In der Öffentlichkeit wird heiß um die Flatrate-Parties diskutiert während Herr Balder auf die Idee einer neuen Fernsehsendung kommt. Arbeitstitel: “Der Klügere kippt nach.” [via SpOn]
Das Konzept bestehe größtenteils darin, dass man sich um 20 Uhr treffe. Dann “wird gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?”
Verständlich, dass er für diese “Sauf-Talkshow” keinen Senderchef finden kann. Das bisschen Konzept erinnert auch stark an den früher auf der ARD gesendeten Internationalen Frühschoppen mit Werner Höfer, in dem man bereits sonntagmorgens nach dem Kirchgang Journalisten dabei zusehen konnte, wie sie sich zudröhnten und - je später es wurde - teilweise heftig verbal attackierten. Der Frühschoppen muss heute immer noch dafür herhalten, wenn man nicht toleriertes Verhalten in den Medien zitieren will.
Himmel, und was die damals geraucht haben. Man konnte die Personen, die dort geredet haben, ja beinahe nicht mehr erkennen! Sonntagmorgens!
Vor solchen Situationen fürchte ich mich ebenfalls jedes Mal erneut, wenn ich mir meinen eigenen Wohnort mit Google Maps ansehe:
Google Maps Extreme
Wenn mir mal die Schreibtischarbeit über den Kopf wächst, besorge ich mir diesen Stuhl hier. Dann kann ich mich immerhin auf den ganzen Papierkram übergeben. Zu nichts anderem ist der wohl auch gut.
Mehr blöde Infomercials gibt’s hier
Fernost übt wahrscheinlich nicht nur auf mich alleine eine große Faszination aus. Die Landschaft sieht anders aus, die Menschen ebenfalls etwas und sie pflegen von den unseren abweichende Kommunikationskonventionen. Darüber hinaus besitzt man dort auch andere, kulturelle Wertschätzungen, was sich beobachtbar von Architektur bis hin zur Kunst niederschlägt. Und die Luft ist in Asien auch besser. Na gut, den letzten Punkt kann ich nun nicht so bestätigen, ich stelle es mir nur stets so vor. Eines Tages will ich sie einmal selbst einatmen.
Immerhin kann ich von mir behaupten, dass meine Faszination so weit gediehen ist, dass ich inzwischen - mit den entsprechenden Büchern ausgestattet - chinesische Schriftzeichen recht schnell entziffern und auch schreiben kann. Das muss mir erst einmal jemand nachmachen.
Via Ehrensenf (die wollen sich ja nicht mehr verlinken lassen) bin ich nunmehr auf einige Fotodokumente aus Japan gestoßen.
Felice Beato war in den 1860er und 1870er Jahren auf den Inseln unterwegs und hat jede Menge Material hinterlassen, historische Bilder von damaligen, japanischen Personen und natürlich auch Landschaftsbilder. Wenn man nicht wüsste, dass der Alltag damals kein Ponyhof war, würde man sich kurz einen Timewarp wünschen, um mal hineinzuschnuppern.
Gegenwärtig gleicht Nippon an vielen Ecken einem Science-Fiction-Film, in dem sich kulturelle Museumsinseln verstecken. Der Kontrast ist zwar nicht so mein Ding, aber anschauen kann man es sich zumindest einmal im neuen Flickr-Pool Japan HDR. Eventuell muss man sich aber mit eigenen Augen überzeugen.
Je länger ich über diese Idee hier nachdenke, desto mehr glaube ich, dass es tatsächlich funktonieren könnte. Fast schon genial.
Ach ja, da war ja noch der Klassiker aus dem Rechtskunde-Unterricht aus der Hessischen Landesverfassung:
Artikel 21
Gesetzliche Strafen(1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen oder beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.
[…]
Wird zwar durch das Grundgesetz aufgehoben (Bundesrecht bricht Landesrecht), steht aber noch immer so da drin. Wirklich!
Noch ist es hierzulande nicht so weit wie in Frankreich oder England, dass Studenten sich etwas andersartige Wege zum Unterhalt ihres Lebens und Studiums suchen müssen.
Wer dieser Tage studiert und sich nicht in die Darlehensfalle begeben will, muss schon so manchen Euro zwei Mal umdrehen und stünde sich nicht selten als Empfänger von ALG II trotzdem noch besser. Und da man ja während der Vorlesungszeiten nur 20 Stunden pro Woche arbeiten darf, kommt der ein oder die andere mit Sicherheit auf Ideen, um seinen Stundenlohn etwas aufzubessern.
Studentische Prostitution - noch ein Tabuthema in deutschen Landen. Vielleicht ist es aber nicht mehr weit bis dahin. Vielleicht haben deutsche Politiker darauf ja sogar Bock? Wer weiß…

…hieß es früher auf dem Schulhof. Wenn man nicht in’s soziale Hintertreffen geraten wollte, musste man auch damals schon Mama und Papa so lange anquängeln, bis sie einem endlich etwas Großes von Lego kauften, am Besten eine Station von irgendwas. Kinder können so grausam sein. Aber mit Lego spielen und die Steinchen kombinieren, “das ist ja so gut für die Kreativität des Jungen”. Lego Stadt oder Raumfahrt, eine Ritterburg stand ebenfalls hoch im Kurs.
Ich wurde, was das betrifft, damals ziemlich verwöhnt, und erlebe beim Durchsehen dieser Lego-Artikeldatenbank hier so manches nostalgische Moment. Ob bei den neueren, stets komplizierter werdenden und kaum Einsatzmöglichkeiten zulassenden Elementen noch viel Freiraum für Kreativität bleibt, sei mal dahingestellt.
Der Legostein ist 50 Jahre alt geworden. Happy Birthday. Wäre ich zuhause bei meinen Eltern, würde ich jetzt auf dem Dachboden krabbeln…
Gestern Abend im charmanten Bielefelder Filmclub “Sunrise - A Song Of Two Humans” (wiki / imdb) gesehen, einem Stummfilm aus dem Jahre 1927, regiegeführt von einem Kind unserer Stadt, Friedrich Wilhelm Murnau.
Selten habe ich einen derart unterhaltsamen und fesselnden Stummfilm vor Augen gehabt. Die abwesenden Dialoge und die - aus heutiger Sicht - gebrochene Sehgewohnheit wurde schnell vergessen.
Beeindruckend in Szene gesetzt, diese Liebesgeschichte. Darüber muss ich die Tage einmal etwas für’s Sparrenblog schreiben…
Gibt es ein deutlicheres Anzeichen für Kunst, wenn man sie aus Lebensmitteln erzeugt und damit dem natürlichen Lebenskreislauf entzieht? Und diesen Eindruck dann noch steigert, wenn das Lebensmittel künstlich hergestellt wurde wie zum Beispiel Kaugummi?
Maurizio Savini setzt diesen selbstreferentiellen Bezüge noch eine Ironie obendrauf, indem seine Skulpturen höchst detailgetreu und beinahe lebensecht wirken. Die untere reicht dem Betrachter wie zum Hohn eine Pille entgegen, als wolle sie sagen: “Hier das hilft dir besser!”
Bloß nicht knabbern. Mehr davon hier.

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