwas dazuverdienen?

Der Artikel von Tanja Dückers aus der ZEIT gibt mir zumindest jetzt einmal eine Grundlage, auf die ich referieren kann (trotz mangelnder Quellenangaben) und die mir Gesprächsstoff liefert.

Ein völlig neues Schichtenmodell oder neue Begrifflichkeiten oder wie auch immer muss man sich nun ausdenken. Es ist zwar nicht besonders ermutigend, aber hey: Das Leben ist lang und es gibt immer etwas neues, dass wir lernen und an das wir uns gewöhnen müssen.

Creative Commons wird fünf

Posted on Dezember 18, 2007
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Was wollen wir lieber haben? Eine “Read-Only”-Kultur, in der Texte, Musik, Film usw. lediglich konsumiert werden können, oder doch eine “Read-Write”-Kultur, in der ein kreativer Umgang mit eben diesen Medien und Produkten ermöglicht ist? Wollen wir es wirklich kriminalisieren, wenn Kids neue Technologien nutzen zur Herstellung von Remixen, nur weil die Mehrheit es gewohnt ist, lediglich zu hören und zu gucken statt selbst Musik und Fernsehen herzustellen? Was kann schlecht daran sein, wenn jemand mit einer Interpretation (der Begriff sollte in dem Zusammenhang viel öfter fallen) ein großartiges Ergebnis abliefert und damit seine Kreativität und Phantasie unter Beweis stellt?
Und, einmal auf die Spitze getrieben: Hätte irgendein Major die Urheberrechte an den alten Mythen, dürfte heute kein einziger Film und kein einziger Roman geschrieben werden, ohne dass man mit gigantomanischen Abmahnungs- und Unterlassungs- und Was-weiß-ich-nicht-Klagen rechnen müsste.

Creative Commons wird dieser Tage fünf Jahre alt und Larry Lessig referiert eindrucksvoll über Sinn und Zweck dieser Idee (20 Minuten lang!!!):


[via ben_ und Markus]

Resozialisierungs-”Thriller”

Posted on Dezember 16, 2007
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Und ich dachte bereits, ich würde viel Zeit im Internet verbringen: Malte von Spreeblick meint, der folgende Clip würde “schon länger” durch die internationale Blogosphäre gehen. Auf den Philippinen hat sich offenbar ein Gefängnisdirektor etwas ziemlich Originelles einfallen lassen, damit die Inhaftierten sich nicht gegenseitig ständig an die Gurgel gehen, nämlich Tanzen zu gemeinsamer Choreographie!


[...] Das ist kein Theater, es funktioniert. Die Gefangenen sind wie verwandelt: Die Stimmung ist gut, keine Schlägereien mehr, Zusammenarbeit statt Bandenkämpfen. Was als Fitnessprogramm gedacht war, hat längst Showqualitäten. [...]

siehe ARD-Weltspiegel; hier der Stream des kompletten Berichts

Sollte das auf längere Sicht hin funktionieren, könnte sich die ein oder andere, große Gefängnis-Nation von dieser Maßnahme ‘ne Scheibe abschneiden.

Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht

Posted on Dezember 16, 2007
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(Foto: clagnut; Lizenz)

Damals in den 80ern haben wir Reihenhaus-Kids allesamt vor der Glotze gesessen, wenn es darum ging, wie ein besserwissendes Auto namens K.I.T.T. in der Serie “Knight Rider” David Hasselhoff (”Looking For Freedom”) dabei half, böse Buben zu jagen. Der Wagen selbst bestand in der Serie aus dem Umbau eines Pontiac Trans Ams.
Spätestens nach dem mehr als peinlichen Film “Knight Rider 2000” aus dem Jahr 1991 empfand ich dann aber den Gedanken, eine private Stiftung (dort die “Foundation für Recht und Verfassung”) würde sich neben der Polizei, im Auftrag privater Personen, für die Einhaltung der Gesetze engagieren, und dann noch mit derart aufwendigen Mitteln, mehr als albern.
Heute allerdings, nach dem Aufkommen vieler Wachschutzdienste wage ich einmal, die damalige Fernsehserie zumindest in diesem Punkt als weitsichtig zu bezeichnen. Die vielen Wachleute werden vielleicht nicht so gut bezahlt wie Michael Knight und verfügen nicht gerade über dessen Ausstattung, aber…eventuell würden sie gerne? Womöglich brauchen wir mehr K.I.T.T.s, um für Ruhe im Karton zu sorgen?

Via Jog erfahre ich soeben, dass demnächst - wie für viele andere 80er-Serien auch - eine Neuauflage in’s TV (ohne den Umweg über’s Kino) kommen soll. Natürlich ist David Hasselhoff mittlerweile ein wenig zu ergraut (!) für die Rolle, daher gibt es ein paar neue Charaktere. Aber man hat auch ein neues Automobil gefunden, nämlich einen Ford Mustang GT500 KR *ärgs*.

Mal bitte, weshalb müssen diese neuen Straßenboliden allesamt so aussehen wie stromlinienförmige Plastikmülltonnen? Nicht, dass ich gegen Pony bzw. Muscle Cars etwas einzuwenden hätte. Bei der Schönheit der Autos in “Death Proof” oder dem Anblick des Mustangs in “Bullit” geht mir jedes Mal erneut das Herz über. Besäße ich eines Tages einmal sehr viel Geld, stünde eines dieser Autos durchaus als Anschaffung zur vernünftigen Disposition. Allerdings bräuchte ich in etwa noch einmal so viel Geld wie für den reinen Beschaffungspreis, um durch Greenpeace-Spenden usw. mein ökologisches Gewissen wieder rein zu waschen.

Doch neulich habe ich in der Innenstadt eine dieser Ford Mustang-Neuauflagen in live und in (babyblauer) Farbe gesehen. Was für eine Materialverschwendung. Und so etwas soll uns demnächst im Fernsehen vor dem Verbrechen schützen! Ts…

Paradoxon

Posted on Dezember 16, 2007
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“Ich kann nicht nur einer Frau treu sein.”

Graf Malcolm in “Das Lächeln einer Sommernacht

Hotel Very Welcome

Posted on Dezember 16, 2007
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Gestern im Kino gesehen: “Hotel Very Welcome”, ein schöner Film über fünf Europäer, die teils in Indien, teils in Thailand, auf unterschiedliche Weise ihr Glück suchen. Zwei befreundete Briten wollen einfach nur ein bisschen im Urlaub feiern (geraten sich dann aber beinahe an die Wolle), eine Deutsche sitzt im Hotelzimmer und versucht, einen Anschlussflug nach Shanghai telefonisch zu bestellen (mit großen, interkulturellen und sprachlichen Problemen bis hin zum Telefonflirt). Ein Ire flüchtet vor Verantwortung in der Heimat und lenkt sich in Indien ab, eine weitere Deutsche wird dabei beobachtet, wie sie auf der “Suche nach sich selbst” bei einer Art Sekte scheitert.

Kein wichtiger, aber ein schöner Film darüber, dass man es sich nicht so einfach denken sollte, die räumlichen Distanzen seien auch kulturell leicht zu überbrücken. Flüchtest Du auch vor Deinen Problemen in die entlegendste Fremde, sie werden Dich auch dort einholen. Ich fühlte mich an zwei Freundinnen erinnert, die - gelinde ausgedrückt - etwas blauäugig für einen Monat durch Indien trampen wollten aufgrund irgendeiner hippiesken Illusion, dann aber völlig enttäuscht nach anderthalb Wochen wieder zuhause waren.



Heil Hamlet

Posted on Dezember 16, 2007
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Herrlich, soeben lief auf EinsFestival Ernst Lubitschs “Sein oder Nichtsein” aus dem Jahr 1942, den ich somit zum zweiten Mal sehen durfte und nicht langweilig geworden ist: Kurz nach der Besetzung Polens durch die Nazis versucht eine Theatergruppe, den Verräter einer Untergrundbewegung - Professor Siletzky - in Warschau zur Strecke zu bringen.

Glanzvoll sind die Versuche, mit denen die Schauspieler dies bewerkstelligen wollen: Sie schlüpfen dabei in Nazi-Rollen und in die Rolle des Verräters selbst, es kommt dadurch plötzlich zu komischen Verwechslungen und Überzeichnungen des Führerkults at it’s best. Ebenfalls hervorzuheben ist die Szene, in der die Schauspieltruppe den entkommenden Professor im Theater selbst versucht wiederzuerlangen: Die Scheinwerferkegel suchen zwischen den Sitzreihen, die Truppe schwärmt aus und lärmt. Die Flucht im Theater selbst, die Welt auf der Bühne. Phantastisch.

Für wenig Geld hier bestellbar: Sein oder Nichtsein - FOCUS-Edition

Wir sind hier bei “Wünsch Dir was”

Posted on Dezember 15, 2007
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oder auch: Unterbringung von vielen Amazon-Empfehlungslinks in nur einem Beitrag

Wenn ich gefragt werde, was ich mir so zu Weihnachten wünsche, kann ich schlecht sagen “Geld” oder “Die Abschaffung der Studiengebühr”. Ersteres wäre unverschämt, letzteres wohl eher ein Wunschtraum. Und da ich mir technischen oder Software-Kram wohl alleine kaufen muss (wünscht Euch mal von Euren Eltern oder Eurer Freundin eine WLAN- oder TV-Karte), bleibt wie gehabt meist nur ästhetischer Konsum.

Doch selbst da bin ich relativ einfallslos. Aber da jetzt alle Leute wie verrückt Empfehlungen aussprechen, gebe ich auch einmal ein oder zwei ab.

Knorke wäre es zum Beispiel, Dr. House auf DVD parat zu haben, und zwar nicht in einer beim onlinetvrecorder gespeicherten und lieblos auf einen Rohling gebrannte Version, sondern schön gekauft, in bunt und mit Zusatzmaterial:
Season 1 (6 DVDs)
Season 2 (6 DVDs)
Auf die dritte Staffel müssen wir leider noch warten, was damit zusammenhängen mag, dass sie auch noch nicht vollständig im deutschen Fernsehen gezeigt wurde.

Kommen wir zum Medium Buch. Wenn man gemütlich in bedruckten Seiten blättern und lesen möchte, empfiehlt sich weitestgehend diese Form der Literatur (falls Ihr es noch nicht wusstet). Da bieten sich natürlich jede Menge Möglichkeiten an, und es werden immer mehr, schließlich sind die Wälder noch ganz voll von Papier.
Ich wähle aber zuerst den Erstling meines Mitbewohners und -bloggers Mischa Verollét, den Roman Lass uns doch Feinde sein, damit es sich noch besser verkauft als es das jetzt bereits tut. Außerdem ist es lustig.

Weniger lustig, dafür aber hochgradig elaboriert und knifflig, dennoch unterhaltsam dabei sind die Sachen, die ich von Helmut Krausser gelesen habe, als da die Schmerznovelle zu nennen wäre als auch UC. Aber andere Romane von ihm sollen dem Hörensagen nach ebenfalls ganz toll sein, eventuelle auch die Vorlage des verfilmten Der große Bagarozy oder die Fette Welt. Die Filme wären womöglich sogar ein Geschenkidee für mich. Ich hab doch immer so wenig Zeit zum Lesen.

Hm, vielleicht fallen mir später noch weitere Dinge ein, die ich gerne hätte oder empfehlen könnte.

Idiocracy

Posted on Dezember 14, 2007
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Gelegentlich verhalten sich auch die schlimmsten Bildungsnerds und Medienprofs wie ausgehungerte Schwämme, wenn es ihnen nach wochenlangen Seminaren über Ingmar Bergmann und Jean-Luc Godard einfach einmal nach etwas leichterer Kost dürstet. Da weiß ich aber Abhilfe.

Auf einen schönen, für Sonntagnachmittage auf dem Sofa gut geeigneten Film bin ich neulich per Zufall gestoßen. “Idiocracy” behandelt eine beeindruckend politisch unkorrekte Annahme, nämlich die, dass Intelligenz vererbbar sei (bzw. Dummheit) und spielt diese Annahme ziemlich lustig durch. Zunächst werden die Fortpflanzungsprobleme eines Akademikerpaares und das hasenrudelartige Triebleben einer Familie, die wohl eher der Bildungsunterschicht zuzurechnen ist, gegenübergestellt.

Sodann wird der Army-Bibliothekar Joe Bauer (Luke Wilson) zwangsweise zu einem Experiment abgezogen, um zusammen mit der Zivilistin Rita für ein Jahr lang probeweise eingefroren zu werden. Doch während des Tiefschlafs wird der federführende Offizier der Korruption beschuldigt und festgenommen, das streng geheime Experiment gerät in Vergessenheit. Die Folge ist, dass Bauer und Rita per Zufall erst 500 Jahre später wieder aus ihrem Schlaf befreit werden. Allerdings ist die Menschheit zu dem Zeitpunkt mehr als geistig zurückgeblieben: Sie wählt Pornostars zu Präsidenten und “bewässert” die Felder mit Energydrinks.

Sollte man das gesamte Geschehen nicht als zumindest unterhaltsam empfinden, so liefert der Film eventuell eine gute Grundlage für einen Gesinnungsaustausch unter den Leuten, die ihn gleichzeitig sehen ;-)

Und falls man jemanden kennt, den oder der man den Film zu Weihnachten schenken könnte, dann kann man das an dieser Stelle erledigen.

« go backkeep looking »

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